FRT Desinfizierendes CO 2 -Reinigungs ver fahren für Arbeitskleidung entwickelt

Desinfizierendes CO 2 -Reinigungs ver fahren für Arbeitskleidung entwickelt

-Im Lebensmittelbereich wurde der International Food Standard (IFS) eingeführt, um mehr Transparenz, Sicherheit und Hygiene innerhalb der Lebensmittelkette zu erzeugen. Vor diesem Hintergrund sind auch die steigenden Hygieneanforderungen an Arbeitsbekleidung zu sehen. Die Norm DIN 10524 enthält Vorgaben zur Herstellung, Nutzung und Wiederaufbereitung von Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben. Ziel ist die Vermeidung einer nachteiligen Beeinflussung der Lebensmittel. Fußbedeckungen (Schuhe, Clogs, Stiefel) werden in der DIN 10524 zur Arbeitsbekleidung gerechnet. Bei einer Wiederaufbereitung der Fußbedeckungen muss gemäß Punkt 4.3.3.3 der DIN 10524 eine hygienegerechte Reinigung sichergestellt sein. Ein geeignetes Verfahren gab es bisher nicht. Wässrige Wiederaufbereitungsverfahren sind ungeeignet, da sie – wie Untersuchungen ergeben haben – unter den industriellen Verfahrensbedingungen inakzeptable Materialschädigungen hervorrufen. Da nasse Leder außerdem sehr hitzeempfindlich sind und bei m – nach wässriger Aufbereitung notwendigem – Trocknungsprozess brüchig, hart und rissig werden, ist eine schonende, d.h. langsame, Trocknung des Schuhs notwendig. Dies ist jedoch hinsichtlich einer professionellen Aufbereitung unwirtschaftlich. Organische Lösemittel – Perchlorethylen (PER), Kohlenwasserstofflösemittel (KWL) – stellen bei der hygienischen Aufbereitung keine Alternative dar, da beide Lösemittel nicht desinfizierend wirken. Der Lösungsansatz lag daher in der Verwendung des ökologisch und toxikologisch unkritischen, leicht flüchtigen, flüssigen Kohlendioxids, das auch über desinfizierende Eigenschaften verfügt. Das Wiederaufbereitungsverfahren mit CO2 erfordert keinen Trocknungsprozess, so dass es sich um eine materialschonende Reinigungsmethode handelt. Da nicht alle am Markt befindlichen Schuhmaterialen in Kohlendioxid beständig sind und starke Verformungen während bzw. nach einer CO2-Behandlung auftreten können, wurde eine Optimierung hinsichtlich der Materialauswahl und der Schuhkonstruktion durchgeführt, welche die Entwicklung eines unter industriellen Bedingungen aufzubereitenden Modellschuhs ermöglichte. Das entwickelte CO2-Reinigungsverfahren ist geeignet, selbst groben und in das Sohlenprofil eingetretenen Schmutz mit einer speziellen Bürstentechnik unter Anwendung von flüssigem Kohlendioxid zu entfernen. Darüber hinaus wurden Verfahrensbedingungen hinsichtlich einer desinfizierenden Aufbereitung entwickelt. In Abhängigkeit von Inkubationsdauer, Druck und Temperatur sowie der Zugabe von Tensiden konnten gegen Chemikalien und/oder Hitze resistente Mikroorganismen vollständig eliminiert werden. Die entwickelten Verfahren können für die hygienische Aufbereitung von an den Modellschuh angelehnten Arbeitsschuhen, die keinen speziellen Sicherheitsanforderungen genügen müssen, eingesetzt werden. Der Schlussbericht und weiteres Informationsmaterial ist bei der FRT-Geschäftsstelle (info@frt.de) erhältlich.

Tamara Neumann