Die EFCI, europäischer Dachverband der Reinigungs- und FM-Branche, hat anlässlich der im Juni anstehenden Europawahl ein sogenanntes Manifest mit acht konkreten Forderungen an die Politik vorgestellt.

Mehr als 50 Gäste, darunter politische Entscheidungsträger, Vertreter der Wirtschaft und der Sozialpartnerorganisationen, waren am 6. März in Brüssel zusammengekommen. Das in diesem Rahmen präsentierte Manifest soll dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Effektivität der Branche auch in Zukunft sicherzustellen. So geht es darin unter anderem um die Anerkennung des Handwerks und dessen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und sozialen Integration, um die Forderung nach Bürokratieabbau und um den Einsatz für Nachhaltigkeit.
Lorenzo Mattioli, Präsident der EFCI, eröffnete die Veranstaltung mit einer ausführlichen Präsentation der einzelnen Punkte, die von der Überarbeitung der Vorschriften für das öffentliche Auftragswesen bis zur Schaffung eines speziellen Ressorts innerhalb der Europäischen Kommission für arbeitsintensive Dienstleistungen reichen; des Weiteren von der Verabschiedung eines ausgewogeneren Ansatzes für die Gesetzgebung zur Reduzierung unnötiger Verwaltungs- und Regulierungslasten bis hin zur Anerkennung des Beitrags der Reinigungsbranche zur künftigen EU-Gesundheits- und Energieeffizienzpolitik.
Die gebotene Aufmerksamkeit schenken
"Mit einem Jahresumsatz von 120 Milliarden Euro und mehr als vier Millionen Beschäftigten in diesem Sektor leistet die von uns vertretene Branche einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft der EU", betonte Mattioli und forderte daher: "Nachdem wir so deutlich gezeigt haben, was wir für den europäischen Aufschwung getan haben, ist es nun an der Zeit, dass die von uns erbrachten Dienstleistungen nicht länger als Handelsware betrachtet werden und dass die politischen Entscheidungsträger auf allen Ebenen – sowohl in unseren jeweiligen Heimatländern als auch hier in Brüssel – beginnen, unserem Sektor die richtige Aufmerksamkeit zu schenken."
Nach dieser Einleitung ergriffen die Europaabgeordneten Salvatore De Meo (EVP) und Carlo Fidanza (ECR) per Videobotschaft das Wort, um ihre Unterstützung für die im Manifest genannten Prioritäten zu bekunden. De Meo betonte dabei die Notwendigkeit eines neuen gesetzgeberischen Ansatzes, der die Herausforderungen der Unternehmen in Europa pragmatischer und weniger ideologisch angehe, während Fidanza eine andere Sichtweise auf Umweltthemen und eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse der KMU ansprach. Weiterhin erklärte Fidanza, dass die nächste Kommission die Besonderheiten des arbeitsintensiven Dienstleistungssektors gebührend berücksichtigen und geeignete Strukturen – sowohl auf Kollegiumsebene als auch auf operativer Ebene – schaffen müsse, die eine einfachere und unmittelbarere politische Interaktion ermöglichen.
Im zweiten Teil der Veranstaltung tauschten sich Vertreter der Industrie und der EFCI-Mitgliedsverbände in einer Podiumsdiskussion – moderiert von Dave Keating, Brüsseler Korrespondent von France 24 – eingehend über die verschiedenen im Manifest genannten Prioritäten aus.