Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hat neue Unterlagen zum Thema Vergabe veröffentlicht, um Impulse für eine ausgewogenere Gewichtung von Preis und Qualität zu geben.

Die beiden Broschüren für öffentliche Vergabestellen beziehungsweise für die Beauftragung in der Privatwirtschaft sollen einen Beitrag zur professionellen, verantwortungsvollen und rechtssicheren Vergabe leisten. Erarbeitet wurden sie von Experten aus den BIV-Ausschüssen "Technik und Betriebswirtschaft" sowie "Rechts- und Wettbewerbsfragen".
Unter dem Motto "Qualität entscheidet!" setzt sich der BIV dafür ein, dass insbesondere bei der öffentlichen Vergabe von Reinigungsleistungen Qualitätsaspekte stärker berücksichtigt werden. Dabei macht sich der Verband stark für einen Wechsel vom reinen Preiswettbewerb hin zur qualitätsorientierten Vergabe beziehungsweise für ein Vergabeverfahren, in dem neben dem Preis auch Qualitätskriterien wie Personalmanagement, Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Dazu gehören die Stärkung der Sichtbarkeit und Wertschätzung der Reinigungskräfte sowie die Förderung familienfreundlicher Arbeitszeiten im Rahmen der Tagesreinigung. Der BIV plant zu diesem Thema im kommenden Jahr mehrere Vergabekongresse, unter anderem im Februar 2026 in Stuttgart sowie im Juni 2026 in Köln.
Die Vergabebroschüren bieten eine strukturierte Übersicht über tarifliche und gesetzliche Vorgaben. Sie enthalten konkrete Hinweise zur Erstellung von klaren Objekt- und Leistungsbeschreibungen, zur transparenten Preisermittlung und zur ausgewogenen Vertragsgestaltung.
Besonderer Wert wird auf die gleichwertige Kombination von Preis- und Qualitätskriterien gelegt. Darüber hinaus unterstützen überarbeitete Checklisten, Musterformulierungen sowie Informationsmaterialien öffentliche Vergabestellen und private Auftraggeber dabei, die Empfehlungen gezielt und nachvollziehbar in den Auswahlprozess einzubeziehen. Die Broschüren stehen auf www.die-gebaeudedienstleister.de/gebaeudedienstleister/ausschreibung-und-vergabe/#intro zum Download bereit.
"Ob Rathäuser, öffentliche Verwaltungen, Kitas, Schulen oder Gesundheitseinrichtungen der öffentlichen Hand - trotz der anerkannten Systemrelevanz der Gebäudereinigung wird nach wie vor überwiegend nach dem günstigsten Preis ausgewählt", kritisiert Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. "Das Umdenken in der Corona-Pandemie, wo Hygiene deutlich mehr im Fokus stand, war offenbar nur von kurzer Dauer. Es ist schade, dass gerade die öffentliche Ausschreibungspraxis an vielen Stellen zu erheblichen Qualitätseinbußen führt." /HH