Zwei Verfahren, zwei zentrale Konzepte: Während die Abfallreduzierung auf das Vermeiden und Verringern der Müllmenge ausgerichtet ist, geht es beim Abfallmanagement darum, unausweichlich entstehenden Müll effektiv und ressourceneffizient zu handhaben. Drei Gebäudedienstleister beleuchten das Thema praxisnah aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Mit dem Wandel von der Beseitigungs- zur Kreislaufwirtschaft hat sich in der Abfallbewirtschaftung in den vergangenen Jahrzehnten ein bedeutender Paradigmenwechsel vollzogen. Die zirkuläre Wirtschaft, so eine weitere Begrifflichkeit, bei der Erzeugung und umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen sicherzustellen, ist laut Umweltbundesamt das erklärte abfallpolitische Ziel.
Um vorrangig dafür zu sorgen, dass Abfall erst gar nicht entsteht, basiert die in § 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) geregelte fünfstufige Abfallhierarchie auf folgender Strategie: Abfall vermeiden, zur Wiederverwendung vorbereiten, recyceln, auf sonstige Weise – zum Beispiel energetisch – verwerten oder beseitigen.
Neben der Verringerung der Abfallmenge spielt dabei die Förderung von Umwelt- und Klimaschutz sowie Ressourceneffizienz eine wesentliche Rolle. Das gelingt oftmals nicht mithilfe einzelner Maßnahmen, sondern durch das Zusammenwirken verschiedener, sich gegenseitig unterstützender und ergänzender Instrumente, wie drei Praktiker anschaulich vermitteln.
Stellenwert des Themas im Unternehmen
"Abfallreduzierung und -management sind für uns essenzielle Themen, die wir in unseren Betriebsabläufen umsetzen", hebt Marco Kante, Geschäftsführer der Hans Merbeck Gebäudereinigung, Köln, hervor. Ziel sei es, Ressourcen zu schonen und nachhaltige Lösungen in den hauseigenen Arbeitsprozessen zu verankern. Ein wichtiger Ansatz sei der Einsatz von wiederverwendbaren Materialien statt Einwegprodukten. "Zu nennen sind hier unsere waschbaren, mehrfach verwendbaren Müllsäcke aus Polyester, die wir beispielsweise in der Koelnmesse nutzen", sagt Marco Kante. Der Verbrauch von herkömmlichen Einwegplastiksäcken werde deutlich reduziert. "Die Reinigung der Müllsäcke übernehmen wir selbst mit unseren Industriewaschmaschinen", berichtet Marco Kante. Zudem seien neue Waschmaschinen angeschafft worden, die nicht nur Energie und Wasser sparten, sondern auch über einen Feinpartikelfilter verfügten, um das Einbringen von Mikroplastik ins Abwasser zu verhindern.
"Und wir setzen verstärkt auf Mehrwegreinigungsmaterialien wie wiederverwendbare Wischbezüge und Mikrofasertücher, um den Einsatz von Wegwerfprodukten zu minimieren." Auch beim Einsatz von Reinigungsmitteln bevorzuge sein Unternehmen recycelbare Flaschen und Konzentrate statt Fertigprodukte, um Plastikabfälle zu vermeiden. Dies reduziere nicht nur den Verpackungsmüll, sondern verringere auch das Transportvolumen und damit den CO2-Ausstoß. "Gleichzeitig achten wir darauf, dass unsere Reinigungsmittel umweltfreundlich sind und möglichst biologisch abbaubare Inhaltsstoffe enthalten."
"Bei der Lieblang Gruppe betrachten wir Nachhaltigkeit ganzheitlich und stellen Facility Services, die konform mit den Kriterien Environmental, Social und Governance (ESG, steht für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) sind, immer stärker in den Mittelpunkt. Ein zirkuläres Abfallmanagement nach dem Paradigma vermeiden, reduzieren, zurückführen, kompensieren ist ein wichtiger Bestandteil davon", unterstreicht Marius Gross, Geschäftsführer der Lieblang Dienstleistungsgruppe Management, Mannheim. "Mit jahrzehntelanger Expertise beraten wir unsere Kunden zudem in vor- und nachgelagerten Prozessen, denn eine nachhaltige Gebäudebewirtschaftung basiert auf einer zukunftsfähigen Infrastruktur." Wo diese unveränderbar sei, entwickele sein Unternehmen ebenfalls innovative Konzepte für die Unterhaltsreinigung, welche die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kunden mit zeitgemäßen Lösungen verknüpften.
"Auch für uns sind Abfallreduzierung und -management zentrale Themen der Gebäudereinigung. Unser grundlegendes Ziel dabei ist es, alle unsere Praktiken nachhaltig und ressourcenschonend auszurichten", ergänzt Emine Akyün, Leiterin Einkauf bei der Wisag Gebäudereinigung Holding, Frankfurt/Main. Ein wichtiger erster Schritt für ein effizientes Abfallmanagement sei es zunächst, den entstehenden Abfall zu erfassen. "Dazu gehören der Abfall an unseren eigenen Standorten, der Abfall, der durch unsere Reinigungsdienstleistungen beim Kunden entsteht, und schließlich der Abfall unserer Kunden selbst." Sobald Prozesse für das Erfassen sowie das ordnungsgemäße Sortieren und Entsorgen eingeführt seien, gehe es ans Wesentliche: das Reduzieren. "Denn wenn wir Abfall erst gar nicht entstehen lassen, schonen wir Ressourcen – ein Ziel, das wir gemeinsam mit unseren Kunden erreichen wollen."
Hebel zur praktischen Umsetzung
"Unsere gesamte Beschaffung richtet sich nach ESG-Kriterien und zielt auf eine hohe Wiederverwertungsquote ab, sogar im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik. Dadurch reduzieren wir unseren CO2-Fußabdruck sowie den unserer Kunden“, verdeutlicht Marius Gross. Wo Abfälle weder vermieden noch reduziert werden könnten, seien Trennsysteme ein wichtiger Hebel – auch im öffentlichen Bereich. So seien bei der Bundesgartenschau 2023 in Mannheim mit dem Leitthema Nachhaltigkeit beispielsweise smarte Trennbehälter für drei Abfallströme installiert worden. "Für den Transport zu den Containern nutzten wir elektrifizierte Lastenräder und einen E-Transporter. Die Fraktionen wurden anschließend sortenrein verarbeitet und als Sekundärrohstoffe für neue Produkte verwendet." Für Marius Gross ist neben der Infrastruktur die Benutzerakzeptanz entscheidend und muss konzeptionell durchdacht und geplant werden.
"Wir setzen auf verschiedene Hebel, um Abfall zu reduzieren und effizient zu managen – von nachhaltigem Einkauf bis hin zu smarten Abfalllösungen", schließt Emine Akyün an. Hier ein paar Beispiele: "Im Einkauf prüfen wir alle Materialien und Maschinen, die beim Kunden zum Einsatz kommen, auf ihre Kreislauffähigkeit. Neue Lieferanten müssen kreislauffähige Produkte anbieten. Mit bestehenden Partnern arbeiten wir an Lösungen, um unsere Produkte kreislauffähig zu machen." So werde ein Großteil der leeren Flaschen und Kanister von Reinigungsmitteln nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip über den Gelben Sack zurück an den Hersteller geschickt. Dieser reinigt sie, verarbeitet sie zu Granulat und verarbeitet dieses anschließend zu neuen Flaschen und Kanistern.
"Große Reinigungsmaschinen wie Kehr- und Scheuersaugmaschinen mieten wir überwiegend. So passen sie immer zum jeweiligen Auftrag", ergänzt Emine Akyün. Ändere sich der Bedarf, müsse keine neue Maschine gekauft werden, und Maschinen, die nicht mehr gebraucht werden, landeten nicht im Keller. Durch die regelmäßige Wartung und Reparatur durch den Hersteller seien die Mietmaschinen insgesamt länger im Einsatz und würden nicht gleich bei einem Defekt entsorgt. "Überdies unterstützen wir das Recycling von Papierhandtüchern. Dazu sammeln wir gebrauchte Tücher aus Waschräumen separat und lassen sie vom Hersteller zu neuen Hygienepapieren verarbeiten. Was die modularen Reinigungswagen betrifft, seien diese flexibel anpassbar: "Geht ein Behälter kaputt, tauschen wir ihn einfach aus, statt den gesamten Wagen zu ersetzen. Und bei erhöhtem Reinigungsbedarf kann der Wagen erweitert werden, um mehr Reinigungsutensilien zu transportieren", veranschaulicht Emine Akyün.
"Im Übrigen haben wir bei der Wisag eine Müllsammelstation mit Sensoren entwickelt, die den Füllstand der einzelnen Behälter messen. Modular aufgebaut, kann die Station je nach Kundenwunsch zusammengestellt werden." Durch die zentrale Abfallsammelstelle entfielen Mülleimer in jedem Raum, und die Abfalltrennung werde verbessert. Ein Dashboard informiere in Echtzeit über den Füllstand der Behälter und ermögliche so eine bedarfsgerechte Leerung. "Den Verbrauch von Einwegmüllsäcken reduzieren wir durch den Einsatz wiederverwendbarer Müllsäcke aus Nylon in den Papier- und Plastikbehältern", verdeutlicht Emine Akyün. "Bei starker Verschmutzung können diese Säcke bei 60 Grad Celsius gewaschen werden."
"Unser Ziel ist es, in unseren Arbeitsprozessen Müll zu vermeiden, Ressourcen effizient zu nutzen und umweltfreundliche Lösungen zu etablieren. Dafür setzen wir auf verschiedene Instrumente", fährt Marco Kante fort. Ein entscheidender Hebel, um Müll entgegenzuwirken, sei die Digitalisierung. "So haben wir in der Koelnmesse digitale Lieferscheine eingeführt. Dies spart nicht nur große Mengen an Papier ein, sondern macht auch unsere Prozesse effizienter und umweltfreundlicher", erläutert Marco Kante. Intern werde ebenfalls verstärkt auf digitale Dokumentationen, Protokolle und Abrechnungen gesetzt, um den Papierverbrauch weiter zu reduzieren.
Ein weiteres zentrales Element der Nachhaltigkeitsstrategie seien die effiziente Mülltrennung und das Recycling. "Wir sorgen dafür, Abfälle konsequent zu trennen, um Wertstoffe wieder bestmöglich in den Kreislauf zu bringen. Wann immer möglich, versuchen wir Materialien mehrfach zu nutzen, bevor sie entsorgt werden", ergänzt Kante. Defekte Geräte würden – wenn möglich und noch tauglich – immer repariert statt entsorgt. Neben praktischen Maßnahmen wie etwa Dosierhilfen bei Reinigungsmitteln, um Überdosierungen zu vermeiden, lege man zudem großen Wert auf Sensibilisierung und Schulung im nachhaltigen Umgang mit Materialien und Ressourcen, um adäquates Verhalten fest im Arbeitsalltag zu verankern. "Zudem sensibilisieren wir unser Team und unsere Partner für die Bedeutung umweltbewussten Handelns, um langfristig eine ressourcenschonende Arbeitsweise in unserem Unternehmen zu etablieren", führt Marco Kante aus.
Die Treiber hinter der Entwicklung
Die Lünendonk-Studie Facility Services 2024 zeige, so Marius Gross, dass ESG-konforme Services zum Marktwachstum beitrügen. "Unsere Treiber sind deshalb sowohl die Nachfrage als auch unsere Unternehmensstrategie, die Nachhaltigkeit als klares Ziel vorgibt. Als professioneller Gebäudedienstleister sehen wir es als unsere Verantwortung, unsere Kunden zu beraten, ungenutzte Potenziale aufzuzeigen und innovative Lösungen zu entwickeln." Dazu würde jede Möglichkeit für neue Erkenntnisse genutzt, etwa im hauseigenen Dienstleistungslabor, "wo wir Prozesse analysieren, Systeme testen und Daten auswerten".
Das Thema Abfallreduzierung und nachhaltiges Abfallmanagement werde intern wie auch extern vorangetrieben. "Intern sind wir als Unternehmen dabei, nachhaltige Lösungen in unsere Arbeitsprozesse zu integrieren. Wir setzen uns dafür ein, umweltfreundliche Maßnahmen zu etablieren und kontinuierlich zu verbessern", schließt Marco Kante an. "Extern haben auch unsere Kunden und Partner zunehmend hohe Erwartungen an nachhaltige Lösungen." Besonders Unternehmen und Veranstalter wie die Koelnmesse legten großen Wert auf ressourcenschonende und umweltfreundliche Dienstleistungen. "Ihre Anforderungen treiben unsere Entwicklung in diesem Bereich weiter voran." Sie bauten auf effiziente, nachhaltige Reinigungsmethoden, digitale Prozesse zur Müllvermeidung und innovative Lösungen wie waschbare Müllsäcke, Reinigungsmittel in wiederverwertbaren Flaschen oder Robotik, die im eigenen Unternehmen gerade getestet würden.
"Abfall reduzieren und effizient managen ist nur im Zusammenspiel zwischen unseren Kunden und uns möglich. Als wertegeleitetes Familienunternehmen haben wir selbst den Anspruch, unsere Dienstleistungen stetig nachhaltiger zu gestalten und unsere Treibhausgasemissionen zu senken. Gleichzeitig brauchen wir Kunden, die diesen Weg mit uns gehen und nachhaltige Lösungen mittragen", bezieht Emine Akyün Stellung. Und genau das passiere: Immer mehr Kunden fragten schon in der Ausschreibung gezielt nach umweltfreundlichen Konzepten und Maßnahmen zur Abfallreduzierung.
Positionierung der Kunden – auch in puncto Kosten
"Die Offenheit unserer Kunden gegenüber nachhaltigem Abfallmanagement wächst, insbesondere bei Unternehmen mit einem starken Nachhaltigkeitsfokus", fährt Marco Kante fort. Während einige bereit seien, höhere Kosten für umweltfreundliche Lösungen zu tragen, erwarteten andere, dass diese wirtschaftlich vertretbar bleiben. Viele Kunden suchten einen Mittelweg und bevorzugten nachhaltige Maßnahmen, die langfristig auch wirtschaftliche Vorteile böten.
Die Kunden der Wisag stünden dem Thema grundsätzlich sehr aufgeschlossen gegenüber. "Letztlich müssen ökologische Maßnahmen aber auch ökonomisch vertretbar sein. Investitionskosten – etwa für unsere sensorgestützten Müllsammelstationen oder für hochwertigere, nachhaltige Müllsäcke aus recycelter LDPE-Folie oder wiederverwendbare Nylonsäcke – holen unsere Kunden durch niedrigere Abfallgebühren dank besserer Mülltrennung und weniger Einwegmüllsäcken wieder rein", weiß Emine Akyün aus Erfahrung.
"Entstehen denn Mehrkosten?", diese Frage stellt Marius Gross in den Raum. Aufpreise bei der Beschaffung oder notwendige Investitionen auf der einen Seite ließen sich durch Einsparungen auf der anderen Seite, zum Beispiel bei den Verbräuchen, kompensieren. "Das hängt von der Ist-Situation beim Kunden, seinen Zielen und dem Gesamtpaket ab." Bereits bei den Hygienesystemen, dem Maschinenpark und den Verbrauchsmaterialien gebe es zahlreiche Stellschrauben. Weitere Möglichkeiten böten die Orchestrierung intelligenter Planungssysteme, eine optimale Personaleinsatzplanung und der Einsatz von Robotik. "Wie unsere Erfahrung zeigt, sind viele Unternehmen für effiziente und nachhaltige Lösungen sehr offen", sagt Gross.
Weitere Optimierungsansätze für die Zukunft
Ein zentraler Schritt in Richtung Optimierung sei die Einbindung des Abfallmanagements in eine umfassende Nachhaltigkeitsmanagementsoftware. "Durch eine digitale Erfassung und Analyse von Abfalldaten können wir Müllmengen transparenter machen, Optimierungspotenziale identifizieren und gezielt Maßnahmen zur Reduzierung einleiten", legt Marco Kante dar. Dies ermögliche eine datenbasierte Steuerung, um Ressourcen effizienter einzusetzen und Abfallströme besser zu kontrollieren. Ein weiterer wichtiger Zukunftstrend sei der Einsatz von KI-gestützten Systemen und Robotik zur intelligenten Trennung und Verwertung des Abfalls. Smarte Systeme könnten Müll in Echtzeit analysieren und automatisch sortieren. "In großen Objekten oder Messehallen könnten autonome Roboter eingesetzt werden, um Abfälle effizienter zu sammeln, zu transportieren und zu trennen", sagt Marco Kante.
"Jedoch bleibt der beste Ansatz", hier stimmt Marco Kante mit Emine Akyün überein, "Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen, statt ihn später zu managen." Diesbezüglich sei vor allem die Industrie gefordert, vermehrt auf nachhaltige Lösungen wie Pfandverpackungen, Mehrwegsysteme oder biologisch abbaubare Materialien zu setzen. "Um diese Innovationen erfolgreich umzusetzen, braucht es eine enge Zusammenarbeit mit Technologiepartnern und Softwareentwicklern – mit dem Ziel, maßgeschneiderte Lösungen für die Gebäudereinigungsbranche zu entwickeln", ist Marco Kante überzeugt. Zudem sei es wichtig, Mitarbeiter auf den Umgang mit neuen Technologien zu schulen, um die Vorteile digitaler Systeme voll ausschöpfen zu können. Langfristig werde, so Kante, ein smarteres, digital gesteuertes Abfallmanagement nicht nur zur Müllreduktion beitragen, sondern auch die Prozesse effizienter gestalten, Kosten senken und die Umwelt weiter entlasten.
"Um dem übergeordneten Ziel des Klimaschutzes gerecht zu werden, muss unsere Branche lernen, out of the box und in partnerschaftlichen Lösungen zu denken. Bei Lieblang decken wir mit einem innovativen Konzept, im Schulterschluss mit namhaften Partnern, die gesamte Prozesskette der Unterhaltsreinigung und peripheren Gewerke ab", bekräftigt Marius Gross. "Der Green Deal Circle zielt darauf ab, jeden einzelnen Prozess so nachhaltig wie möglich zu gestalten, um ein wirtschaftliches Facility Management zu unterstützen." Das Konzept sei so flexibel und skalierbar, dass sich zusätzliche Gewerke und weitere Partner, abhängig vom Bedarf, leicht integrieren ließen.
Eine noch engere Zusammenarbeit von Recyclingunternehmen und Lieferanten könne, so Emine Akyün, helfen, das Abfallmanagement weiter zu verbessern, "zum Beispiel durch gemeinsame Programme, bei denen Produkte oder Materialien, die derzeit noch nicht recycelbar sind, nach Gebrauch zurückgegeben und wiederverwendet oder recycelt werden". So ließen sich deutlich mehr Materialien aus der Reinigung in den Kreislauf zurückbringen. Abschließend nimmt auch Emine Akyün die Digitalisierung in den Blick: "Ein weiteres großes Potenzial liegt meiner Ansicht nach in der digitalen Erfassung von Abfalldaten. Wir arbeiten bereits an der Weiterentwicklung des Dash-boards unserer Müllsammelstationen. Damit sollen unsere Kunden genau sehen können, wie viel (Rest-)Müll sie eingespart haben." Diese Daten ließen sich dann direkt für die Nachhaltigkeitsberichterstattung nutzen.
Kreislaufwirtschaft zahlt sich ökonomisch und ökologisch aus
Fazit: Weniger Verpackungsmüll bedeutet weniger Ressourcenverbrauch, reduziert die Notwendigkeit aufwendiger Recycling- oder Entsorgungsprozesse und verringert letztlich den CO2-Fußabdruck auf Dienstleister- wie auf Kundenseite. Über innovative, smarte Lösungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft, zum Beispiel mithilfe eines digital gesteuerten Abfallmanagements, KI-gestützter Systeme und autonomer Robotik, lassen sich Recyclingquoten erhöhen und zugleich Restmüll minimieren. Kreislaufwirtschaft zahlt sich laut Bundesumweltministerium nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch aus: In Deutschland hat sie sich inzwischen zu einem großen und leistungsstarken Wirtschaftssektor entwickelt – mit einem Umsatz, Stand 2023, von rund 80 Milliarden Euro jährlich.
Simone Bittner-Posavec, Maintext | markus.targiel@holzmann-medien.de