Manuelles Reinigen: Ergonomie, Effizienz und Hygiene unter einem Hut

Ein großer Anteil der Arbeitszeit in der Gebäudereinigung entfällt auf ­manuelle ­Tätigkeiten. Die korrekte Handhabung von Arbeitsgeräten führt zu einer ­spürbar ­geringeren körperlichen Belastung. Zudem lassen sich dadurch Arbeitsabläufe ­effizienter gestalten und sehr hohe Hygienestandards sicherstellen. Daher spielt die Auswahl der richtigen Ausrüstung und Methoden eine große Rolle.

Wer mit dem Handpad arbeitet, erreicht mühelos eine sehr gute Druckverteilung und somit optimale Reinigungsergebnisse. - © Kärcher

Manuelle Reinigungsmethoden sind für viele Anforderungen die passende Lösung. So ist auf kleinen, vollgestellten Flächen, in schwer zugänglichen Bereichen oder in Umgebungen mit vielen Oberflächen nur die manuelle Reinigung sinnvoll. Auch das sogenannte Critical Touchpoint Treatment, also die Reinigung oder Desinfektion von häufig genutzten Flächen wie Türklinken oder Empfangsschaltern, wird manuell durchgeführt. Gleiches gilt für sensible Bereiche wie Sanitäranlagen oder Küchen, in denen nur eine sorgfältige Reinigung die hohen Hygienebedürfnisse adres­sieren kann.

Ein weiterer Aspekt, der für manuelles Arbeiten spricht, ist die schnelle Einsatzbereitschaft. Überall dort, wo die Rüstzeiten für Maschinen länger sind als die tatsächliche Arbeitszeit, ist die manuelle Reinigung zu bevorzugen. Ein weiterer Vorteil manueller Arbeitsgeräte ist, dass sie komplett unabhängig von der Stromversorgung sind, was je nach örtlichen Gegebenheiten ebenfalls wichtig sein kann.

Damit es leichter geht

Eine ergonomische Arbeitsweise und -haltung hat einen wesentlichen Einfluss auf die körperliche Gesundheit von Reinigungskräften, vor allem bei der manuellen Reinigung. So hat in Deutschland unter anderem die BG BAU in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsschutz (IFA) ermittelt, welche Auswirkungen die falsche Einstellung von Teleskop-Moppstangen auf die Belastung und Haltung hat. Eine zu lang eingestellte Stange vergrößert den Abstand zwischen Mopphalter und Füßen, weshalb die Wischbewegungen ausladender werden und mehr Kraft als nötig aufgewendet werden muss. Ein zu kurz eingestellter Stiel führt zu einer stärkeren Vorneigung des Oberkörpers und zu einer unnötigen Belastung der ­Lendenwirbelsäule.

Dieses kleine Beispiel unterstreicht die Bedeutung von Ergonomie im Arbeitsalltag. Neben der zur Körpergröße passenden Einstellung der Moppstange gibt es weitere Aspekte, die beachtet werden können. Beispielsweise sind Varianten am Markt erhältlich, die über ergonomische Drehgriffe an der Stange sowie einen Halter mit Gelenk verfügen. Diese Kombination ermöglicht eine flüssige S-Bewegung aus dem Handgelenk heraus, was den Wischmopp besonders leichtgängig macht. Beim Bodenwischen reduziert sie die Belastung im Handgelenk um bis zu 75 Prozent. Lösungen, die das Beugen vermeiden, mindern die körperliche Belastung ebenfalls spürbar. Dazu zählen Adapter zum Wechseln von Arbeitsgeräten, die Nass- und Trockenwischen, Staubentfernung, Glasreinigung oder Spinnwebenentfernung mit einem Stiel ermöglichen. Auch gibt es Modelle, bei denen sich der Wischbezug kontaktlos wechseln lässt, was für den Anwender ein Plus an Hygiene bedeutet.

Weniger Aufwand, mehr Ergebnis

Überflüssige Wege zu vermeiden und bereits gerei­nigte Flächen oder Bereiche nicht erneut zu verschmutzen sind zwei wesentliche Aspekte, um effizient und zeitsparend zu arbeiten. Um dies zu erreichen, sollten Reinigungswagen zum Einsatz kommen, auf denen alle benötigten Arbeitsmittel sowie Reini­gungsmaschinen mitgeführt werden können. So gelingt der Wechsel zwischen manuellem und maschinellem Arbeiten ohne Zeitverlust.

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    Das Arbeiten mit farbcodierten Reinigungstüchern sorgt für eine hygienische Reinigung, da verschiedenen Bereichen unterschiedliche Farben zugeordnet sind.
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    Reinigungsmittel sollten direkt auf das Reinigungstuch gegeben und richtig dosiert werden, um Oberflächen zu schonen und Ressourcen zu sparen.
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    Eine Nassreinigung von Bodenflächen ist nicht immer vollflächig notwendig. Die punktuelle Reinigung lässt sich mit einem Spraymopp einfach durchführen.
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    Innovative Moppsysteme sorgen für eine ergonomische ­S-Bewegung und reduzieren die Belastung im Handgelenk.
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    Um Zeit und überflüssige Wege zu sparen, sollten auf dem Reinigungswagen alle Arbeitsmittel sowie Reinigungsmaschinen mitgeführt werden können.
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    Wer von oben nach unten reinigt, verhindert, dass Schmutz von oben auf bereits gereinigte Flächen weiter unten gelangt und sie erneut verschmutzt.
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    Egal, um welche Ausrüstung es geht: Die Einstellung der Griffe auf die Körpergröße ist für ergonomisches Arbeiten wesentlich.
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    In der Höhe lässt es sich dank Kurzteleskopstange ergonomisch reinigen.
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    Wer mit dem Handpad arbeitet, erreicht mühelos eine sehr gute Druckverteilung und somit optimale Reinigungsergebnisse.

Zudem gibt es verschiedene Grundregeln, die beim maschinellen wie manuellen Reinigen zu beachten sind. So wird immer vom relativ sauberen zum relativ schmutzigen Bereich hin gearbeitet, um beim Reinigen keine Verunreinigungen vom schmutzigen in den sauberen Bereich zu tragen. Handelt es sich um vertikale Flächen, so sollte von oben nach unten gereinigt werden, damit die Schmutzflotte nicht von oben in den bereits gereinigten Bereich läuft oder Staub auf die saubere Fläche herunterfällt.

Bei der Bodenreinigung gilt der Grundsatz, dass zunächst oder ausschließlich trocken gereinigt und der lose Schmutz entfernt wird. So können die Nasswisch­zyklen je nach Verschmutzungsart und -grad reduziert werden. Liegen punktuell haftende Verschmutzungen vor, kann über ein Spot Cleaning lediglich der jeweilige Bereich feucht oder nass gereinigt werden. Nur wenn es nötig ist, folgt auf die Trockenreinigung das Nasswischen, um den Boden flächendeckend von Verschmutzungen zu befreien. Wichtig ist dabei in jedem Fall, von der hinteren Seite des Raumes nach vorne zu arbeiten.

Hygiene ohne Aufwand

Damit beim Reinigen verschiedener Räume Keime nicht verschleppt werden, gibt es Methoden, die hygienisches Arbeiten erleichtern. Zunächst sind Reinigungstextilien in unterschiedlichen Farben verfügbar, wobei jeder Farbe ein bestimmter Reinigungsbereich zugeordnet ist: Rot wird für den Sanitärbereich wie das WC, Urinal und umliegende Fliesen verwendet, Gelb für den restlichen Sanitärbereich wie Waschbecken, Blau für die Oberflächen- beziehungsweise Glasreinigung in weniger sensiblen Bereichen und Grün für den Küchenbereich.

Ist Trolley gleich Trolley?

Ein Trolley soll Reinigungskräften alles zur Verfügung stellen, was sie für ihre Arbeit brauchen. Ein modularer Reinigungswagen bietet den Vorteil, dass er je nach Objekt und Reinigungsaufgabe angepasst werden kann und genügend Platz für die notwendigen manuellen Reinigungstools, Reinigungsmittel, Verbrauchsmaterialien und – falls notwendig – auch für eine Maschine wie einen Staubsauger bietet. Soll ein Trolley für ein neues Objekt genutzt werden, lassen sich modular aufge­baute Modelle zudem sehr einfach umrüsten. Wichtig für ergonomisches Arbeiten sind höhenverstellbare Griffe zum Schieben des Reinigungswagens sowie zum Beispiel Kipp­boxen, die eine einfachere Zugänglichkeit sicherstellen.

Ein weiterer Punkt, den es in hygienisch sensiblen Umgebungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen zu beachten gilt, ist der Wechsel von Mikrofasertuch beziehungsweise -wischbezug nach jedem Raum. Sind die Reinigungstextilien präpariert, also bereits mit der richtigen Menge an Reinigungsmittel getränkt, kann zügig und körperschonend gearbeitet werden, da weder ein Eimer mit Reinigungsflotte mitgeführt noch die Reinigungsflotte gewechselt werden muss.

Bei der Oberflächenreinigung ist ergänzend die Tuchfaltmethode eine gute Hilfe, um hygienisch zu arbeiten. Dabei wird das Tuch zweimal gefaltet, sodass beim Wiederauffalten acht verwendbare Seiten entstehen. Nun kann entweder jede Seite mit einem Reinigungsmittel besprüht werden, um jeweils eine Oberfläche mit einer frischen Seite abzuwischen, oder die Tücher werden mit Reinigungsmittel präpariert. In beiden Fällen wird das Tuch gegen ein neues ausgetauscht, sobald alle Seiten verwendet wurden.

Trocken, nass – aber wie?

Sollen auf Bodenflächen lose Verschmutzungen manuell entfernt werden, sollte im Gebäude auf Besen und Kehrblech verzichtet werden, da dabei sehr viel Staub aufgewirbelt wird. Zu empfehlen ist das staubbin­dende Wischen mit präparierten Staubbindetüchern oder wiederverwendbaren Staubmopps, da loser Schmutz mühelos mitgenommen wird, ohne Staub aufzuwirbeln. Für das Nasswischen gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Eimermethode, Spraymethode oder Vorkonditionierung.

Die Eimermethode ist vielen Reinigungskräften bekannt und erfordert wenig Erklärung. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass das Wasser in den Eimern regelmäßig gewechselt wird, um ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen. Für den schnellen Einsatz und für das Spot Cleaning kann mit einem sogenannten Spraymopp gearbeitet werden. In diesem Fall wird der Wischbezug über einen integrierten Wassertank per Knopfdruck befeuchtet, was weniger anstrengend und effizienter in der Handhabung ist. Wer mit vorkonditionierten Wischbezügen reinigt, bringt Ergonomie, Effizienz und Hygiene zusammen. Diese Methode gewährleistet zudem eine konstante Dosiergenauigkeit und sehr hohe hygienische Standards, da die Wischbezüge je Fläche beziehungsweise Raum nur einmal verwendet werden.

Tipps für Oberflächen und Fenster

Oft sind es Details, die die Arbeit erleichtern können, vor allem in der manuellen Reinigung. Geht es um Oberflächen, so gibt es ein paar Tipps, die hilfreich sein können. Große Konferenztische beispielsweise sind mühsam zu reinigen, wenn eine Reinigungskraft alle Flächen mit dem Arm erreichen möchte. Wer hingegen eine kurze teleskopierbare Moppstange (ein Meter) mit Mikrofaserwischbezug nutzt, kann diese Arbeit einfach und schnell erledigen und muss die Stühle nicht vorher beiseitestellen. Grundsätzlich können Handpads oder manuelle Tools mit Wischbezügen nützlich sein. Sie sind einfach in der Handhabung und eignen sich sehr gut dazu, den Druck gleichmäßig zu verteilen.

Im Umgang mit Reinigungschemie bieten Dosierstationen eine gute Unterstützung, um kontaktlos und bedarfsgenau Reinigungsmittel zu entnehmen. So können Überdosierungen und Fehlanwendungen effektiv vermieden werden. Wichtig ist auch bei der manuellen Dosierung, das Reinigungsmittel auf das Tuch zu geben, nicht auf die Oberfläche. Damit lassen sich Schäden auf der Oberfläche durch eine punktuell zu hohe Dosierung vermeiden.

Um bei der Fensterreinigung die körperliche Anstrengung zu reduzieren, zählt ebenfalls jedes Detail. Es sollten Einwascher, Abzieher und Bürste zum Einsatz kommen, die ein geringes Gewicht haben. Ist die Fensterreinigung ein zentrales Arbeitsgebiet, lohnt sich die Investition in Werkzeuge aus Aluminium. Verfügt der Einwascher über Querverstrebungen, bilden diese kleine Hohlräume, die als Wasserspeicher dienen und das Reinigungstextil mit Reinigungsflotte versorgen. Für Fenster in großer Höhe kann eine Kombilösung aus Einwascher und Abzieher zum Einsatz kommen. So muss das Arbeitsgerät an der Teleskopstange nicht gewechselt werden, da sich Einwaschen und Abziehen in einem Arbeitsgang erledigen lassen.

Prävention und Planung

Es zeigt sich, dass in der manuellen Reinigung ­viele Möglichkeiten bestehen, Reinigungskräften die Arbeit zu erleichtern und die Effizienz zu steigern. Darüber hinaus ist es wichtig, einen stimmigen Rahmen für die einzelnen Maßnahmen zu schaffen. So lohnt es sich, dafür zu sorgen, dass im Inneren des Gebäudes weniger Schmutz ankommt – Prävention durch saubere Außenbereiche und Schmutzfangmatten im Eingangsbereich helfen dabei. Außerdem sollte die Planung der Reinigungsarbeiten ergebnisorientiert erfolgen. Wer zuvor festlegt, welche Art der Verschmutzung nach erfolgter Reinigung nicht mehr vorhanden sein soll, arbeitet effizienter und erhöht die ­Kundenzufriedenheit.

Alexandra Lachner, freie Autorin, Jennifer Majcher, Kärcher | markus.targiel@holzmann-medien.de