Sicherheitsdienstleister setzen zunehmend auf KI

Künstliche Intelligenz hält auch in die Sicherheitsbranche Einzug – sowohl zur Optimierung interner Prozesse als auch im operativen Einsatz. Details nennt eine aktuelle Studie zum Thema "Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland".

Künstliche Intelligenz dürfte in Zukunft zum Standardbestandteil von Sicherheitsleistungen werden. - © stock.adobe.com – Gorodenkoff

Für die Studie von Lünendonk wurden 50 Unternehmen befragt. 86 Prozent davon erwarten, dass Künstliche Intelligenz (KI) in den nächsten zwei bis drei Jahren zum Standardbestandteil von Sicherheitsleistungen wird. Bereits in diesem Jahr verzeichnen 40 Prozent der analysierten Unternehmen eine gelegentlich oder häufige Nachfrage nach KI-gestützten Sicherheitslösungen. Gleichzeitig erschweren die Integration von Künstlicher Intelligenz in bestehende Systeme und der Mangel an qualifizierten Beschäftigten die weitere Entwicklung der Branche.

Mit komplexeren Bedrohungslagen und steigenden Anforderungen an den Schutz kritischer Infrastrukturen, unter anderem durch das KRITIS-Dachgesetz (Kritische Infrastruktur), wächst die Verantwortung der Sicherheitswirtschaft. Gleichzeitig stagniert die Personalentwicklung nahezu: Die 50 analysierten Unternehmen beschäftigten im Jahr 2025 insgesamt 108.700 Mitarbeitende im Sicherheitsgewerbe. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Personalbestand im Durchschnitt lediglich um 0,1 Prozent an. Vor diesem Hintergrund setzen Sicherheitsdienstleister verstärkt auf Künstliche Intelligenz – sowohl zur Optimierung interner Prozesse als auch im operativen Einsatz. Zu den wichtigsten Anwendungsfeldern zählen in erster Linie die Video- und Fernüberwachung sowie der Kundenservice und die Kommunikation. 19 Prozent der analysierten Unternehmen vermarkten KI-gestützte Sicherheitsleistungen bereits am Markt.

Sicherheitsanbieter planen, Künstliche Intelligenz künftig verstärkt für Qualitätssicherung und Leistungsdisposition einzusetzen. Damit gewinnt die Technologie auch für die operative Steuerung von Sicherheitsleistungen an Bedeutung. Der breitere Einsatz ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. Dazu zählen insbesondere Datenschutz- und Compliance-Anforderungen, der Integrationsaufwand in bestehende Systeme sowie Anforderungen an die IT-Sicherheit.

"Die Digitalisierung der Sicherheitsbranche ist weit mehr als eine technologische Aufgabe. Sie erfordert auch Veränderungen in Management- und Unternehmenskultur", sagt Stefan Schubert, Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder, und fügt hinzu: "Auftraggeber und Dienstleister müssen Risiken kontinuierlich neu bewerten und zugleich bereit sein, neue Ansätze zu erproben". Offenheit und Lernbereitschaft seien zentrale Voraussetzungen, um die Transformation der privaten Sicherheitswirtschaft voranzutreiben.

Für die Lünendonk-Studie 2026 "Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland" wurden 50 Unternehmen analysiert. Sie erwirtschafteten 2025 insgesamt 6,2 Milliarden Euro Umsatz mit Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland und repräsentieren damit 44 Prozent des vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) geschätzten Marktvolumens. Umsätze mit Geld- und Wertlogistik sind dabei nicht berücksichtigt. Die Studie steht auf www.luenendonk.de kostenfrei zum Download bereit. /HH