Fachlehrertagung 2026: Verein für Reinigungstechnik startet neu durch

Um aktuelle Themen aus der Gebäudereinigung ging es ebenso wie um die Gelegenheit zum bundesweiten Austausch nach längerer Pause: Auf Einladung des Vereins für Reinigungstechnik trafen sich Lehrkräfte aus ganz Deutschland bei der Fachlehrertagung 2026 in Mainz.

Einblicke in Theorie und Praxis der Gebäudereinigung gab es bei der Fachlehrertagung 2026 des Vereins für Reinigungstechnik in Mainz. - © rationell reinigen

Zu den rund 40 Teilnehmern gehörten Lehrer, die Gebäudereiniger-Auszubildende an Berufsschulen unterrichten, und Dozenten aus dem Bereich der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung. Beim Gastgeber Tana-Chemie standen, unterstützt von Numatic, mehrere Vorträge und eine Führung durch die Produktion des Reinigungschemieherstellers in Mainz auf dem Programm.

Auch Wolfgang Molitor, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV), war zu der Fachlehrertagung gekommen. In seinem Vortrag stellte er das Thema Ausbildung in den Mittelpunkt und berichtete von unterstützenden BIV-Aktivitäten, darunter das digitale Berichtsheft und ein digitales Prüfungstool für Innungen oder Handwerkskammern, das beispielsweise bei Gesellenprüfungen eingesetzt werden kann und inzwischen auch bei der Deutschen Meisterschaft im Gebäudereiniger-Handwerk verwendet wird. Zudem sei der BIV Projektpartner der ZDH-Initiative "Handwerk macht Schule", die unter www.handwerk-macht-schule.de Lehrmaterial für den Bereich Gebäudereinigung zur Verfügung stellt.

Zugleich präsentierte Wolfgang Molitor die jüngste Ausbildungsstatistik: Die Zahl der Gebäudereiniger-Auszubildenden aller drei Lehrjahre ist zwischen 2020 und 2024 von 1.826 auf 1.451 gesunken. Aktuell sei in mehreren Bundesländern allerdings wieder eine Zunahme der Ausbildungsverhältnisse zu verzeichnen, sodass Hoffnung auf Festigung bestehe, sagte der BIV-Geschäftsführer.

"Der Verein für Reinigungstechnik hat in 41 Jahren viel auf die Beine gestellt, ist zuletzt aber in unruhige Gewässer gekommen", berichtete Vorstandsmitglied Prof. Dr. Gerhard Winter in seiner Ansprache zu Beginn der Tagung und verwies dabei vor allem auf den unerwarteten Tod des langjährigen Geschäftsführers Detlef Stange im Dezember 2025. Nun werde ein neuer ehrenamtlicher Geschäftsführer gesucht, um den Verein für Reinigungstechnik in die Zukunft zu führen. Dem langjährigen, ebenfalls ehrenamtlich tätigen Vorstand gehören neben Gerhard Winter als Gründungsmitglied auch Anke Kuhn (Emons, Solingen) und Elke Keufen (Keufen Gebäudereinigung, Hamm) an. Verstärkung hat das Gremium im vergangenen Jahr durch Elke Keufens Sohn Philippe Keufen, unter anderem aktiv als Lehrlingswart der Gebäudereiniger-Innung Dortmund, erhalten.

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    Rund 40 Fachlehrer, die Gebäudereiniger-Azubis an Berufsschulen unterrichten, und Dozenten im Bereich der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung waren der Einladung gefolgt. Die Tagung fand bei Tana-Chemie in Mainz statt.
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    "Im Jahr 2050 werden wir mehr Plastik als Fische im Ozean haben", sagte Gastgeber Markus Häfner, Geschäftsführer von Tana-Chemie, in seiner Begrüßungsansprache.
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    Neben Vorträgen zu Themen wie Nachhaltigkeit und Reinraumreinigung ...
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    stand bei der Fachlehrertagung auch eine Führung durch das Tana-Werk in Mainz auf dem Programm.
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    Auch Wolfgang Molitor, Geschäftsführer des BIV, gehörte zu den Referenten. Er stellte die aktuellen Ausbildungszahlen vor und berichtete den Teilnehmern von diversen Aktivitäten des BIV im Bereich Ausbildung.
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    Der Vorstand des Vereins für Reinigungstechnik mit Wolfgang Molitor (Mitte): Philippe Keufen, Anke Kuhn, Elke Keufen und Gerhard Winter (v.li.).
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    Andreas Haase, Anwendungstechniker bei Tana, brachte den Lehrkräften das Thema Kreislaufwirtschaft in der Gebäudereinigung und bei der Herstellung von Reinigungschemie nahe.
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    Heiko Falk, Mitglied der Geschäftsleitung im Bereich Vertrieb und Marketing bei Numatic, erklärte unter anderem, was bei der nachhaltigen Beschaffung von Reinigungsmaschinen, -wagen und -textilien zu beachten ist.
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    Mert Mirza, Anwendungstechniker bei Tana, stellte die Grundlagen der Chemie in der professionellen Reinigung in den Mittelpunkt.
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    Um moderne Akkutechnik ging es in der Präsentation von Wolfgang Mausolf (li), Key-Account-Manager bei Numatic, und Area-Sales-Manager Achim Quint (re.).
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    Abgerundet wurde die Fachlehrertagung durch einen Vortrag von Vorstandsmitglied Prof. Dr. Gerhard Winter (ehemals Hochschule Albstadt-Sigmaringen) zum Thema Trockenreinraumreinigung.

Ziel des gemeinnützigen Vereins für Reinigungstechnik ist es seit 1985, die Aus- und Weiterbildung im Gebäudereiniger-Handwerk an Berufs-, Fach- und Fachhochschulen beziehungsweise Forschungseinrichtungen sowie in überbetrieblichen Bildungseinrichtungen zu stärken. Dazu gehört die Ausrichtung der Fachlehrertagung im zweijährigen Abstand, um die an der Ausbildung Beteiligten auf einen aktuellen Stand zu bringen. Vor allem coronabedingt hatte die Tagung zuletzt im Jahr 2018 stattgefunden.

Einer der Schwerpunkte des Programms 2026 in Mainz war das Thema Nachhaltigkeit. Gastgeber Markus Häfner, Geschäftsführer von Tana-Chemie, umriss in seiner Begrüßungsansprache am Beispiel Plastik die Lage: "Im Jahr 2050 werden wir mehr Plastikabfall als Fische im Ozean haben"; bis 2060 sei ein Volumen von einer Milliarde Tonnen erreicht. Denn die Plastikproduktion steige bis 2060 auf 1,2 Milliarden Tonnen, zugleich betrage die Reycyclingquote aktuell weniger als zehn Prozent. Deshalb gelte: "Wir müssen sinnvoll mit Plastik umgehen", betonte Markus Häfner.

Wie das aussehen kann, machte Tana-Anwendungstechniker Andreas Haase in seinem Vortrag über "Kreislaufwirtschaft in der Gebäudereinigung" beziehungsweise bei der Herstellung von Reinigungschemie deutlich. Dabei ging es vor allem um die drei Strategien "vermeiden" (verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen), "reduzieren" (Energie gut nutzen, Effizienz steigern) und "kompensieren" (Klima-Zertifikate). Tana-Chemie, ein Teil von Werner & Mertz, gilt als Pionier im Bereich Nachhaltigkeit/Kreislaufwirtschaft und ist vielfach ausgezeichnet beziehungsweise zertifiziert, unter anderem mit dem Cradle-to-Cradle-Siegel und der Ecovadis-Medaille in Platin.

Welche Rolle Faktoren wie Langlebigkeit, Wartungsfreundlichkeit oder ein hoher Rezyklatanteil bei der nachhaltigen Beschaffung von Reinigungsmaschinen, -wagen und -textilien spielen, erklärte den Fachlehrern und Dozenten Heiko Falk, Mitglied der Geschäftsleitung im Bereich Vertrieb und Marketing bei Numatic. Unter dem Titel "Nachhaltigkeit mit modernen Reinigungsverfahren" ging er auch auf den Nutzen einer kleineren Wattzahl und das Rücknahmesystem des Unternehmens für abgenutzte Mikrofasertücher und Sauger ein.

Mert Mirza, Anwendungstechniker bei Tana, stellte die "Grundlagen der Chemie in der professionellen Reinigung" in den Mittelpunkt und demonstrierte das Kalklöseverhalten verschiedener saurer Reiniger auch aus dem Segment Green Care Professional. Um moderne Akkutechnik in Reinigungsmaschinen, darunter Lithium-Ionen-Akkus und Lithium-Eisenphosphat-Varianten, ging es in der Präsentation ("Innovationen in der Maschinentechnik") von Wolfgang Mausolf, Key-Account-Manager bei Numatic, und Area-Sales-Manager Achim Quint. Dabei wurde auch deutlich, dass der Einsatz von batteriebetriebenen Reinigungsmaschinen und -geräten rund 30 Prozent Zeit spart. Wer wollte, konnte die mitgebrachten Maschinen auch ausprobieren.

Abgerundet wurde die Fachlehrertagung durch einen Vortrag von Vorstandsmitglied Prof. Dr. Gerhard Winter (ehemals Hochschule Albstadt-Sigmaringen) zum Thema Reinraumreinigung beziehungsweise Reinigung von Trockenreinräumen mit extrem niedriger Luftfeuchtigkeit, die vor allem in der Batterieproduktion zu finden sind.

Das nächste Mal soll die Fachlehrertagung turnusgemäß in zwei Jahren stattfinden. /HH