Zu ihrem ersten KleanApp-Anwendertag hatte die Softwareentwicklung Schittkowski GmbH Mitte Oktober nach Eichstätt eingeladen. Im Mittelpunkt standen digitale Abläufe in der Gebäudereinigung und die Frage, wo Künstliche Intelligenz den Betrieben Arbeit abnimmt.

Vor rund 50 Kunden, Partnern und Branchenvertretern zeichnete Geschäftsführer Dr.-Ing. Tobias Schittkowski in seiner Eröffnungskeynote zunächst den Weg von KleanApp nach. Die Software startete 2015 mit digitalen Qualitätskontrollen und deckt heute unter anderem Objektmanagement, Einsatzplanung, Zeiterfassung, Qualitätsmanagement, Personalprozesse, Lohnvorbereitung und Abrechnung ab. Seit März 2026 gehört die Softwareentwicklung Schittkowski GmbH mit ihren rund 20 Beschäftigten zur Zvoove Group.
Wo es in den Reinigungsbetrieben hakt, zeigte eine Umfrage im Saal. Auf die Frage, was im Arbeitsalltag am meisten Zeit kostet, entfielen knapp 24 Prozent der Antworten auf das Finden und Einarbeiten von Personal. Zeiterfassung und Lohnvorbereitung sowie die Weitergabe von Informationen folgten mit jeweils rund 22 Prozent, Leistungsnachweise und Abrechnung mit 18 Prozent.
Wie sich diese Zeitfresser verringern lassen, zeigten die anschließenden Vorträge und Live-Demonstrationen. Themen waren der Weg von der erbrachten Leistung zum digitalen Arbeitsschein, Lohnvorbereitung mit Datev-Anbindung und der digitale Objektordner. Über das neue Kundenportal erhalten Auftraggeber außerdem Einblick in dokumentierte Leistungen, Kontrollen, Termine und Tickets.
Ein konkretes Praxisbeispiel steuerte Miele Professional bei. Martin Göke, Digital Sales and Business Development Manager, stellte Miele Move Clean+ vor, eine auf KleanApp basierende Lösung für digital gesteuerte Reinigungsprozesse insbesondere in Pflegeeinrichtungen. Sie soll die Zusammenarbeit zwischen Reinigung, Pflege, Küche und Haustechnik erleichtern und Aufgaben, Mängel, Qualitätskontrollen und Nachweise an einem Ort zusammenführen. Das Thema, das in der Umfrage vorn lag, stand schließlich im Mittelpunkt einer Podiumsrunde mit Thorsten Kohn von Sarikohn und Carsten Will von MyTutorial: Recruiting und die Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
KI als nächster Entwicklungsschritt
Nicht zuletzt durfte das Thema Künstliche Intelligenz (KI) auf einer Software-Veranstaltung nicht fehlen. KI unterstützt in KleanApp bereits beim Auslesen von Raumbüchern, beim Ausfüllen von Formularen anhand von Fotos sowie bei der Prüfung und Zusammenfassung von Arbeitszeiten. Als nächsten Schritt stellte Tobias Schittkowski einen MCP-Server vor, der aktuell ausgerollt wird. Über diese standardisierte Schnittstelle sollen KI-Assistenten kontrolliert auf Informationen in KleanApp zugreifen und künftig auch komplexere Arbeitsabläufe anstoßen. "Damit entwickeln wir KleanApp vom klassischen ERP-System zum intelligenten Assistenten für die Gebäudedienstleistung – sicher, datenschutzkonform und zukunftsorientiert", so Schittkowski.
Eine Rathausturmführung und ein gemeinsames Abendessen rundeten das Programm des ersten KleanApp-Anwendertages ab. /GH
