
Branchenreport vorgestellt
Für Branchenteilnehmer ist es kein Geheimnis: Die Facility-Management-Branche hat sich mit ihren Bewirtschaftungsprozessen rund um die Immobilie mittlerweile etabliert. Allerdings wird sie von vielen nach wie vor unterschätzt. Nicht zuletzt, weil es bislang noch keine verlässliche Einschätzung zu ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung gab. Das Institut für angewandte Innovationsforschung (IAI) e.V. an der Ruhr-Universität Bochum hat sich im Auftrag des Gefma - Deutscher Verband für Facility Management e.V. und gesponsert von HSG Zander, Piepenbrock, WISAG, BayernFM, Hochtief FM und CWS-boco der Aufgabe angenommen, diese Lücke zu schließen. Die Ergebnisse wurden nun in Frankfurt am Main vorgestellt.
Und die Kennzahlen, die Dr. Markus Thomzik, Mitautor des FM-Branchenreports und Professor der Fachhochschule Gelsenkirchen, präsentierte, übertreffen, was Insider und selbsternannte Marktauguren seit Jahren kolportieren: Mit beachtlichen 112 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und einem Anteil von 5,03 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigt sich dieser Wertschöpfungsbereich bedeutsamer als so manche „klassische“ Erfolgsbranche.
Im Branchenvergleich liegt das Facility Management vor der Baubranche (4,5 Prozent), dem Maschinenbau (3,3 Prozent) oder der Automobilindustrie (3,1 Prozent) und nur knapp hinter dem Wirtschaftszweig „Luft-, Wasser- u. Landverkehr und Nachrichtenübermittlung“ (5,7 Prozent) und dem gesamten „Gesundheits- und Sozialwesen“ (7,1 Prozent). Die Facility-Management-Branche ist damit unbestreitbar eine absolute Schlüsselbranche. Der Vorstandsvorsitzende des Gefma, Otto Kajetan Weixler, fügt hinzu: „Mit über vier Millionen Erwerbstätigen, die auf der ,Payroll‘ von Dienstleistern oder Immobilieneigentümern und -nutzern die Wertschöpfung erbringen, ist die Facility-Management-Branche zugleich eine arbeitsmarktpolitisch bedeutsame Stütze der deutschen Wirtschaft.“ Dr. Markus Thomzik betont die Werthaltigkeit der Facility-Management-Branche: „Mit mehr als 176 Milliarden Euro Bewirtschaftungsvolumen ist die Branche auch sehr krisensicher. Gebäude müssen stets bewirtschaftet werden, unabhängig davon, ob das Kerngeschäft des Immobilieneigentümers bzw. -nutzers floriert oder ob es daniederliegt.“
Mit der Studie hat Gefma nun die Möglichkeit, die Öffentlichkeit, aber auch Politik und Medien, gezielt mit hieb- und stichfesten Zahlen über die Bedeutung des Facility Managements zu informieren. Dabei will man auch das Thema Nachhaltigkeit stärker in den Fokus rücken. Die Druckversion des FM-Branchenreports wird voraussichtlich auf der „Facility Management Messe 2010“ (9. bis 11. März 2010, Frankfurt/Main), vorliegen.