Blink-Anwender kommen zum Austausch zusammen

Zu seinem mittlerweile dritten Anwendertreffen hatte unlängst das Nürnberger Softwareunternehmen Blink (vormals Andavis) in die Frankenmetropole eingeladen. Rund 150 Teilnehmer tauschten sich dabei über aktuelle Entwicklungen in puncto Digitalisierung im Gebäudereiniger-Handwerk aus.

Vorträge und Workshops rund um das Thema digitale Zeiterfassung im Gebäudereiniger-Handwerk prägten das dritte Blink-Anwendertreffen. - © X21de/Reiner Freese

"Wir wollen offen sein für andere Systeme" – mit dieser Botschaft eröffnete Blink-Geschäftsführer Thomas Bakeberg den offiziellen Teil des dritten Anwendertreffens in der Nürnberger Eventlocation Korn’s. Bereits am Vorabend hatte das Softwareunternehmen die aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Teilnehmer in seine kürzlich bezogenen, neuen Büroräume am Lorenzer Platz zu einem ersten Kennenlernen und lockeren Austausch im Rahmen einer Netzwerkparty eingeladen.

Bevor es am darauffolgenden Tag mit den Vorträgen und Workshops ausgewählter Softwarepartner von Blink losging, gab Thomas Bakeberg den Anwesenden zunächst ein kurzes Update zu den neuesten Erweiterungen rund um die Blink-Branchenlösung zur Zeiterfassung und Optimierung von Arbeitsabläufen. So wurde bereits im Oktober vergangenen Jahres bei ersten Testkunden die neue Funktionalität "Aufträge & digitale Arbeitsscheine" freigeschaltet, die nun mit der neuen Version 6.0 von Blink breit ausgerollt wird. Damit lassen sich Aufträge digital im Blink-Manager abbilden und von dort direkt beziehungsweise individuell an die Reinigungskraft über die "Blink me"-App übergeben. Die Reinigungskraft kann dann unter anderem gezielt auf die einzelnen Positionen ihre Zeiten erfassen oder auch die digitale Abnahme vor Ort beim Kunden durchführen.

Ebenfalls neu in Blink ist, dass explizit Regieleistungen angelegt und dementsprechend alle auf Regie erbrachten Arbeiten separat ausgewiesen werden können. Eine dritte Neuerung betrifft das Thema Ticket-Workflow. Mit der neuen Version ist es der Reinigungskraft nach erteilter Berechtigung und Konfiguration im Blink-Manager künftig möglich, den Status eines Tickets über die Blink-me-App selbst zu ändern. Einfaches Beispiel: Eine Reinigungskraft stellt einen Urlaubsantrag, hat sich aber vertan und kann nun das entsprechende Ticket direkt wieder stornieren. Nicht zuletzt wurde unlängst ein Dokumentenmanagement in Blink eingeführt. Das heißt, es lassen sich beliebige Dokumente in frei definierbaren Kategorien in Blink hinterlegen und den Nutzern individuell und objektspezifisch je nach Berechtigung und Erfordernis zugänglich machen.

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    Blink-Geschäftsführer Thomas Bakeberg berichtete über Neuerungen und Weiterentwicklungen der Blink-Plattform rund um das Thema Zeiterfassung.
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    Neben Vorträgen wurden Workshops zu verschiedenen Digitalisierungsthemen angeboten unter anderem von Johannes Demir, Geschäftsführer BSS Mitte.
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    Das Blink-Anwendertreffen fand mittlerweile zum dritten Mal statt und verzeichnete mit 150 Teilnehmern einen Besucherrekord.

Die Partner und deren Schnittstellen

Im Anschluss an das Blink-Update stand die Schnittstellenintegration mit Partnerunternehmen im Fokus. Ilkka Manner, DACH-Geschäftsführer des in Frankreich beheimateten Unternehmens Taqt, berichtete über die Anbindung der gleichnamigen IoT-Lösung für das Vorfalls- und Zufriedenheitsmanagement an Blink. Über eine spezielle Terminal-Hardware lassen sich damit digitale Checklisten in den Objekten installieren und – unter Nutzung der Blink-Schnittstelle – nun auch die Arbeitszeiten der Reinigungskräfte protokollieren. Ebenfalls neu bei Taqt ist der "rollende" QR-Code. Das heißt: QR-Codes werden alle zehn ­Minuten dynamisch neu generiert und können somit nicht missbräuchlich – etwa durch Abfotografieren und anschließende Weitergabe – verwendet werden.

Eine Schnittstelle zu Blink bietet seit Kurzem auch die Branchenlösung BlueTem DS der BlueTem Software GmbH aus Erkrath. Über entsprechende Apps lassen sich auf dieser Plattform sämtliche Prozesse der Gebäudereinigung abwickeln, wie zum Beispiel Dienst­pläne, Arbeitsscheine, Mitarbeiter-/Objektverwaltung oder auch Qualitätssicherung. In der Praxis bedeutet das: Die Planung der Sollzeiten erfolgt in BlueTem, anschließend werden diese an Blink übergeben. Andersherum liefert Blink über die Live-Schnittstelle die Stempel- beziehungsweise Ist-Zeiten zur Weiterverarbeitung wieder zurück an BlueTem DS.

Als dritter Partner präsentierte sich im Rahmen des Anwendertreffens das Unternehmen Neumann & Neumann Software und Beratungs GmbH. Geschäftsführer Oswald Neumann stellte gleich zu Beginn seines Vortrages klar: "Wir wollen nur das machen, was wir besonders gut können – nämlich Qualitätsprüfungen." Erst im Februar dieses Jahres sind die Steingadener deshalb eine strategische Partnerschaft mit der Blink GmbH (damals noch Andavis GmbH) eingegangen mit dem Ziel, eine direkte Verbindung zwischen der Blink-Zeiterfassung und der Software e-QSS von Neumann & Neumann herzustellen. Durch die gegenseitige Anbindung beider Tools lassen sich Qualitätsdaten aus e-QSS nun direkt in Blink abrufen, während Anwesenheitsdaten aus Blink automatisch in e-QSS übernommen werden. Zukünftig sollen beide Systeme an verschiedenen Stellen noch enger zusammenwachsen. Zum Beispiel im Bereich der Ticket-Workflows, um Aktivitäten, die Ergebnis einer Qualitätsprüfung sind, automatisch der im Objekt arbeitenden Reinigungskraft als Ticket zuweisen zu können.

Dienstplanung 2.0 und KI

Am Nachmittag hatten die Besucher schließlich die Gelegenheit zur Teilnahme an verschiedenen Workshops (gehalten von Blink, BSS Mitte und WasSchBer Software & Consulting). Den Schlusspunkt der Veranstaltung setzte wiederum Thomas Bakeberg, indem er einen kurzen Ausblick auf die im Herbst stattfindende Fachmesse CMS in Berlin gab: "Zum einen haben wir das Thema Dienstplanung in Blink komplett neu gedacht, zum anderen werden wir mit der neuen Version von Blink erstmals konkrete KI-Anwendungsfälle einführen, die vom Anwender individuell aktiviert und konfiguriert werden können." Jeder Blink-Nutzer könne dann jeweils selbst entscheiden, ob Künstliche Intelligenz in der Software zum Einsatz kommen soll oder nicht.

Ein Beispiel für ein denkbares KI-Szenario: Die Reinigungskraft hat unplanmäßig statt zwei vier Stunden gearbeitet. Die KI tritt nun mit der Reinigungskraft über die Blink-me-App in ihrer eingestellten (Mutter-)Sprache in den Dialog und versucht, automatisiert die Gründe für die Extra-Arbeit herauszufinden. Der Objektleiter muss dann im Blink-Manager die Mehrarbeit lediglich noch bestätigen und der entsprechenden Verrechnungsart – zum Beispiel "Regiearbeit" – zuweisen. /GH