Absatz von Reinigungsrobotern steigt

Die International Federation of Robotics (IFR) hat ihre neusten Zahlen zum weltweiten Markt der professionellen Servicerobotik veröffentlicht. Im Segment Reinigungsroboter konnte demnach im Jahr 2023 ein Wachstum von vier Prozent verzeichnet werden.

Bodenreinigung per Roboter
Unter anderem der Fachkräftemangel in der Branche führt zu einem vermehrten Einsatz von Reinigungsrobotern. - © rationell reinigen

Aus dem aktuellen Jahresreport „World Robotics – Service Robots 2024“ der IFR geht hervor, dass im vergangenen Jahr über alle Marktsegmente weltweit mehr als 205.000 professionelle Serviceroboter verkauft wurden, was einer Steigerung von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Rund 80 Prozent des gesamten Marktvolumens stammte dabei mit 162.284 Einheiten aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Es folgen Europa mit 33.918 und der amerikanische Kontinent mit 8.927 verkauften Einheiten.

Top-Anwendungsgebiete für Serviceroboter

Gut jeder zweite professionelle Serviceroboter wurde 2023 für den Einsatz in Transport und Logistik verkauft. Mit fast 113.000 Einheiten stieg der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent. Die Robotertypen in dieser Klasse reichen von automatisierten konventionellen Fahrzeugen wie Gabelstaplern oder Traktoren bis hin zu kundenspezifischen Lösungen, oft mit wetterfesten Umhausungen für die zu transportierenden Güter.

Auch Roboter im Hotel- und Gastgewerbe werden mit mehr als 54.000 verkauften Einheiten (plus 31 Prozent) immer beliebter. Roboter in dieser Kategorie werden in erster Linie als mobile Assistenten für Informationen und Telepräsenz eingesetzt. Der Sektor entwickelt sich rapide weiter. Insbesondere Anwendungen wie die Zubereitung von Speisen und Getränken sowie Leit- und Informationsstellen im öffentlichen Raum profitieren von dieser Dynamik.

In der Landwirtschaft spielt die Robotik mit mehr als 20.000 verkauften Einheiten (plus 21 Prozent) ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Fachkräftemangel als Folge des demografischen Wandels und die Nachfrage nach einer nachhaltigeren Präzisionslandwirtschaft machen Serviceroboter auf diesem Markt zu einem wichtigen Akteur.

Die Nachfrage nach professionellen Reinigungsrobotern schließlich stieg um vier Prozent auf knapp 12.000 verkaufte Einheiten. Hauptanwendung in dieser Gruppe ist die Bodenreinigung, die etwa 70 Prozent des Marktes in dieser Anwendungsgruppe ausmacht.

Medizinroboter führt das Jahrbuch World Robotics 2024 als dritte Kategorie neben Servicerobotern und Industrierobotern und folgt damit den Vorgaben der ISO-Norm. Ihr Absatz stieg im Jahr 2023 um 36 Prozent auf rund 6.100 Einheiten. Der Verkauf von Rehabilitations- und nicht-invasiven Therapierobotern legte um 128 Prozent zu. Die Nachfrage nach Operationsrobotern wuchs im Jahr 2023 um vier Prozent und der Absatz von Robotern für die Diagnostik um 25 Prozent.

Top 3 Länder der Anbieter von Service- und Medizinrobotern

In den USA sind weltweit die meisten Hersteller von Service- und Medizinrobotern angesiedelt: 199 Unternehmen haben dort ihren Hauptsitz. 66 Prozent dieser Hersteller produzieren professionelle Service-Roboter, 27 Prozent Serviceroboter für die private Nutzung und zwölf Prozent Medizinroboter.

China liegt mit insgesamt 107 Herstellern von Service- und Medizinrobotern an zweiter Stelle. Der Anteil der Unternehmen, die professionelle Serviceroboter anbieten, ist mit 80 Prozenz sogar noch größer als in den USA. Insgesamt 34 Prozent der Unternehmen bieten Serviceroboter für die private Nutzung und nur fünf Prozent bieten Medizinroboter an.

Deutschland rangiert mit 83 Unternehmen an dritter Stelle. Wie in China ist auch hier der Anteil der Hersteller professioneller Serviceroboter mit 79 Prozent sehr hoch. Insgesamt 17 Prozent bieten Serviceroboter für die private Nutzung und zwölf Prozent bieten Medizinroboter an.

Aufgeschlüsselt nach Regionen sind die meisten Hersteller von Service- und Medizinrobotern in Europa ansässig: der Weltmarktanteil liegt bei 44 Prozent. Asien folgt mit 29 Prozent und Amerika mit 25 Prozent.

Insgesamt 298 Unternehmen befragt

Bei den Marktdaten im Report „World Robotics Service Robots 2024“ handelt es sich, wie die IFR betont, um Stichprobendaten. Die Daten seien nicht auf die gesamte Branche hochgerechnet, die Zusammensetzung der Stichprobe variiere jedes Jahr. Alle Zahlen aus dem aktuellen Jahresbericht basieren auf der Befragung von 298 Unternehmen. Erstellt wurde die Studie gemeinsam mit Robotikexperten des Fraunhofer IPA, Stuttgart.

Die International Federation of Robotics vertritt nationale Roboterverbände, Bildungseinrichtungen sowie Roboterhersteller aus mehr als zwanzig Ländern. Sie wurde 1987 als nicht gewinnorientierte Organisation gegründet. /GH