Die IG BAU hat ihre Forderung für die anstehende Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk aufgestellt: drei Euro pro Stunde mehr für alle Lohngruppen. Der BIV weist dies als „abenteuerlich“ zurück.

Die Forderung, mit der die Gewerkschaft IG BAU in die am 18. Juni startende Tarifrunde geht, würde einen Einstiegslohn für die Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk von 16,50 Euro pro Stunde (aktuell 13,50 Euro) bedeuten. Zudem sollen die Ausbildungsvergütungen im ersten Lehrjahr um 150 Euro, im zweiten um 200 Euro und im dritten um 300 Euro pro Monat steigen. Ferner sollen alle Gewerkschaftsmitglieder ein 13. Monatseinkommen erhalten.
Ulrike Laux, im Vorstand der IG BAU zuständig für die Gebäudereinigung, erklärt dazu: "Die Beschäftigten leisten eine harte Arbeit. Sie sorgen für Sauberkeit und Hygiene und damit für die Gesundheit aller – unter anderem in Büros, Schulen und Krankenhäusern. Das kann gar nicht genug wertgeschätzt werden."
Die Reaktion der Arbeitgeber auf die Forderung der IG BAU kam prompt: "Hohe Abschlüsse zu fordern, gehört zur Tradition und auch zum Marketing der Gewerkschaft. Zu groß sollte der Abstand zwischen Wunsch und Wirklichkeit allerdings nicht ausfallen, bevor man in seriöse Gespräche eintritt", sagt Christian Kloevekorn, Vorsitzender der Tarifkommission des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV), und fügt hinzu: "Während sich die Inflation mehr und mehr normalisiert, bleibt die Wirtschaftsprognose für Deutschland nachweislich mau und die Stimmung bei den Unternehmen der Gebäudereinigung laut aktueller Frühjahrsumfrage eingetrübt. Vor diesem Hintergrund ist eine Lohnforderung von 22,22 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten als geradezu abenteuerlich zu bezeichnen und kann nur deutlich zurückgewiesen werden." /GH