Zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Landesinnung der Gebäudereiniger Nordost hatte Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, zu einem Senatsempfang ins Rathaus gebeten.

Knapp 200 geladene Gäste aus Handwerk und Innungen, Wirtschaft und Politik waren zu dem Empfang im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses gekommen, darunter auch Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), und Wolfgang Molitor, Hauptgeschäftsführer des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV).
"Im Namen des Senats gratuliere ich der Landesinnung der Gebäudereiniger Nordost zum 100-jährigen Jubiläum und danke allen Mitgliedern herzlich für ihr Engagement", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher in seiner Ansprache und fügte hinzu: "Hamburg hat ein starkes Handwerk. Dazu zählen auch die Beschäftigten der Gebäudereinigungsbranche, die mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag für viele Bereiche unseres Lebens und die Attraktivität unserer Stadt leisten."
Auf den Tag genau 100 Jahre zuvor hatte der damalige Zentralverband der Reinigungsunternehmer Deutschlands, Ortsgruppe Hamburg, die Deputation für Handel, Schifffahrt und Gewerbe, Hamburg, angeschrieben und um Genehmigung der Satzung der "Glasreiniger-Innung zu Hamburg" gebeten. Später wurde daraus die Innung für das Glas- und Gebäudereiniger-Handwerk, die im Jahr 2010 mit der Landesinnung Mecklenburg-Vorpommern fusionierte. Neben diesen beiden Bundesländern gehören auch Teile Niedersachsens zum Gebiet der Landesinnung Nordost mit heute rund 170 Mitgliedsbetrieben. Das Jubiläumsjahr bietet eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen, die die ehrenamtliche Arbeit würdigen, zur Sichtbarkeit des Gewerks beitragen und den Handwerksnachwuchs in den Mittelpunkt stellen sollen. Im Sommer hatte die Landesinnung das Jubiläum bereits im Hamburger GAGA-Club gefeiert.
Auch ZDH-Präsident Jörg Dittrich überbrachte Glückwünsche: "Im Namen des Deutschen Handwerks gratuliere ich der Landesinnung der Gebäudereiniger Nordost herzlich zum stolzen Jubiläum. Im Handwerk wissen wir um den hohen Wert des Gebäudereiniger-Handwerks für unser Land." Damit auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte diese handwerklichen Tätigkeiten übernehmen und die Innung stärken, brauche es nicht nur mehr Sichtbarkeit, sondern eine ganz neue Sicht auf das Gebäudereiniger-Handwerk – geprägt von deutlich mehr Wertschätzung für die verantwortungsvollen Aufgaben, für die berufliche Ausbildung und die Chancen unternehmerischer Selbstständigkeit.
"Der Senatsempfang ist eine große Ehre für uns und stellt einen Höhepunkt in unserem Jubiläumsjahr dar“, sagte Oliver Kühnel, Obermeister der Landesinnung der Gebäudereiniger Nordost. "Wir verstehen ihn als Wertschätzung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und aller für das Gewerk ehrenamtlich Tätigen." Beide Arbeitsformen spielten sich oft im Verborgenen ab. Ohne die in den Innungen ehrenamtlich Tätigen gäbe es zum Beispiel keine Sozialpartner für die Festsetzung der Branchenmindestlöhne und wohl auch keine duale Ausbildung, denn die Gesellenprüfungsausschüsse seien mit ehrenamtlich tätigen Arbeitgebern und Arbeitnehmern besetzt. Ihr Einsatz könne deshalb gar nicht genug gesellschaftliche Würdigung erfahren.
Außerdem tritt die Landesinnung nach Worten von Oliver Kühnel für mehr Akzeptanz der Tagesreinigung ein. "Damit können wir nicht nur mehr Fachkräfte gewinnen. Wir stärken auch das subjektive Sicherheitsempfinden gerade unserer weiblichen Mitarbeiterinnen, wenn sie tagsüber ihrer Arbeit nachkommen können", erklärte der Obermeister. Sichtbarkeit sei auch wichtig für den Handwerksnachwuchs. „Diese jungen Menschen sind es, die die Tradition unseres Gewerks und unseren Qualitätsanspruch in eine neue Zukunft führen werden. Dafür verdienen sie jegliche Art des Gesehen-Werdens – nur dann wird sich unsere Landesinnung im Jahr 2124 über ihr 200. Jubiläum freuen können.“ /HH