Boden aus Betonwerkstein: In vier Schleifstufen zu neuem Glanz

In einem Supermarkt sollte der Betonwerkstein-Fußboden erneuert werden. Die ­Sanierung hätte nur bei einer mehrwöchigen Schließung des Marktes ­umgesetzt werden können. Auf Empfehlung des Gebäudedienstleisters konnte diese zeit- und ­kostenintensive Maßnahme vermieden werden: Der Boden wurde ­stattdessen im ­Rahmen einer Sanierungsreinigung mit einer Scheuersaugmaschine und ­entsprechenden Pads in vier Schleifstufen auf einen Glanzwert von 60 aufgearbeitet.

Die Sanierungs­reinigung fand bei laufendem Betrieb statt. - © Dr. Gansow

Das Famila-SB-Warenhaus bildet das Herzstück des Einkaufszentrums Luhe-Park in Winsen mit einer Verkaufsfläche von 5.300 Quadratmetern, einer 800 Quadratmeter großen Mall und einem externen Getränkemarkt mit 500 Quadratmetern Fläche. Beim Bau der Gewerbeimmobilie wurde seinerzeit ein Betonwerkstein als Fußbodenbelag gewählt, ausgenommen hygienisch relevante Bereiche im Umfeld der Verarbeitung und des Verkaufs frischer Lebensmittel, in denen trittsichere Beläge (GS-Fliesen) verlegt wurden. Aufgrund des sich verändernden Einkaufsverhaltens – Online-Wettbewerb, Gewichtung der Warenangebote, Sortimentsverlagerungen et cetera – entschied sich das Handelsunternehmen für eine Modernisierung des Standorts. "Eine umfassende Renovierung war unabdinglich, um als stationärer Handel den veränderten Bedürfnissen der Zeit zu entsprechen", berichtet Warenhausleiter Torben Gedrath.

Für die Reinigung des Objektes ist Kille Gebäudedienste aus Adendorf bei Lüneburg zuständig. Das 2002 durch Kille Krumbach gegründete Unternehmen beschäftigt rund 120 Mitarbeiter und bietet neben der klassischen Gebäudereinigung zunehmend auch ­infrastrukturelle Dienstleistungen wie Hausmeisterdienste, Grün­pflege, Winterdienst und Parkplatzbewirtschaftung an. Mittlerweile ist der Dienstleister an sieben Standorten von Famila rund um Lüneburg und Hamburg im Einsatz. Am Standort Winsen ist er mit der Unterhalts- und Glasreinigung, Hausmeisterdiensten sowie der Reinigung und ­Pflege des 28.000 Qua­dratmeter großen Grundstücks beauftragt.

Während der Planungsphase für die Modernisierung des Warenhauses wurde allen Beteiligten bewusst, welch enorme Herausforderung es sein würde, sämtliche Maßnahmen bei laufendem Betrieb zu realisieren, wenn mehr als 50 Gewerke teilweise gleichzeitig im Objekt tätig sind. Der Gebäudedienstleister musste während der mehrmonatigen Baumaßnahmen nicht nur die Sauberkeit der Verkaufsflächen im Rahmen der täglichen Unterhaltsreinigung gewährleisten und die Sauberkeit auf den Bauflächen organisieren, sondern darüber hinaus schließlich auch die von Kille selbst ins Spiel gebrachte Sanierungsreinigung des Betonwerksteins durchführen.

Passende Technik für eine ­anspruchsvolle Aufgabe

Im ersten Schritt der Fußbodensanierung wurden andersartige Beläge wie vollflächig verklebte textile Beläge, Laminat, Parkett, Vinyl und sonstige Verunreinigungen wie Kleberreste von dem 22 Jahre alten Betonwerkstein entfernt. Diese Bodenbeläge sind im Laufe der Jahre auf etwa 20 Prozent der Fläche aufgebracht worden. Anschließend musste ein einheitlicher Glanzwert hergestellt werden, damit die sanierten Verkaufsflächen neu gestaltet werden konnten.

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    Nach 22 Jahren sah der Betonwerkstein angegriffen und matt aus.
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    Vormals überstellte Flächen wiesen Kleberreste und optische Mängel auf.
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    Die von Gmatic verwendeten Systempads sind mit Diamanten versehen und liegen in unterschiedlichen Körnungen vor.
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    Neben der Reinigungsleistung schätzen die ­Maschinenfahrer den ergonomischen Arbeitsplatz, der ermüdungsfreie ­Einsätze ermöglicht.
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    Farbsättigung und Glanz des Bodens nach der Sanierungsreinigung.
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    Alle optischen Mängel konnten durch die Sanierungsreinigung egalisiert werden.
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    Firmeninhaber Kille Krumbach, Warenhausleiter Torben Gedrath, die ­Gebäudereinigergesellen Frank Wöhler und Pascal Frerichs sowie George Obioha, Francis Dike und Juniorchef Dennis Krumbach (v.re.).
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    Die Sanierungs­reinigung fand bei laufendem Betrieb statt.

"Wir hatten diese Aufgaben im Objekt bereits mit einer Reinigungsmaschine begonnen, aber es hat schlichtweg nicht funktioniert", berichtet Kille Krumbach. "Es fehlte an Anpressdruck und Umdrehungsgeschwindigkeit der Padscheiben. Ferner mussten wir häufig eine Pause einlegen, weil ein Überlastschutz die Maschine außer Betrieb setzte." Da Kille Krumbach gute Erfahrungen mit dem Aufsitzscheuersaugautomaten Rotan von Dr. Gansow Gmatic aus Bergkamen in einem anderen Objekt gemacht hatte,"lag die Entscheidung für uns auf der Hand: Auch hier musste dieser Maschinentyp zum Einsatz kommen".

Umdrehungsgeschwindigkeit ­entscheidend

Bei der Entwicklung der Gmatic-Serie lag der Fokus auf der Qualität der Maschinenkomponenten. So ist neben elektropoliertem Edelstahl als Trägermaterial auch die Abstimmung und Dimensionierung aller elektrischen Komponenten hervorzuheben. Im Anwendungsfall des Polierens von Steinbelägen ist die Umdrehungsgeschwindigkeit der Bürstenmotoren entscheidend. Diese sind bei 300 Umdrehungen pro Minute auf Dauerbetrieb ausgelegt. Sie können die Maximaldrehzahl leisten, ohne zu überhitzen. Die zum Einsatz kommenden Dünnplatten-Reinblei-Batterien (TPPL) liefern dabei ausreichend Reserven, um die Motoren zu versorgen. Auch lassen sich die Batterien je nach Dimensionierung des Ladegerätes mit bis zu 105 Ampere zwischenladen und sind binnen 4,5 Stunden vollständig aufgeladen. Dies führt zu einer hohen Einsatzflexibilität. Der integrierte digitale Systemcontroller reagiert mit einer Reduktion der Leistung, sofern Überlast droht.

Bei der Sanierungsreinigung des Betonwerksteins nach dem Gmatic-Verfahren musste besonderes Augenmerk auf den 800 Quadratmeter großen Fußboden der Mall gelegt werden, weil dieser, bedingt durch die Handdesinfektion in der Corona-Zeit, im Eingangsbereich besonders angegriffen war. Aufgrund der unterschiedlichen Nutzung und Belastung in der Vergangenheit war der Betonwerkstein zudem unterschiedlich geschädigt. Schmutz wanderte zum Teil in die Oberfläche ein, Glanzwert und Rutschhemmung verschlechterten sich.

Reparaturschliff notwendig

Durch die sektorenweise durchgeführte Sanierungsreinigung mit dem Automaten und die von Gmatic verwendeten Systempads sollte der stark strapazierte Bodenbelag nach und nach saniert und mit neuem Glanz versehen werden. Die Systempads sind mit Diamanten versehen und liegen in unterschiedlichen Körnungen vor. Im Zusammenspiel mit einem Kristallisierungsmittel werden durch eine in die Oberfläche des Betonsteins einwirkende Reinigung hohe Glanzwerte erzielt sowie eine optimierte Rutschhemmung und eine Vergütung der Oberfläche erreicht.

Bei besonders angegriffenen und/oder älteren Bodenbelägen wie in diesem Objekt wird zunächst ein Reparaturschliff mit dem blauen Systempad durchgeführt (Diamanten mit einer gröberen Körnung). Die Abrasivität ist so eingestellt, dass dabei auch leichte Kratzer, Verätzungen und oberflächliche Flecken entfernt werden. Der Stein behält bei einem äußerst geringem Schleifverlust aber grundsätzlich seine Höhe. Nach diesem Arbeitsgang kommen anschließend Systempads in den Farben rot, gelb und grün zum Einsatz.

In der ersten Phase wird das rote Pad verwendet. Je nach Zustand des Bodens ist eine Bearbeitung mit fünf bis zehn Reinigungsfahrten bei geringer Geschwindigkeit (15 bis 20 Meter pro Minute) notwendig. Dabei muss ein ausreichender Wasserfilm den Boden benetzen. Ein zwischenzeitliches Absaugen der Flotte wird empfohlen. Das Ergebnis der ersten Phase ist eine matte bis seidenmatte, aber homogene Oberfläche.

In der zweiten Phase kommt das gelbe Pad mit einem feineren Schleifkorn zum Einsatz. Schon nach fünf bis zehn Reinigungsfahrten erhält der Fußboden eine glänzende Optik mit Glanzwerten zwischen 40 und 60. Durch Reinigungsfahrten mit dem grünen Pad in der dritten Phase können schließlich Glanz­werte zwischen 60 und 90 erreicht werden.

Kille Gebäudienste bearbeitete mit diesem Verfahren über Wochen den arg strapazierten Betonwerkstein in Sektoren von jeweils rund 80 Quadratmetern – mit Erfolg: Es konnte am Ende eine einheitliche Optik wiederhergestellt werden.

Wolf-Rüdiger Schwarz | markus.targiel@holzmann-medien.de