Ein nicht alltäglicher Auftrag im Museum Bitte berühren

Feines Sägemehl und rosafarbenes Gipspulver, dunkelbraune Gartenerde und echter Rollrasen: Aus diesen Materialien bestanden die einmalig für eine Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg gestalteten Plastiken der schottischen Künstlerin Karla Black. Nach dem Ende der Kunstschau war ein Spezialeinsatz der Nürnberger Fürst Unternehmensgruppe gefragt.

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    © Fürst-Gruppe
    Fürst im Einsatz für die Kultur (v.re.): Siegfried Klann, Abteilungsleiter Son derreinigungen, Christine Bruchmann, geschäftsführende Gesellschafterin, und die Reinigungsfachleute Malak Flamars und Burak Cengiz.
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    Eine Skulptur der schottischen Künstlerin Karla Black vor dem Reinigungseinsatz und während der Demontage durch Mitarbeiter der Nürnberger Fürst-Gruppe.
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    ... und während der Demontage durch Mitarbeiter der Nürnberger Fürst-Gruppe.

Bitte berühren

- „Es ist ein aufregender Moment für uns“, sagt Ellen Seifermann, Leiterin der Kunsthalle Nürnberg, „denn eine derartige Demontage von Kunstobjekten haben wir noch nie durchgeführt.“ Zum Beispiel eine trapezförmige Pyramide, die auf einer Kantenlänge von etwa 3 bis 5 m mit Erde beschichtet ist; darunter verbirgt sich ein Kern aus Styroporplatten. Ein anderer Raum der Kunsthalle Nürnberg ist wie in rosa Licht getaucht. Fast hüfthoch türmen sich darin Berge aus feinstem rosafarbenem Gipspulver. Es staubt, die Luft ist trocken, und die winzigen Partikel finden ihren Weg überall hin. Sie haften an den hohen schneeweißen Wänden der 1912 errichteten Kunsthalle, setzen sich in Bodenfugen fest und schwirren in die Belüftungsschächte. Gleich daneben liegt Rollrasen, mittlerweile eingetrocknet und spröde.

Gut zwei Monate lang hegte und pflegte Seifermann die zehn Skulpturen. Sie achtete darauf, dass die vorwiegend aus natürlichen Materialien bestehenden Werke ihre von der Künstlerin geschaffene Form bewahren. Und die Besucher? Sie hielten sich
gerne an das Gebot der Kunst „Bitte nicht berühren“.

Nun aber wird tatkräftig angepackt. Vier Gebäudereiniger der Nürnberger Fürst Unternehmensgruppe rücken den insgesamt zehn Skulpturen gründlich zu Leibe. „In einem ersten Schritt müssen 10 t Gipspulver, Lehm, Erde, Sand und Rollrasen mit Hilfe von Schubkarren und Säcken entsorgt werden“, erläutert Christine Bruchmann, geschäftsführende Gesellschafterin der Fürst Unternehmensgruppe. Das fränkische Familienunternehmen bietet umfassende Services in den Bereichen Gebäude-, Unterhalts- und Spezialreinigung sowie Sicherheitsdienste und Personaldienstleistungen.

„Der Einsatz in der Kunsthalle ist uns ein echtes Anliegen“, erklärt die Managerin. Denn mit dem Spezialeinsatz der nicht alltäglichen Art bleibt das Unternehmen seinem Anspruch, sich gesellschaftlich zu engagieren und gleichzeitig als Dienstleister verlässliche Qualität zu bieten, treu. Kultursponsoringprojekte sind für Christine Bruchmann Herzenssache: „Nachhaltiges gesellschaftliches Engagement besitzt für uns eine große Bedeutung.“

Die Kosten für die Reinigungsaktion, insgesamt 6.500 Euro, trägt alleine der Gebäudedienstleister. Gerade im Kulturbereich mit seinen chronisch knappen Budgets sei Sponsoring sehr wichtig. „Damit möchten wir unsere Wertschätzung für die Kultur zum Ausdruck bringen“, so Bruchmann. „Ohne die professionelle Hilfe wären die Reinigungsarbeiten für uns nicht zu bewerkstelligen gewesen“, freut sich Kunsthallen-Leiterin Ellen Seifermann.

Unzählig viele blaue Abfallsäcke befüllen Christine Bruchmanns Mitarbeiter schaufelweise mit dem feinen Gipspulver - rund 10 t des Materials wollen schließlich entsorgt werden. Sie beseitigen den bröseligen Rollrasen und rund 2 t Sägemehl, aus denen einst eine Skulptur bestand, sind schon verpackt: Ein Teil davon geht an den Nürnberger Tiergarten, der Rest an einen Pferdehof.

Der schweißtreibende Einsatz hat einen guten Grund. Filigranste Sägemehl-, Gips- und Pulverpartikel hinterlassen in den Ausstellungsräumen ihre sichtbaren und unsichtbaren Spuren - ob an den Wänden, an Leisten, auf Böden, in Belüftungsschlitzen oder auf den Fensterscheiben. Insgesamt vier Tage lang wird unermüdlich gekehrt, gesaugt und immer wieder gewischt. Einscheibenmaschine, Wassersauger und Staubsauger stehen nie still. Immer wieder müssen aufgrund der baulichen Gegebenheiten die fahrbaren Gerüste neu aufgebaut werden, damit die Fachkräfte auch an den Decken und Oberlichtern arbeiten können.

Am Ende des Sondereinsatzes übergeben die Fürst-Mitarbeiter stolz die Räume - und zwar mehr als besenrein. Jeder Winkel der 500 m² großen altehrwürdigen Kunsthalle erstrahlt nun in neuem Glanz. Dank des Einsatzes der Reinigungsprofis werden die Werke künftiger Ausstellungen in der Kunsthalle Nürnberg auf Jahre hinaus geschützt sein. Die Besucher nachfolgender Kunstschauen werden dies zu schätzen wissen.

Fürst | markus.targiel@holzmann-medien.de