Agentur für Arbeit bei der Innung Essen-Mülheim-Oberhausen Beratung für Berater

Einen neuen Weg in der Imagewerbung für die Gebäudereiniger ist die Innung Essen-Mülheim-Oberhausen gegangen. Sie lud die Berufsberater der Agentur für Arbeit in Essen ein, sich vor Ort von den vielfältigen Leistungen der Gebäudereiniger zu überzeugen. Normalerweise beraten die Mitarbeiter Interessierte über mögliche Ausbildungsberufe, darunter natürlich auch über den Beruf des Gebäudereinigers. Die Innung ging jetzt den umgekehrten Weg: Sie beriet die Berater.

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    Uwe Lehmans, Lehrlingswart der Essener Gebäudereiniger-Innung, informiert Mitarbeiter der Arbeitsagentur Essen über die Schädlingsbekämpfung.
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    Eine Einscheibenmaschine ist nicht einfach zu bedienen. Uwe Lehmans zeigt Stephanie Geldmacher vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Essen, wie man’s richtig macht.

Beratung für Berater

- Insgesamt sechs Mitarbeiter vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Essen und aus der Berufsberatung informierten sich beim Lehrlingswart der Gebäudereiniger-Innung Essen-Mülheim-Oberhausen, Uwe Lehmans. „Wir möchten die einzelnen Berufe nicht immer nur im DIN-A4-Format kennenlernen, sondern uns auch direkt vor Ort über das jeweilige Berufsfeld orientieren“, begründete Stephanie Geldmacher vom Arbeitgeberservice den Besuch vor Ort. Gerade der Beruf des Gebäudereinigers, so Uwe Lehmans, leidet an mangelnder Akzeptanz in der Öffentlichkeit, denn man verbinde diesen Beruf zu Unrecht noch ausschließlich mit „Putzen“.

Auch die anwesenden sechs Auszubildenden aus der überbetrieblichen Lehrwerkstatt der Innung bestätigten, dass es im Freundeskreis immer noch Vorurteile gegenüber dem Beruf des Gebäudereinigers gebe. Die Freunde seien überrascht, wenn sie erfahren, was alles zu diesem Beruf gehöre. „Ich sage meinen Freunden dann immer, mach den Job doch mal selber, dann weißt du erst, was alles gefordert wird“, so einer der Auszubildenden. Dass zu diesem Beruf viel mehr als nur Reinigen gehört, wurde vor Ort sehr schnell deutlich, auch wenn der eine oder andere Teilnehmer die Tipps zum richtigen Fensterputzen sicherlich gerne mitgenommen hat. Welche Reinigungsmittel nehme ich für welche Oberflächen?
Worauf muss ich beim Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln achten? Welche Maschinen sind für welche Zwecke am besten geeignet? Warum sollte sich ein Gebäudereiniger auch in Physik, Biologie und Chemie auskennen? Wozu brauche ich eine „Maskentauglichkeitsprüfung“?

Mit großer Begeisterung schilderte Uwe Lehmans die Einsatzbereiche von Gebäudereinigern nicht nur in der Glas- und Unterhaltsreinigung, sondern auch beim Schleifen von Parkettböden, der Schädlingsbekämpfung, beim Steinschleifen oder der Fassadensanierung. Es blieb allerdings nicht allein bei der theoretischen Darstellung, sondern mancher Berufsberater musste selbst feststellen, wie schwierig es z.B. sein kann, eine Einscheibenmaschine zum Reinigen von Oberflächen „in der Bahn zu halten“. Und auch das Erklettern einer Leiter ist nicht jedermanns Sache.

Rolf Spengler vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur bestätigte, dass die Mitarbeiter in der Arbeitsagentur eher selten die Möglichkeit haben, vor Ort unmittelbar einen Einblick in einzelne Berufe zu bekommen. „Von daher hat uns der Besuch heute zahlreiche, auch neue Einblicke in das Berufsfeld des Gebäudereinigers gegeben. Diese Informationen werden wir sicherlich auch an unsere Kolleginnen und Kollegen weitergeben.“ Uwe Lehmans wies abschließend darauf hin, dass im Gebäudereiniger-Handwerk nach wie vor ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stünden. Mit der überbetrieblichen Lehrwerkstatt in Essen sei außerdem sichergestellt, dass die Auszubildenden auch die Bereiche kennenlernen, die ihr Ausbildungsbetrieb vielleicht nicht anbietet. „Unser Beruf ist spannend und vielseitig. Wir verkaufen Kunden keine Reinigung, sondern Sauberkeit, und die gehört nun einmal zum Wohlgefühl jedes Menschen.“

LIV NRW | markus.targiel@holzmannverlag.de