Desinfektion als Schutzmaßnahme
Antibiotika werden häufig unnötigerweise eingesetzt oder falsch angewendet. Die Folge: Krankheitserregende Bakterien werden zunehmend resistent dagegen. Der bekannteste Erreger war bisher der MRSA. Inzwischen sind jedoch noch weitere resistente Keime, z.B. ORSA, cMRSA, VRE oder ESBL produzierende Bakterien auf dem Vormarsch. Solche Erreger verursachen u.a. Atemwegs- oder Wundinfektionen, gegen die antibiotische Therapien kaum noch wirken. Wie auch bei MRSA hilft hier nur ein striktes Hygienemanagement.
Übrigens, antibiotikaresistente Keime sind nicht resistent gegen Desinfektionsmittel. Desinfektionsmittel vernichten resistente Krankheitserreger außerhalb des Körpers und verhindern deren Weiterverbreitung. Somit ist die Desinfektion unverzichtbar als Schutzmaßnahme.
Was können Sie gegen resistente Erreger tun?
Bei allen oben genannten Keimen sind stets die gleichen Basismaßnahmen erforderlich: Schutzbekleidung anlegen vor Pflegemaßnahmen (Kittel und Handschuhe, Mund-Nasen-Schutz bei Aerosolen, z.B. beim endotrachealen Absaugen). Strikte Einhaltung der Händedesinfektion (v.a. nach Patientenkontakt) und Ablegen der Handschuhe.
Desinfektion von Pflegehilfsmitteln und Flächen mit direktem Patientenkontakt.
Gezielte Flächendesinfektion bei Kontamination mit Blut oder Körperausscheidungen.
Wäsche desinfizierend waschen, Geschirr maschinell aufbereiten. Zimmerreinigung und Versorgung betroffener Patienten stets am Schluss eines Durchgangs.
Bei Verlegung oder Transport ist die aufnehmende Einrichtung entsprechend zu unterrichten.
Nach dem Transport Hände- und Flächendesinfektion durchführen.