Wie Gebäudereiniger-Azubis ihre Ausbildung beurteilen „Jetzt denke ich: Schön war es!“

Was war in Berufsschule und praktischer Ausbildung gut, was könnte verbessert werden? Gebäudereiniger-Azubis, die in Metzingen zur Berufsschule gehen, haben kurz vor der Gesellenprüfung im Deutschunterricht bei Lehrerin Hilde Aubermann Rückschau gehalten.

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    Rückblick am Ende der Ausbildung: die Schüler der Klasse GR1, ...
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    ... der Klasse GR2 ... Bilder: Gewerb­liche Schule Metzingen
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    ... und der Klasse GR3 haben nach drei Jahren Bilanz gezogen.

Die Klassen waren mittlerweile sehr übersichtlich geworden, es hatte Kündigungen und Abbrüche gegeben. „In diesem Jahr gab es erstaunlich wenig Kritik an der Ausbildung“, sagt Deutschlehrerin Hilde Aubermann. Nur zwei Schüler monierten, dass sie monatelang die gleiche Tätigkeit zu verrichten hatten und den Umgang mit unterschiedlichen Maschinen im Betrieb kaum einüben konnten. Die Wohnheime in Metzingen kamen, was Einrichtung und Essen betrifft, nicht immer gut weg. Hauptthema war allerdings der nächtliche Lärm durch Mitschüler. Die Lehrer blieben weitestgehend ungeschoren, nur das Fach Religion wurde hitzig diskutiert. Hier einige Auszüge aus den Gesprächen:

  • „Gut war: Die Lehrer waren super korrekt. Gute Vorbereitung für die Prüfung, verschiedene Projekte, schöne Ausflüge. Was man in der Schule gelernt hat, konnte man gut in der Praxis umsetzen. Was verbessert werden könnte: mehr Praxisunterricht in der Schule.“ ( Ünsal )
  • „Für mich war die Schule sehr gut, weil ich meine Deutschkenntnisse und mein Allgemeinwissen sehr verbessern konnte. Mein Ausbildungsbetrieb ist der beste: Immer wenn ich sagte, dass ich etwas üben muss, durfte ich das sofort und bekam Hilfe. Es muss nichts verbessert werden, es war alles gut.“ (Alexandra)
  • „Fachtechno: Sehr strukturiert, anschaulich erklärt, vielfältige Medienauswahl (+), Wirtschaft: Spielerisch gelernt, offen für Fragen und Diskussionen (+), Gemeinschaftskunde: Unnötiges Fach, nichts dazugelernt, fühle mich nicht ausreichend auf die Prüfung vorbereitet (–), Praxis: viel zu wenig Praxiserfahrung (–).“ (ohne Namensnennung)
  • „Der Technounterricht bei Frau Pfaller gefällt mir besonders gut. Ich habe viele neue Leute kennen gelernt und mein Deutsch verbessert.“ (Tetjana)
  • „Wirtschaft war sehr interessant, nie langweilig, immer viele neue Sachen gelernt. Fachtechnologie war so gemacht, dass jeder alles versteht. Mein Deutsch ist sehr viel besser geworden. Mathe habe ich endlich verstanden!!! Praxis hätte ich gern mehr in Schule und Betrieb gehabt.“ (Valentina)
  • „Gut war: Man lernt viele neue Leute kennen. Der Unterrichtsstoff ist nicht zu schwer. Durch den Blockunterricht ein abwechslungsreiches Leben. Die Pizza in der Schule in der Mittagspause ist der Wahnsinn! Verbessert werden könnte: Keine Wirtschaftskunde mehr! Das ist ein ... Fach.“ (Robin)
  • „Es war gut, neue Leute kennen zu lernen und zu erfahren, wie unterschiedlich die Ausbildung in den Betrieben ist. In der Schule hat mir eigentlich alles gefallen. Die Lehrer sind alle sehr nett und hilfsbereit. Was ich in der Schule gelernt habe, konnte ich im Betrieb gut umsetzen und andersherum.“ (Regina)
  • „Gut: gute Lehrer, gutes Zusammenleben in der Klasse, spür­barer Respekt und Toleranz. Schlecht: Ich finde, der Praxis­unterricht könnte öfter in der Woche stattfinden.“ (Erol)
  • „Ich finde den Bezug der Lehrer zu ihren Schülern besonders gut. Von anderen Schulen bin ich gewohnt, dass die Lehrer eine nahezu desinteressierte Distanz wahren. Hier hatte ich das Gefühl, dass den Lehrern das Wohl des Einzelnen am Herzen liegt.“ (Frederic)
  • „Die Zeit mit den neuen Freunden aus der Schule war sehr schön. In Metzingen ist alles in der Nähe der Schule. Bloß parken kann man nicht, das sollte dringend verbessert werden. Das Fach Religion sollte durch Ethik ersetzt werden. Die Ausbildung war sehr abwechslungsreich und wird mir in meinem künftigen Leben von Vorteil sein.“ (Jason)
  • „Am Anfang hatte ich es sehr schwer mit den Lehrern. Ich habe  mich halt zusammengerissen. Irgendwann kam der Moment, in dem mir klar wurde, dass es um meine Ausbildung geht. Mit meinen Mitschülern hatte ich schöne Momente. Ich habe viele neue Gesichter kennen gelernt. Die Ausbildung dürfte ruhig kürzer sein.“ (ohne Namensnennung)
  • „Es war gut, dass die Schule in Metzingen ist und nicht an meinem Wohnort. Das bringt Abwechslung!“ (Flamur)
  • „Schön war die Zeit mit meinen Freunden und der EnergyDrink in der Pause. Der Unterricht hat meistens sogar Spaß gemacht.“ (Kai)
  • „Ich komme aus Schweinfurt und es sollte mehr Gebäude­reinigerschulen in der Nähe geben.“ (Mike)
  • „Am Anfang denkt man sich: Naja, ein bisschen Wischen ist ja nicht viel. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass der Beruf sehr vielseitig und umfassend ist. Jetzt, am Ende der Ausbildung, blicke ich zurück und denke: Schön war es. Ich werde mich später gern an die Eindrücke und Erfahrungen in der Schule erinnern. Der Blockunterricht ist sehr angenehm, da man aus seinem Alltag rauskommt. Ich komme aus Kassel, die Schule ist in Metzingen, ein kleines Abenteuer! Die Schule war sehr angenehm, mit ‚kompetenten Lehrern. Mir hat es Freude gemacht.“ (Timo)
  • „Gegenüber der Schule gibt es einen sehr guten Imbiss, die Lehrer sind sehr nett.“ (Azran)
  • „In meiner Ausbildung hat mir ziemlich alles gut gefallen. Neue Freunde, coole Lehrer, super Zusammenhalt in der Klasse. Im Betrieb habe ich Arbeitskollegen kennengelernt, mit denen ich mich sehr gut verstehe. An der Schule braucht man nichts zu verbessern, nur die Duschen und WCs im Wohnheim. Sonst war alles sehr gut in meiner Ausbildung.“ (Umut)
  • „Man bekommt Einblick in fast alle Bereiche der Gebäude­reinigung, im Betrieb und in der Schule. An der Schule schätze ich, dass sich die Lehrer sehr gut um uns kümmern und uns viel helfen.“ (Jessi)
  • „Ich durfte Akkord arbeiten und hatte dadurch jeden Tag früh Schluss. Das war cool. Die Schule hat auch Spaß gemacht, das Klassenklima war okay, bis auf paar Einzelfälle. Im Großen und Ganzen hat meine Ausbildung Spaß gemacht.“ (Daniel)
  • „Im Betrieb war ich das Opfer meiner Lustlosigkeit. Aber seit dem vergangenen Jahr arbeite ich ordentlich, schnell und sauber. Die Schule und meinen Betrieb kann ich nur empfehlen.“ (Kai)
  • „Ich finde, dass in meiner Ausbildung alles gut war. Die Lehrer, meine Kollegen und meine Meisterin waren für mich da, wenn ich Probleme in der Schule oder im Betrieb hatte. Mit meinen Noten bin ich absolut zufrieden, in der Schule in Metzingen wurde ich super ausgebildet.“ (Dennis)
  • „Gut war, dass die Lehrer sich wirklich darum gekümmert haben, dass wir die Themen verstehen. Es wurde genau gezeigt, welche Chemie man für welche Materialien einsetzt. Ich erlaube mir jetzt keine Fehler mehr beim Einsatz von Reinigungsmitteln. Im Betrieb fand ich gut, wie sehr man sich um uns gekümmert hat. Einige Themen in der Schule waren unnütz für mein Leben, zum Beispiel unterschiedliche Rattenarten.“ (ohne Namensnennung)
  • „Das Sportfest war einwandfrei, mein Heimweh nicht.“ (ohne Namensnennung)
  • „Metzingen ist eine schöne Schule, um seinen Abschluss zu machen. Die Lehrer bringen einem die Themen verständnisvoll nahe und sind sehr nett zu jedem. In meiner Ausbildung habe ich jede Menge interessante Leute kennen gelernt.“ (Julian)

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