Der Berufsbekleidungshersteller Paul H. Kübler (Plüderhausen) hat sich zum Jahresbeginn strategisch und organisatorisch neu ausgerichtet. Zugleich wurde Richard Scheiner, bislang CFO, zum CEO bestellt.

Das Unternehmen will sich auf seine Kernkompetenz in Entwicklung und Vertrieb von Arbeits- und Schutzbekleidung konzentrieren. Damit einher geht die Fokussierung auf die Vertriebsbereiche Fachhandel und Mietberufsbekleidung. Aus dem Marktsegment Baumärkte hat Kübler sich nach eigenen Angaben bewusst zurückgezogen. Das Segment Baustoffhandel bleibe ein wichtiger Absatzmittler und sei in den Bereich Fachhandel integriert worden.
"Mit diesen Maßnahmen entsprechen wir den wachsenden Anforderungen unserer Partner im Fachhandel und Textilservice und stärken unsere Position als einer der führenden Anbieter von Workwear“, sagt Richard Scheiner, der am 1. Februar 2025 zum CEO bestellt wurde. Zuvor war er als CFO im Unternehmen tätig. Die Weichenstellung für die Zukunft will Richard Scheiner auch als Bekenntnis zur Fachhandelstreue verstanden wissen.
Um die internen Abläufe, Vertriebsprozesse und die Zusammenarbeit mit den Kunden weiter zu optimieren, hat Kübler auch die Organisation neu strukturiert. Sie gliedert sich nun in drei Bereiche. Der Bereich "Inner Performance" unter Leitung von Richard Scheiner ist darauf ausgerichtet, alle internen Prozesse – angefangen von den Lieferketten über Produktion bis zum Qualitätsmanagement – effizient zu gestalten.
Alle kundenorientierten Aktivitäten – wie Produktentwicklung, Marketing und Markenpflege – sind im Bereich "Going to Market" gebündelt. An der Spitze des Produkt- und Brandmanagements steht Daniel Pusch, der das Marketing von Kübler seit Jahren verantwortet.
Der in Sales Retail und Sales Clean @ Work untergliederte dritte Bereich "Market Performance" konzentriert sich auf die Betreuung der Partner im Fachhandel und Textilservice, wozu auch Supportleistungen bei deren Endkunden zählen.
Von der dreigliedrigen Organisationsstruktur verspricht sich Kübler mehr Transparenz und eine engere Zusammenarbeit aller Bereiche. Für den geschäftsführenden Gesellschafter Thomas Kübler ist die Neuausrichtung ein klares Bekenntnis zur Zukunft von Kübler als inhabergeführtes Unternehmen. "Mit den eingeleiteten Maßnahmen wollen wir nicht nur unsere führende Position als Familienunternehmen in einem dynamischen Marktumfeld sichern, sondern auch unmissverständlich bekräftigen, dass Kübler eigenständig bleibt und nicht zum Verkauf steht" betont Thomas Kübler.
Im Geschäftsjahr 2024 verbuchte Kübler mit in Deutschland 257 Mitarbeitern einen Umsatz von 58 Millionen Euro und konnte damit den im Vorjahr erreichten Rekordumsatz halten. Der Exportanteil belief sich auf 27 Prozent.
Für dieses Jahr strebt CEO Richard Scheiner "eine moderate Umsatzsteigerung auf der Basis von nachhaltig profitablem Wachstum an". Dafür will das Unternehmen 2025 investieren – in die weitere Verbesserung der internen Abläufe, unter anderem in ein neues Lagerverwaltungssystem, die weitere Digitalisierung der Prozesse sowie in ein Customer-Relationship-Management-System. Zur Stärkung der Marktposition sollen außerdem neue Produktlinien beitragen. Geplant ist die Einführung einer neuen mietwäschetauglichen Einstiegskollektion und einer neuen Stretchkollektion zur A+A 2025. Des Weiteren will Kübler 2025 das Produktportfolio im Bereich Persönliche Schutzausrüstung erweitern. /HH