Vielfältig, zweckmäßig, schick Berufskleidung muss verschiedene Kriterien erfüllen

Gebäudereiniger verkaufen vor allem eines: Sauberkeit. Ein sauberer und gepflegter Auftritt aller an der Dienstleistung beteiligten Personen ist daher wie ein Aushängeschild des Unternehmens. Die Hersteller halten für alle Anforderungen die richtige Bekleidung bereit.

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    01 Die Kollektion Work & Wash von Alsco ist mit zusätzlichen Reflex streifen versehen.
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    02 Kleidung im Corporate Design eines Unternehmens wird immer öfter als Marketinginstrument genutzt.
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    05 Sicherheitsdienste mit hoher Außenwirkung tragen spezielle Businesskleidung.
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    01 Berufskleidung für Gebäudereiniger folgt dem Trend zu freizeitorientierter Mode.
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    03 Viele Gebäudereiniger legen Wert auf ein junges, frisches Erscheinungsbild der Mitarbeiter(innen).
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    04 Gore-Ttex ist das einzige Material, das den Druckbelastungen von Sicherheitsgeschirren standhält.
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    06 Zweifarbige Berufskleidung liegt auch bei Gebäudereinigern im Trend.
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    02 Die Farbkombination Schwarz-Grau ist bei Gebäudereinigern beliebt.
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    03 In der Gebäudeverwaltung und dem Facility Management gehört Businesskleidung zum guten Ton.

Berufskleidung muss verschiedene Kriterien erfüllen

-Das Aufgabengebiet der Gebäudereiniger ist sehr umfangreich. Es unterscheidet vielfältige Dienstleistungsarbeiten im Innenbereich, zu denen etwa Hausmeistertätigkeiten zählen, oder zahlreiche Reinigungsaufgaben von Büros, Kirchen und Kinos, Museen oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Hinzu kommen die Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen. Im Außenbereich hingegen werden meist handwerkliche Aufgaben ausgeführt, zu denen das Reinigen von Außenfassaden und Fenstern, die Pflege von Grünanlagen oder das Trockenlegen von Häusern inklusive Putz-, Maler- und Pflegearbeiten gehören.

Dem eigenen Anspruch gerecht werden

Dabei dienen alle Tätigkeiten – ob innen oder außen – dem Ziel, ein sauberes und gepflegtes Umfeld zu schaffen. Entsprechend wichtig ist daher auch der Eindruck, den ein Gebäudereinigungsunternehmen vor Ort hinterlässt. Denn wer sich der Sauberkeit verpflichtet, sollte diesem Anspruch auch optisch gerecht werden. Gepflegte, ansprechende und bequeme Berufskleidung hat in der Branche daher einen hohen Stellenwert. Doch es sind nicht nur das Design und der Tragekomfort, die zählen. Vor allem die Funktionalität der Kleidung muss großgeschrieben werden. So muss die Kleidung für den Beruf ihren Träger grundsätzlich vor Schmutz schützen.

Hinzu kommen weitere Merkmale, wie etwa ein angemessener Stauraum in Form von Taschen und Schlaufen, welche die zahlreichen Arbeitsutensilien aufnehmen, die ein Gebäudereiniger für seine Arbeit braucht. Spezielle Ausweistaschen wiederum sind für die Identitätskarten unerlässlich. Wichtig sind aber auch wasserdichte, gummierte Innentaschen, in die auch feuchte Lappen verstaut werden können. Um metallische oder Lackoberflächen vor Verkratzen zu schützen, muss die Berufskleidung so gefertigt werden, dass Reißverschlüsse oder Knöpfe verdeckt sind. Für Arbeiten, die vorwiegend im Knien ausgeführt werden, müssen Kniepolster das Gelenk schützen, während eine zusätzliche Gewebelage aus hochfesten Geweben für zusätzlichen Schutz gegen mechanische Einwirkungen sorgt. Für Tätigkeiten im Freien wiederum sollte die Kleidung nässeabweisend sein und sich den klimatischen Bedingungen anpassen lassen. Im öffentlichen Verkehrsraum oder in dunklen Arbeitsumgebungen steht eine gute Sichtbarkeit oben auf der Anforderungsliste. Gehören hingegen vorwiegend Verwaltungstätigkeiten zum Aufgabenbereich eines Gebäudereinigers, muss die Kleidung repräsentativ sein, zu jeder Zeit gut sitzen und darf nicht knittern. Eine schmutzabweisende Ausrüstung sollte einen zusätzlichen Schutz gegen Fleckenbildung bieten.

Corporate Design als Marketinginstrument

Die Berufskleidungshersteller und Mietservice-Anbieter haben sich inzwischen auf die speziellen Bedürfnisse der Gebäudereiniger eingestellt und bieten zum Teil sehr unterschiedliche Lösungen für die Branche an. Dabei spielt neben der Funktion der Kleidung vor allem auch das Corporate Design eine große Rolle. Denn immer mehr Betriebe verlangen die Fortschreibung ihrer Corporate Identity in dem Outfit ihrer Mitarbeiter. So nutzen heute viele Gebäudereiniger das einheitliche Erscheinungsbild ihres Personals als zusätzliches Marketinginstrument. Und auch der Auftraggeber profitiert von dem gleichartigen Auftreten einer Reinigungsbrigade, denn es vereinfacht die Zuordnung des meist externen Personals zu einem bestimmten Reinigungsunternehmen.

Erfreulicherweise hat auch das Design der meisten Kollektionen eine Auffrischung erfahren. Farbigkeit, moderne Materialien und aktuelle, junge Schnitte prägen mehr denn je die Kleidung im Beruf. So etwa hat die DBL mit Sitz in Zirndorf eine neue Kollektion Workfashion³ entwickelt, die stark vom Freizeitstil beeinflusst ist. Sie umfasst komfortable Workerhosen in den Trendfarben Schwarz, Grau und Schilf, die mit Bundjacken oder Mulitfunktionswesten kombiniert werden. Als Oberteile werden Shirts oder Hemden getragen. Für den Innenbereich hingegen empfiehlt das Unternehmen Kleidung aus der Kollektion Olavita. Weiße Tunnelhosen oder modische 7/8-Jeans, farbige T-Shirts, Fleecejacken oder Kapuzenshirts unterstreichen einen frischen, attraktiven Auftritt des Personals.

Auch der Mietservice-Anbieter MEWA aus Wiesbaden hat sich auf den Trend der freizeitorientierten Berufskleidung eingestellt. Mit seinen Linien Ideal, Twinsstar und Combistar hat das Unternehmen farbige Kollektionen entwickelt, dank derer sich Funktionalität im Beruf und die Umsetzung des Corporate Identity eines Unternehmens verbinden lassen. Kombiniert wird die Bekleidung mit T-Shirts, Hemden, Polos und Blusen in vielen unterschiedlichen Farben. Die Polohemden gibt es zusätzlich in einer speziell auf Frauen zugeschnittenen Passform, womit das Unternehmen auf den hohen weiblichen Mitarbeiteranteil in der Gebäudereinigungsbranche reagiert.

Zweifarbig ist auch das Angebot aus den Häusern Hugo Josten in Grefrath und Pionier Workwear aus Herford. Jacken, Hosen und Latzhosen sowie besondere Westen mit vielen Außentaschen erfüllen nach den Erfahrungen beider Unternehmen am besten die Anforderungen der Gebäudereiniger. Winterjacken runden das Programm ab.

Work & Wash wiederum heißt die Kollektion, die das Mietservice-Unternehmen Alsco mit Hauptsitz in Köln für die Gebäudereiniger empfiehlt. Die Kleidung ist in den Farben Weiß, Königsblau, Dunkelblau, Khaki, Dunkelgrau, Mittelgrün und Rot erhältlich. Sie ist mir praktischen Taschenlösungen und zusätzlichen Reflexstreifen versehen. Zum Sortiment gehören Latz- und Bundhose, Jacke, Mantel und Weste sowie ein sommerliches T-Shirt.

Fristads aus dem Hause Kwintet mit Sitz in Norderstedt sieht mehrfarbige Kleidung als das passende Outfit für die Gebäudereiniger. In seiner Linie PR54 bietet das Unternehmen ein umfangreiches und für beide Geschlechter erhältliches Programm aus kurzen und langen Hosen, Westen, Jacken und Overalls in vier Basisgrundfarben, die mit zwölf Dekorfarben individuell kombiniert werden können. Auf Wunsch ist die Paspelierung mit einer weiteren Farbe möglich. Für die Außenarbeiten hingegen empfiehlt der Konfektionär sein Programm RAW (Rain and Work), das sowohl Gore-Tex-Kleidung als auch Einziehhosen aus einem Gore-Tex-Liner enthält. Dabei hat die Entscheidung für Gore-Tex als Material für die Gebäudereiniger-Kleidung einen besonderen Grund: Nach Unternehmensangaben ist es das einzige Material, das trotz der hohen Druckbelastung eines Sicherheitsgeschirrs wasserdicht bleibt; die Membran erhält selbst bei hohem Druck ihre Funktionalität.

Ein weiteres Unternehmen, das vielfältige Lösungen für die Arbeiten im Freien und im Innenbereich anbietet, ist F. Engel aus Kaltenkirchen. Mit seiner Enterprise-Serie bietet der Konfektionär Bundjacken, Bund- und Latzhosen sowie Servicewesten mit vielen Taschen an. Funktionen wie wasserdichte Taschen zum Verstauen feuchter Lappen stehen hingegen für die Kleidung im Innendienstbereich im Vordergrund. Für Außenarbeiten empfiehlt das Unternehmen wind- und wasserdichte Kleidung, die zusätzlich schmutzabweisende Eigenschaften mit hoher Waschbeständigkeit besitzen soll.

Auch Bardusch, Mietservice-Anbieter aus Ettlingen, bietet der Branche vielfältige Lösungen von der Überwurfschürze über den Blaumann bis zur Businesswear, von der Regen- bis zur Warnkleidung an. Im Trend liegen nach Auskunft des Unternehmens die Kollektionen „Evolution“ und „Kingston“, die vor allem für Arbeiten im handwerklichen Bereich und der Gebäudepflege geeignet sind. Die Linien zeichnen sich durch einen hohen Tragekomfort und Schick aus, denn sie werden aus einem elastischen Gewebe gefertigt, das knitterarm ist, die Passform der Kleidung unterstützt und außerdem jede Bewegung mitmacht. Im Außenbereich hingegen kommen Produkte aus Gore-Tex-Laminat zum Einsatz, da sie winddicht, wasserdicht und atmungsaktiv sind. Für Aufgaben mit repräsentativer Wirkung steht eine spezielle Businesslinie zur Verfügung.

Der Mietservice-Anbieter Boco ist ebenfalls breit aufgestellt. Mit dem Sortiment FashionLine, einem Baukastensystem, können sich Gebäudereiniger ihre Bekleidungslösung individuell zusammenstellen. Kollektionsbestandteile wie Bundhosen, Kittel oder Kasacks sind in vielen verschiedenen Farben und Mustern erhältlich und lassen sich dadurch in das Design jedes einzelnen Betriebes integrieren. Weitere Sortimente bilden die Bedürfnisse von Technikern, Pflegern der Außenanlagen und dem Werkschutz ab. Wetterschutz- und Warnkleidung gehören ebenfalls zum Angebot. Für Empfangs- oder Sicherheitsdienste oder im Catering bietet das Unternehmen ein Businessoutfit in Schwarz, Anthrazit oder Marine an. Eine eigene Businesskollektion für Facility Manager hat auch Greiff aus Bamberg, deren Kollektion ausschließlich im Handel erhältlich ist, entwickelt. Das Unternehmen verarbeitet waschbare Woll-Polyester-Gewebe, die strapazierfähig sind und gleichzeitig dank einer hochwertigen Ausrüstung gegen Verschmutzung und Wasser schützen. Dadurch erhalten die dreiteiligen Anzüge und Kostüme der Linien Basic und Premium nach Unternehmensangaben einen hohen Tragekomfort, eine lange Haltbarkeit, eine tadellose Optik und einen sehr guten Sitz.

Da Berufskleidung hohen Belastungen ausgesetzt ist, werden bei der Fertigung besondere Maßstäbe gesetzt. Initial Textilservice mit Sitz in Lingen verarbeitet etwa ein hochwertiges und strapazierfähiges Gewebe aus Polyester und Baumwolle mit geprüften und zertifizierten Farbechtheitswerten und einer knitterresistenten Ausrüstung. Auch die Reißfestigkeit, die Scheuerfestigkeit und die Einlaufwerte des Gewebes entsprechen den besonderen Anforderungen, die bei Gebrauch und Pflege der Kleidung gelten. Die Verarbeitung der Kollektion erfolgt durch Saftynähte, die ein Weiterreißen der Nähte verhindern, gleichzeitig jedoch die Stabilität von Kappnähten aufweisen und sich bei der Pflege der Kleidung nicht verziehen. Außerdem sind alle Zutaten, vom Reißverschluss bis zum Druckknopf, auf ihre Wasch- und Trockenbeständigkeit geprüft. Durch die Einhaltung dieser Standards können Mietservice-Anbieter wie auch Konfektionäre garantieren, dass Berufskleidung tatsächlich den täglichen Anforderungen im Beruf standhält.

Dipl.-Ing. Sabine Anton-Katzenbach