Freudenberg will Nilfisk übernehmen

Die Weinheimer Freudenberg-Gruppe, zu der unter anderem Vileda Professional gehört, hat die Absicht, sämtliche Aktien des dänischen Herstellers von Reinigungsmaschinen und -geräten Nilfisk zu übernehmen.

Das Portfolio von Nilfisk – hier ein kleiner Ausschnitt – soll Freudenberg unter anderem Zugang zur mobilen Reinigungsrobotik eröffnen. - © Nilfisk

Nilfisk ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Käufer. Nun hat Freudenberg Home and Cleaning Solutions, einer der elf Unternehmensbereiche der global agierenden Freudenberg-Gruppe, ein freiwilliges Barübernahmeangebot zum Preis von 140 dänischen Kronen pro Nilfisk-Aktie (mit Ausnahme der von Nilfisk gehaltenen eigenen Aktien) abgegeben und bewertet den Reinigungsmaschinenhersteller damit auf umgerechnet rund 508 Millionen Euro. Das Angebot unterliegt der Prüfung und Genehmigung durch die zuständigen Behörden sowie der Annahme durch die Aktionäre.

Freudenberg werde so bald wie möglich ein von der dänischen Finanzaufsichtsbehörde genehmigtes erforderliches Angebotsdokument veröffentlichen. Nach dessen Abgabe hängt der Vollzug der Übernahme unter anderem davon ab, dass sich Freudenberg mindestens 90 Prozent des Aktienkapitals und der Stimmrechte von Nilfisk sichern kann. Der Vorstand von Nilfisk habe nach gründlicher strategischer Überprüfung einstimmig beschlossen, das freiwillige Barangebot des deutschen Familienkonzerns für alle Aktien von Nilfisk zu empfehlen. Unterstützt werde die Offerte unter anderem von den Großaktionären Kirkbi (dem Investmentarm der Lego-Eigentümerfamilie), Ferd AS sowie Primestone Capital, die zusammen über 50 Prozent der Nilfisk-Aktien halten.

Claus Moehlenkamp, CEO der Freudenberg-Gruppe, zur beabsichtigten Übernahme: "Diese geplante Akquisition unterstützt die Strategie von Freudenberg Home and Cleaning Solutions, ein weltweit führender Anbieter in beiden Marktsegmenten der Reinigungsbranche – professionelle manuelle Werkzeuge und Maschinen – zu werden." Karin Overbeck, CEO von Freudenberg Home and Cleaning Solutions, ergänzt: "Die geplante Transaktion wird Chancen in einem noch unerschlossenen Markt erschließen und öffnet die Tür zur Zukunft autonomer mobiler Reinigungsroboter. Darüber hinaus unterstützt sie regionale Expansionsmöglichkeiten."

Nilfisk wurde 1906 vom dänischen Ingenieur P.A. Fisker gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 4.500 Mitarbeiter und erzielte 2024 einen Umsatz von etwas mehr als einer Milliarde Euro. Der größte Einzelmarkt sind die USA (28 Prozent des Umsatzes), gefolgt von Deutschland (14 Prozent), Frankreich (10 Prozent), Dänemark (7 Prozent) und Großbritannien (4 Prozent). Die Produkte und Dienstleistungen von Nilfisk werden in mehr als 100 Ländern verkauft und an sechs Produktionsstandorten weltweit hergestellt.

Zur Erinnerung: Im Juli 2023 hatte Freudenberg Home and Cleaning Solutions bereits den Anbieter von modularen Reinigungssystemen und -produkten Vermop mit Firmensitz in Gilching bei München und Produktionsstätten im baden-württembergischen Wertheim übernommen. Seit 2020 gehören zu Vermop zudem die Scheuersaug- und Kehrmaschinen der Marke Hefter. /GH