Schimmelpilze in Gebäuden Blühende Wände

Das Thema Schimmelpilze ist für viele Gebäudereiniger ein zum Teil ungelöstes Prolem. Hiermit werden vor allem die Dienstleistungsfirmen konfrontiert, die Hotels und Schwimm bäder reinigen.

Schimmelpilze in Gebäuden sind gesundheits gefährdend bis hin zur Krebserkrankung. Sie sind ein ernstes Thema. Info u.a. unter www.um weltbundesamt.de. - © www.heimwerker-tipps.net

Blühende Wände

-Schimmel in Gebäuden ist ein ständig wachsendes Problem unserer Zeit. Durch zeitgemäße Maßnahmen zur Energieeinsparung werden viele Gebäude hermetisch nach außen abgedichtet. Offenporige Bau- und Isolierstoffe wie z.B. Ziegel, Kalk, Lehm und Holz können Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und wieder abgeben. Bei der Verwendung von Kunststoffen und Zementputz dagegen lässt sich kein Feuchteregulierungseffekt erzielen. Hauptursache für einen Schimmelpilzbefall an Bauteilen oder Einrichtungsgegenständen ist Feuchtigkeit. Wenn das Entfeuchten der Innenräume nicht durch richtiges Lüften (Stoßlüften statt Fensterkippen) erfolgt, wächst die Gefahr, dass ab 70 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit verschiedene Schimmelarten entstehen.

Schwebende Sporen

Schimmelpilze bestehen aus einem Geflecht (Mycel) von fadenartigen Ausläufern (Hyphen) und gedeihen am besten in einem feuchten und warmen Klima auf organischen Materialien wie Lebensmitteln, Holz, Tapeten, Teppichböden, Kleidung, Leder etc. Bei ihrem Wachstum können die Schimmelpilze Pilzgifte (Mykotoxine) bilden. Außerdem entstehen flüchtige organische Verbindungen, die für den muffigen Geruch verantwortlich sind, der häufig bei einem Befall mit Schimmelpilzen wahrzunehmen ist. Zur Vermehrung bilden Schimmelpilze in großer Zahl Sporen, die oft gefärbt sind. In diesem Stadium sind die Schimmelpilze mit bloßem Auge sichtbar und bilden schwarze, braune, grüne, rote oder mehrfarbige Flecken an der Wand und an anderen Oberflächen. Die Sporen können über weite Strecken schweben und über die Atemwege in die Lunge gelangen.

Feuchtigkeit kann folgende Ursachen haben:

  • Kondenswasserbildung.
  • Eindringende Feuchtigkeit (Überschwemmung, defektes Dach, Wasserrohrbruch, defekte Heizung, ungenügende Abdichtung).
  • Baufeuchte im Neubau.

Einige Schimmelpilzarten treten bereits ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent auf, ab 80 Prozent alle übrigen. Früher waren Fugen an Fensterrahmen derart undicht, dass sie unbemerkt ein Entfeuchten der Raumluft gewährleisteten und so Schimmelbildung vermieden. Zum Energiesparen wurden derart undichte Fensterrahmen inzwischen durch dichtere ersetzt, so dass der Austausch zwischen (relativ) feuchter Innenluft und (relativ) trockener Außenluft nunmehr gezielt durch Lüften herbeigeführt werden muss.

Richtiges Lüften und Heizen

Durch richtiges Lüften und Heizen kann in vielen Fällen eine Kondenswasserbildung vermieden werden. Im Raum entstandene Feuchtigkeit (Atmen, Duschen, Kochen, Waschen) muss durch Stoßlüften nach außen abgeführt werden. Wie oft am Tag ein Lüften notwendig ist, hängt von der Anzahl und dem Verhalten der Personen in der Wohnung oder in anderen Räumlichkeiten ab. Es sollte aber mindestens viermal am Tag gelüftet werden. Um die Lüftungsdauer möglichst gering zu halten und damit in der kalten Jahreszeit ein Auskühlen der Wände zu verhindern, sollte eine Stoßlüftung (Fenster ganz geöffnet) nicht länger als fünf Minuten stattfinden.

Ein wichtiger Faktor beim Lüften ist der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur. Je höher dieser Temperaturunterschied ist, umso schneller findet auch der Luftwechsel statt. Bei Tätigkeiten mit starker Feuchtigkeitsabgabe an die Raumluft wie Kochen oder Duschen sollte die Feuchtigkeit sofort nach außen abgeführt werden. Ferner sollte darauf geachtet werden, dass Türen zu Räumen mit starker Feuchtigkeitsentwicklung geschlossen bleiben. Beim richtigen Heizen speziell in der kalten Jahreszeit sollte Folgendes beachtet werden:

  • Die Temperatur in ungenutzten Räumen sollte nicht unter 15°C fallen.
  • Kühlere Räume nicht über geöffnete Türen zu beheizten Nachbarräumen temperieren.
  • Wer nachts kalt schläft, sollte das Schlafzimmer tagsüber einmal durchheizen.
  • Während des Lüftens die Heizung abdrehen.

Sanierung

Schimmelpilzwachstum im Innenraum stellt ein hygienisches Problem dar, das aus Vorsorgegründen nicht toleriert werden kann. Schimmelpilzbefall einer Mietsache wird von den Gerichten als Mietmangel anerkannt. Bei nachweislichem Schimmelpilzwachstum im Innenraum müssen fachgerechte Sanierungsmaßnahmen

zur Beseitigung der Schimmelpilze durchgeführt werden.

Herkömmliche Schimmelpilzentferner wirken aber nur auf der Oberfläche, das Pilzvorkommen (Mycelstränge) im Mauerwerk und das Risiko eines erneuten Befalls bleibt ohne Mauerwerksbehandlung weiterhin bestehen. Ein neu entwickeltes Spezialprodukt steht für eine rasche, preiswerte und konsequente Schimmelpilzvernichtung. Es enthält u.a. Propanol und ein mikrobizides Amphotensid. Der Alkohohl dient hier als Transportmedium, die Tenside zerstören die Zellwände der Pilze im gesamten behandelten Mauerwerk sicher. Die befallene Fläche wird mit dem Spezialprodukt mittels einer Sprühvorrichtung getränkt und vom sichtbaren Schimmel befreit. Anschließend wird die Fläche in einem Abstand von 8 bis 10 Minuten dreimal getränkt. Das Tensid dringt bei diesen drei Arbeitsschritten tief ins Mauerwerk ein und kristallisiert auf seinem Weg dort aus. Damit wird die Abtötung des Schimmelpilzes in allen Schichten gewährleistet und eine Neuansiedlung wirksam verhindert. Gutachten über die Wirksamkeit liegen vor. Weitere Infos beim Autor.