
Aktionstag für gesunde Haut
-Oft beginnt es mit einer kleinen schuppigen Veränderung der Haut und mündet in Ekzemen, mit blutigen Rissen und chronisch juckenden Stellen. 44 Prozent aller bestätigten Berufskrankheiten sind Hauterkrankungen, viele Betroffene müssen deswegen ihren Beruf wechseln. In der Bauwirtschaft sind Hauterkrankungen bei jungen Erwerbstätigen zwischen 15 und 25 Jahren sogar die häufigste bestätigte Berufskrankheit. Um Hautkrankheiten vorzubeugen, demonstrierte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) im September in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte der Gebäudereinigerinnung Chemnitz/Dresden im Freistaat Sachsen auf Einladung von Innungsgeschäftsführer Hans-Joachim Fust vor Auszubildenden des dritten Lehrjahres, wie man sich gegen Hauterkrankungen schützen kann. Der Aktionstag war einer der Höhepunkte im Rahmen der laufenden Kampagne „Deine Haut. Die wichtigsten 2 m2 Deines Lebens“ der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen im Innungsgebiet.
Hauterkrankungen treten bei vielen Berufsgruppen der Bauwirtschaft auf und erscheinen als Rötungen, Bläschen oder Ekzeme. In der Gebäudereinigung wird dies durch Mittel mit saurer oder alkalischer Wirkung, organische Löse- oder Desinfektionsmittel ausgelöst. Für die Betroffenen sind Schmerzen, unattraktives Aussehen sowie Einbußen der Lebensqualität im Beruf und in der Freizeit die Folge. In vielen Fällen sind die Hautschäden so groß, dass die Beschäftigten ihre Berufstätigkeit aufgeben und umgeschult werden müssen. Eine Besserung sei nur in Sicht, wenn sich das Verhalten vieler Beschäftigter ändere, so Dr. Katja Witzel vom Arbeitsmedizinischen Dienst der BG Bau in Dresden. Der Hand- und Hautschutz müsse dabei auf den jeweiligen Arbeitsstoff abgestimmt werden.
Auch aus finanziellen Gründen sei das Vorbeugen wichtig, denn Hautkrankheiten seien teuer, ergänzte ihr Kollege Volker Röllig, Mitarbeiter der Abteilung Prävention. Allein die BG Bau habe im Jahr 2007 über 21 Millionen Euro für Heilbehandlungen, berufliche Rehabilitation, Renten und Abfindungen gezahlt. In den Jahren zwischen 1998 und 2007 habe sie dafür insgesamt 269 Millionen Euro aufgebracht. Die Tendenz sei sogar steigend. So sei die Zahl der bestätigten Berufskrankheiten seit dem Vorjahr um mehr als zehn Prozent angestiegen. Dieser Entwicklung wollten die gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen mit ihrer Kampagne „Deine Haut. Die wichtigsten 2 m2 Deines Lebens“ entgegenwirken.