Neue, zukunftsweisende Formen des Wirtschaftens sind unumgänglich, auch in der Gebäudereinigung. Die alten haben eine erschöpfte Umwelt und erschöpfte Menschen hinterlassen. Gemeinsam können und müssen wir unser Verhalten rasch in intelligentere Bahnen lenken: die Transformation in eine regenerative, klimapositive Gesellschaft. Wie das gelingen kann.

Viele Unternehmen haben sich längst auf den Weg in eine nachhaltige Zukunft gemacht. Manche zögern noch immer. Andere starten gerade durch. Wem es mit einem systematischen Nachhaltigkeitsmanagement tatsächlich ernst ist, sollte zunächst sein Ambitionsniveau klären beziehungsweise neu justieren: Wollen Sie Vorreiter in Ihrer Branche sein, also jemand, der einem sofort in den Sinn kommt, der als Paradebeispiel genannt und in den Medien regelmäßig zitiert wird? In puncto Klimaschutz und Nachhaltigkeit dem Mittelfeld angehören, also das tun, was mehr oder weniger alle früher oder später machen? Oder nur die gesetzlichen Mindestauflagen erfüllen, und zwar gezwungenermaßen immer erst dann, wenn die entsprechenden Regularien amtlich werden?
Nachhaltige Unternehmen tragen zur Transformation der Wirtschaftssysteme bei. Das macht sie sehr attraktiv, sowohl für zahlungsfreudige Kunden als auch für Toptalente. Eine ökologisch orientierte Führung steigert die Mitarbeiterzufriedenheit um 20 Prozent und die Unternehmensleistung um 21 Prozent, fand kürzlich eine Studie des Zentrums für Arbeitgeberattraktivität (Zeag) und der Uni St. Gallen heraus. Zudem treiben nachhaltige Unternehmen Innovationen voran und steigern so ihre Wettbewerbskraft. Wie wir das zügig hinbekommen? Hier meine acht Favoriten:
1. Eine Taskforce implementieren: Wird Umweltschutz in eine Abteilung gesperrt, entsteht eine silotypische Die-da-Kultur: "Wir sind gar nicht zuständig, die sollen das machen", Eine frühe und zugleich interdisziplinäre Einbindung hingegen sorgt dafür, dass wirklich jeder im Unternehmen zu einem Beschützer von Klima und Umwelt werden kann. Am besten wird eine crossfunktional agierende, generationsübergreifende, interhierarchisch aufgestellte Taskforce zum Thema gebildet, ein Kernteam, das situativ durch weitere Mitarbeitende und Experten unterstützt wird. Die Taskforce braucht einen klingenden Namen, vor allem aber Ressourcen und Umsetzungsmacht.
Sie vernetzt sich mit Nachhaltigkeitsgleichgesinnten über die Firmengrenzen hinaus. Sie veranstaltet Events mit profilierten Externen, an denen die Mitarbeitenden freiwillig teilnehmen können. Alle Beteiligten gehen die einzelnen internen Bereiche immer wieder aufs Neue durch, um passende Initiativen anzuschieben. Die Grundausrichtung: vermeiden, reduzieren, eliminieren, regenerieren. Es gibt Hunderte Ansatzpunkte, wie ein Unternehmen ökologischer, energieeffizienter und zugleich sozialer werden kann. Dabei geht es nicht nur um die eigene Nachhaltigkeit. Auch Partner und Kunden werden gezielt unterstützt, um nachhaltiger zu handeln.
Katrin Aernecke: Eine Frage der Haltung
Katrin Aernecke, Geschäftsführerin, Bebra Gebäudemanagement und Service, Berlin: "Nachhaltigkeit spielt bei uns eine zentrale Rolle. Als Familienbetrieb mit rund 200 Mitarbeitenden sind wir seit über 36 Jahren in Berlin und Brandenburg tätig und tragen Verantwortung für Kunden, Mitarbeiter und Umwelt. Unsere Reise in Richtung Nachhaltigkeit begann Anfang der 2000er-Jahre mit der Teilnahme am Umweltprojekt Ökoprofit in Berlin. Seit 2005 sind wir nach ISO 14001 für Umweltmanagement und ISO 9001 für Qualitätsmanagement zertifiziert. 2024 kam die Zertifizierung nach ISO 45001 für Arbeitsschutz hinzu, 2025 folgte EMAS im Bereich Umwelt.
Im Alltag setzen wir auf viele Maßnahmen. Dazu gehören umweltfreundliche Reinigungstechniken wie die Glasreinigung mit Osmosewasser, umweltschonende Chemie und präzise Dosiersysteme. Wir arbeiten mit vorpräparierten Wischbezügen, wodurch vor Ort keine Schmutzflotte entsorgt werden muss und Überdosierungen vermieden werden. Unsere Wischbezüge werden mit Ozon gewaschen, sodass wir weitgehend auf Waschmittel verzichten und mit Kaltwäsche arbeiten können – mit spürbaren Einsparungen bei Energie und Ressourcen.
Ein wichtiger Motor für neue Ideen ist unser internes Umweltteam, in dem Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen gemeinsam daran arbeiten, Prozesse nachhaltiger zu gestalten. Auch in der Grünpflege stellen wir schrittweise auf Akkugeräte um. Parallel beschäftigen wir uns mit E-Mobilität und planen die Installation einer Photovoltaikanlage.
Viele unserer Kunden kommen aus der Wohnungswirtschaft, wo nachhaltige Bewirtschaftung von Immobilien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Als Mitglied im Berliner Bündnis für Biodiversität engagieren wir uns zudem für den Erhalt der Artenvielfalt – unter anderem mit bienenfreundlichen Staudenbeeten und einem Insektenhotel auf unserem Firmengelände sowie durch Beratung unserer Kunden bei der Anlage von Blühflächen. Die Resonanz darauf ist sehr positiv. Viele Auftraggeber schätzen unseren ganzheitlichen Ansatz, und auch unsere Mitarbeitenden bringen sich engagiert ein. Für mich ist Nachhaltigkeit kein Trend, sondern eine unternehmerische Haltung, die langfristig wirtschaftlichen Erfolg und verantwortungsvolles Handeln miteinander verbindet."
Beteiligte werden zu Multiplikatoren
2. Die Hot-Spots zuerst: Niemand sollte warten, bis ein komplettes Ökostrategieprogramm die Instanzen durchläuft und irgendwann (hoffentlich) genehmigt wird. Beginnen Sie mit operativen Maßnahmen, die dringlich sind und durchgreifende Erfolge zügig sichtbar machen, sofort. Zunächst werden alle angedachten Ideen gesammelt. Dazu nutzt man kollaborative Tools und eine interaktive Ideenbank, zu der alle Beschäftigten Zugang haben. Was nicht gleich machbar ist, wird für einen späteren Zeitpunkt angespart. Die priorisierten Initiativen werden am besten in crossfunktionalen Kleingruppen ausgearbeitet, dann testweise umgesetzt, iterativ weiter geschärft und stets optimiert.
Dabei stellt man nicht nur den faktischen Zugewinn der einzelnen Maßnahmen heraus, sondern auch den emotionalen Nutzen für jeden einzelnen, der davon profitiert. Von Druck und Zwang fühlen sich die Menschen bedroht. Hingegen kann die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu sehr entschlossenem Handeln führen. Ein guter Nebeneffekt: Wer Initiativen selbst entwickelt und in die Tat umsetzt, kommt sogar mit Einschnitten besser zurecht. Die Beteiligten agieren nach innen und außen als Botschafter und Multiplikatoren. Sie drehen Videos, machen Fotostrecken oder schreiben Storys und geben dies in ihren Netzwerken weiter. So werden sie zu Corporate Influencern.
Christian Lichtenfels: Wo Arbeit verlässlich läuft und Menschen bleiben
Christian Lichtenfels, Nachhaltigkeitsbeauftragter, Lieblang-Gruppe, Mannheim: "Nachhaltigkeit ist für mich kein abstraktes Ziel und auch kein Imageprojekt. Im Arbeitsalltag erlebe ich, dass Nachhaltigkeit Prozesse verbessert – für unsere Kunden genauso wie für unsere Mitarbeitenden. Mich treibt dabei weniger ein Regelwerk als die Frage: Was funktioniert dauerhaft und was nicht?
Bei der Lieblang-Gruppe beschäftigen wir uns seit mehreren Jahren systematisch mit dem Thema – ökologisch, ökonomisch und sozial. Gerade in sensiblen Einsatzbereichen ist Vertrauen entscheidend. Kunden müssen sich darauf verlassen können, dass Abläufe klar sind, Mitarbeitende geschult arbeiten und Qualität konstant bleibt. Nachhaltiges Arbeiten bedeutet für uns deshalb vor allem Struktur: klare Reinigungsstandards, feste Objektteams, eine saubere Einarbeitung und ein bewusster Umgang mit Material und Zeit. Das ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Grund, warum wir häufig langfristig als Auftragnehmer eingesetzt werden.
Nachhaltigkeit zeigt sich für uns auch in der Effizienz unserer Leistung. Wenn Reinigungsintervalle realistisch geplant sind und Mitarbeitende mit passenden Arbeitsmitteln ausgestattet werden, lassen sich Ressourcen sparen, ohne dass die Reinigungsqualität leidet. Diese Effekte sind messbar – etwa über sinkende Reklamationsquoten, stabilere Objektbewertungen und langfristige Kundenbeziehungen. Der zusätzliche Aufwand liegt vor allem in Schulung und Abstimmung, rechnet sich aber über stabilere Abläufe und geringere Folgekosten.
Auch intern sehen wir Veränderungen. Dort, wo Abläufe verständlich sind und Arbeitsplätze ergonomischer gestaltet wurden, gehen krankheitsbedingte Ausfälle zurück und die Fluktuation ist niedriger. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Das bestätigen uns Mitarbeitergespräche ebenso wie Personalkennzahlen.
Zur Einordnung unserer Arbeit nutzen wir externe Bewertungen. Seit 2017 lassen wir uns jährlich durch EcoVadis bewerten, 2025 wurden wir mit Silber ausgezeichnet. Für mich ist das keine Auszeichnung um ihrer selbst willen, sondern eine Rückmeldung, dass wir auf einem praxisnahen Weg sind. Nachhaltigkeit ist für uns kein Hochglanzthema. Sie zeigt sich dort, wo Arbeit verlässlich läuft – und Menschen bleiben.
Nachhaltigkeitsaspekte einbinden
3. Ein Umweltschutz-Wir-Gefühl schaffen: In Zeiten der Vereinzelung durch Homeoffice und hybridisierte Arbeit sind Maßnahmen, die Verbundenheit unterstützen, überaus wichtig. Insofern stärkt jede gemeinsam umgesetzte Nachhaltigkeits- und Gemeinwohlinitiative das Wir-Gefühl. Zunächst geht es um ein vertieftes Verständnis für Umwelt- und Klimabelange, dann um breite Zustimmung, hiernach um sichtbare Ergebnisse und ansprechende Narrative. Grundsätzlich können in alle Firmenveranstaltungen Nachhaltigkeitsaspekte eingebunden werden. Handelt es sich um ein Teamevent, suchen Sie gemeinsam nach passenden Ideen und wählen eine Alternative, die allen zusagt. Zum Beispiel kann man bei der Mitarbeit auf einem Biobauernhof oder bei der Aussaat einer Blühwiese eine Menge lernen. Besonders beeindruckend kann ein nachhaltiger Betriebsausflug durch die Wälder der Region sein, wenn er von einem erfahrenen Förster begleitet wird. Das Biosystem Wald bietet sich als Analogie für das Biosystem Unternehmen geradezu an.
Smarte Anstöẞe geben
4. So geht Green Nudging: Das Nudging hat der Nobelpreisträger Richard H. Thaler populär gemacht. Dabei geht es um smarte Anstöße zugunsten einer gewünschten Verhaltensrichtung. Wird etwa in der Kantine die Tellergröße verkleinert, beugt das der Lebensmittelverschwendung vor. Wird aktiv angeboten, dass ein Nachschlag jederzeit möglich ist, verhindert das unnötige Reste. Dürfen überschüssige Snacks zum kleinen Preis in Mehrweggeschirr mit nach Hause genommen werden, reduziert das Essensabfälle. Werden auf einer Speisekarte zuoberst die vegetarischen Gerichte gelistet, wird öfter fleischlos bestellt. Im Firmenkontext gibt es eine Fülle von Möglichkeiten für ökologische Nudging-Maßnahmen, die dazu dienen können, unbrauchbares Vorgehen rasch loszuwerden und intelligentere, effizientere, nachhaltigere Wege der Aufgabenbewältigung, der Zielerreichung und der Zusammenarbeit zu finden. Lassen Sie den Beschäftigten dabei viel freie Hand. Hierarchieunabhängig und ohne umständliche Genehmigungsverfahren sollte jeder Mitarbeitende kleine Sofortmaßnahmen initiieren können, wenn er die Notwendigkeit dafür sieht. So ist es viel leichter, Wandel voranzubringen.
Matthias Andreßen: Kein Zusatz, sondern Maẞstab für Qualität
Matthias Andreẞen, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung, LR Facility Services, Barnstorf: "Nachhaltigkeit ist kein Etikett und kein kurzfristiger Trend. Sie ist Teil verantwortungsvoller Unternehmensführung. Als Familienunternehmen denken wir nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Genau deshalb betrachtet die gesamte Branche Nachhaltigkeit heute breiter als noch vor einigen Jahren. Denn die Ausgangslage ist klar. Gebäude verursachen in Deutschland im Betrieb rund 35 Prozent des Energieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO₂-Emissionen.
Wer also über Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Zukunftsfähigkeit spricht, muss auch über Gebäude und deren Betrieb sprechen. Gerade in der Gebäudereinigung hat sich viel verändert. Nachhaltigkeit bedeutet heute nicht mehr nur, Reinigungsmittel sparsamer einzusetzen. Es geht um durchdachte Prozesse, effiziente Maschinen, den Umgang mit Wasser, Energie und Materialien, verlässliche Qualitätsstandards und um die Frage, wie wir Arbeit in einer personalintensiven Branche zukunftsfähig organisieren.
Dass Reinigungsberufe in Deutschland in hohem Maße von Menschen mit Einwanderungsgeschichte getragen werden, zeigt zudem, wie sehr gesellschaftliche Teilhabe, Integration und Wertschätzung mit unternehmerischer Verantwortung zusammenhängen. Unser Anspruch bei LR ist deshalb klar: Nachhaltigkeit muss im Alltag funktionieren und sich im Ergebnis beweisen. In der Qualität unserer Leistungen. In stabilen, verlässlichen Abläufen. In einem respektvollen Umgang miteinander. Und in Lösungen, die ökologisch sinnvoll sind, ohne die wirtschaftliche Realität auszublenden.
Die Zukunft der Branche liegt nicht in lauten Schlagworten, sondern in klugen Entscheidungen: mehr Effizienz, mehr Transparenz, mehr Verantwortung. Nachhaltigkeit bleibt für uns damit kein Zusatz, sondern ein Maßstab für unternehmerische Qualität und für die Frage, wie wir auch morgen noch verlässlich Leistung erbringen wollen."
Mit vielen Beschäftigten gleichzeitig
5. Das Sustainability-World-Café: Beim World-Café-Konzept können im Rahmen eines größeren Events viele Mitarbeitende gleichzeitig an Nachhaltigkeitslösungen arbeiten. Hierzu benötigen Sie pro Thema einen Tisch. Auf dem Tisch breiten Sie eine beschreibbare Tischdecke oder Flipchart-Papier aus. Zudem legen Sie Marker, Stifte, Klebepunkte und so weiter bereit. Erläutern Sie den Teilnehmenden die Aufgabe und verteilen Sie sie auf die Tische. Jeder Tisch hat einen Gastgeber, der zugleich Moderator ist. Erlaubt ist alles, was konstruktiv zum Thema beiträgt, also Texte, Bilder, Collagen und so fort. Nach 20 Minuten beenden Sie die erste Runde und bitten die Gruppen, jeweils einen Tisch weiterzuziehen, um sich dem nächsten Thema zu widmen. Nur die Gastgeber bleiben an ihren Tischen, begrüßen die Ankommenden, resümieren das bisher Gesammelte und starten einen erneuten Diskurs. Am Ende stellen sie die Ergebnisse allen Teilnehmenden im Plenum vor.
6. Hackathons für das Klima: Hackathons, eine Wortschöpfung aus Hack und Marathon, sind Events zur konzentrierten gemeinsamen Lösung von Aufgabenstellungen mit einem sehr engen Zeitplan. So kommt man zu hocheffizienten Ergebnissen oft in der Hälfte der üblichen Zeit. Zum Beispiel hat die Fraunhofer IESE zu einem 24-Stunden-Smart-City-Hackathon für Klimaschutz und Nachhaltigkeit eingeladen. Der erste Platz ging an die "PfaffRunner". Ihre Idee: Über spezielle Bodenplatten wird aus dem Druck, den Menschen beim Laufen darauf ausüben, sauberer Strom erzeugt. Ein so ausgestatteter Rundkurs, etwa in einem Park oder auf einem Firmengelände, kann nicht nur erneuerbare Energie erzeugen, sondern die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes zu mehr Nachhaltigkeit bewegen – und zugleich ihre Gesundheit fördern.
7. Interne Sustainability-Ted-Talks: Hierbei stellen Mitarbeitende ihre Nachhaltigkeitsprojekte in Anlehnung an das Ted-Talk-Format vor, zum Beispiel einmal im Monat vor der gesamten Firma im Rahmen eines Anlasses, zu dem sich jeder auch virtuell zuschalten kann. Die Themenangebote für solche Events werden im Intranet vorgestellt. Per Voting wird entschieden, welche davon breites Interesse finden und folglich auf die Bühne kommen. Eine Intervention, also eine Vorführung oder ein Impulsvortrag, dauert maximal 15 Minuten. Sie sollte möglichst lebendig und frei von Fachjargon sein. Danach ist fünf Minuten Zeit für Fragen. Im Anschluss können bilaterale Gespräche für eine weitere Vertiefung sorgen, wenn es starkes Interesse an einem Thema gibt. Der Talk wird aufgezeichnet, sodass er jederzeit auf einer firmeninternen Plattform abrufbar ist.
Zum Weiterlesen
Anne M. Schüller: "Zukunft meistern. Das Trend- und Toolbook für Übermorgengestalter", Gabal Verlag 2024, 232 Seiten, 29,90 Euro, ISBN: 978-3-96739-181-7
Emotionen ansprechen
8. Berichterstattung und Narrative: Greenwashing, Schönfärberei und reine Ankündigungsfanfaren sind indiskutabel. Erstellen Sie vielmehr einen offenen, ehrlichen Nachhaltigkeitsbericht, selbst dann, wenn dies aus gesetzlichen Gründen (noch) nicht notwendig ist. Er nennt Ziele, liefert Fakten und beschreibt Maßnahmen, die kürzlich durchgeführt wurden oder demnächst umgesetzt werden. Er umfasst nicht nur Zahlenwerke, sondern spricht vor allem auch Emotionen an. Dafür werden ansprechende Bilder und Geschichten genutzt. Viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen sind für ein heiteres Storytelling geradezu prädestiniert. Die Inhalte sollten frei zugänglich auf der eigenen Website stehen. Dies ist bei der mobilen Suche lesefreundlicher als ein PDF. Zudem lassen sich auch Videos und Animationen integrieren. Ferner wird der Content so von den Suchmaschinen indexiert, wodurch der Traffic steigt. Überdies können einzelne Aspekte leicht in die sozialen Netzwerke fließen. Das wiederum stärkt die Glaubwürdigkeit und die Reputation.
Anne M. Schüller | heike.holland@holzmann-medien.de
Anne M. Schüller
ist Buchautorin, Businesscoach und Keynote-Speaker. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Expertin für Touchpoint-Management und kundenzentrierte Unternehmensführung.




