Lünendonk-Liste 2026 veröffentlicht

Das Marktforschungsunternehmen Lünendonk hat sein jährliches Ranking der 25 führenden Anbieter von Facility Services veröffentlicht – zusammen mit einer Einschätzung der Branchenentwicklung.

Lünendonk zufolge prägen insbesondere zunehmende regulatorische Rahmenbedingungen die Bewirtschaftung von Immobilien in Deutschland. - © AREE – stock.adobe.com

Nach drei sehr wachstumsstarken Jahren kehrt die Marktentwicklung für Facility Services in Deutschland wieder auf das Niveau der Jahre 2011 bis 2019 zurück – zu diesem Fazit kommt Lünendonk in seiner diesjährigen Branchenerhebung. Demnach steigerten die 25 größten Anbieter ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um durchschnittlich 6,3 Prozent. Zum Vergleich: 2022 lag das Umsatzwachstum der Top-25-Unternehmen bei 9,3 Prozent, 2023 bei 11,8 Prozent und 2024 immerhin noch bei 7,8 Prozent.

Die Prognosen bis 2030 bleiben mit erwarteten jährlichen Wachstumsraten von 6,6 bis sieben Prozent laut Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter bei Lünendonk, "moderat". Gründe hierfür seien die angespannte Konjunktur, die damit verbundene Investitionszurückhaltung bei Sonderprojekten sowie ein steigender Preisdruck in Vergabeverfahren. Neue Wachstumsimpulse erwarten die Dienstleister aus der verschärften Regulatorik für kritische Infrastrukturen und dem damit verbundenen Bedarf an professionellen und auf Resilienz zielenden Facility Services.

Das Ranking im Detail

Apleona hat mit einem Umsatz von rund 3,23 Milliarden Euro die Drei-Milliarden-Euro-Marke überschritten (Vorjahr: 2,99 Milliarden Euro) und festigt mit einem Wachstum von über acht Prozent die Marktführerschaft. Spie Germany Switzerland Austria verteidigt mit einem geschätzten Umsatz von 2,85 Milliarden Euro (plus 7,5 Prozent) Rang zwei, wobei Lünendonk nach eigener Aussage ausschließlich Facility-Service-relevante Leistungen berücksichtigte; zum Wachstum von Spie hätten zudem die Akquisitionen der Häuser PIK und Cyqueo beigetragen.

Wisag Facility Service belegt mit einem Umsatz von 1,81 Milliarden Euro (plus 4,8 Prozent) Position drei in der aktuellen Lünendonk-Liste und bleibt mit 37.600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Branche. Auf Rang vier folgt Engie aus Köln, die 2025 einen leichten Umsatzrückgang von 0,4 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro verzeichnete. Piepenbrock steigerte den Umsatz um 6,7 Prozent und überschritt mit etwas über 1,03 Milliarden Euro erstmals die Milliardengrenze. Damit erwirtschafteten im vergangenen Geschäftsjahr fünf statt der bisherigen vier Anbieter einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.

Die sechstplatzierte Strabag Property and Facility Services näherte sich mit einem Wachstum von drei Prozent auf 963 Millionen Euro ebenfalls der Milliardenmarke. Dicht dahinter folgt Dussmann auf Rang sieben mit einem Umsatz von 950 Millionen Euro (plus 4,3 Prozent). International hat der Berliner Dienstleister mit Facility Services die Marke von drei Milliarden Euro überschritten. Die Compass Group aus Eschborn behauptete mit 881 Millionen Euro (plus 2,1 Prozent) den achten Platz. ISS Facility Service konnte den Inlandsumsatz auf 804,3 Millionen Euro steigern (plus 4,1 Prozent) und belegt Rang neun. Komplettiert werden die Top 10 von Kötter aus Essen; der Dienstleister mit Schwerpunkt auf Sicherheitsdienstleistungen erzielte 2025 einen Umsatz von 770 Millionen Euro (plus 6,6 Prozent).

Neuzugänge verändern das Verfolgerfeld

Klüh (626 Millionen Euro; plus 1,7 Prozent) und Sodexo (536 Millionen Euro; minus 0,7 Prozent) halten die Plätze elf und zwölf. Das stärkste Wachstum aller Top-25-Unternehmen verzeichnete CBRE mit 28,3 Prozent und kletterte damit mit knapp 482 Millionen Euro von Rang 15 auf 13. Neu im Ranking erscheint auf Position 14 Leadec mit einem Umsatz von 458 Millionen Euro. Der Stuttgarter Dienstleister erbringt Facility Services im industriellen Umfeld und erfüllt 2026 die Listenkriterien. Caverion fällt nach einem Umsatzrückgang von rund drei Prozent auf knapp 422 Millionen Euro auf Platz 15 zurück. Auch Vinci Energies verliert zwei Positionen und liegt mit etwas über 388 Millionen Euro (minus 1,2 Prozent) nun auf Rang 16.

Als weiterer Neuzugang platziert sich die Zech Group mit gebäudenahen Serviceumsätzen von 384 Millionen Euro auf Position 17. Dies führt zu Verschiebungen im Ranking, wodurch mehrere Unternehmen trotz starker Wachstumsergebnisse im Ranking zurückfallen. So rutscht Sauter FM trotz einer Umsatzsteigerung in Höhe von 17,3 Prozent auf knapp 376 Millionen Euro auf Rang 18. Stölting belegt mit einem Wachstum von 8,3 Prozent (346,6 Mio. Euro) nun Position 19, während Götz mit 336,5 Millionen Euro (plus 2,6 Prozent) von Rang 16 auf Position 20 rückt. Gleiches gilt für Goldbeck auf Position 21 (Vorjahr: 20) mit einem Umsatzwachstum von 24 Prozent auf 326,6 Millionen Euro; neben dem organischen Wachstum zahlte die Übernahme der Weiser GmbH Brandschutz & Technik auf die Unternehmensentwicklung des Dienstleisters aus Bielefeld ein.

Ebenfalls neu im Ranking ist B&O Service auf Position 22 (305 Millionen Euro), die bisher als Branchenspezialist separat geführt wurde. Ihre Aufnahme in das Ranking führt zu weiteren Verschiebungen am Ende der Liste: So fällt Dr. Sasse trotz eines Wachstums von 11,5 Prozent auf 300 Millionen Euro um vier Plätze auf Rang 23 zurück. Auch Geiger FM aus Dietmannsried verliert drei Ränge und belegt mit einem Umsatz von knapp 263 Millionen Euro (plus 3,2 Prozent) nun Platz 24. Komplettiert wird das Ranking vom Nürnberger Dienstleister Dorfner, der seine Umsätze um 5,6 Prozent auf 241,6 Millionen Euro steigerte.

Vom Dienstleister zum strategischen Partner

Lünendonk zufolge prägen insbesondere zunehmende regulatorische Rahmenbedingungen die Bewirtschaftung von Immobilien in Deutschland. Zuletzt hat der Gesetzgeber das KRITIS-Dachgesetz verabschiedet, das die Anforderungen an den Schutz und die Resilienz kritischer Infrastrukturen deutlich erhöht. Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter bei Lünendonk, sagt dazu: "Die Facility-Service-Branche durchläuft einen strategischen Wandel. Nachdem die Anbieter sich bereits im Zuge der Nachhaltigkeitsregulatorik erfolgreich als Transformationspartner der deutschen Wirtschaft positioniert haben, nehmen sie nun auch die Rolle des Resilienzpartners ein. Das neue KRITIS-Dachgesetz ist hierfür ein wesentlicher Treiber. Dieses stärkt nicht nur die Nachfrage nach professionellen Dienstleistungen, sondern fördert auch das Selbstbewusstsein der Branche, die sich von einem reinen Dienstleister zu einem strategischen Partner auf Augenhöhe entwickelt."

Die aktuelle Lünendonk-Liste „Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland“ steht unter luenendonk.de zum kostenfreien Download bereit. Die umfassende Studie über den Markt und die führenden Unternehmen erscheint im Juli. Sie ist kostenpflichtig und enthält unter anderem Langzeit- sowie Segmentauswertungen, basierend auf den Angaben von insgesamt 76 Unternehmen. /GH