Der Gebäudedienstleister Wisag hat eine neue Unternehmenszentrale in Frankfurt am Main bezogen. Das Bürogebäude im Stadtteil Niederrad, ehemals Sitz der IBM, wurde vom Unternehmen revitalisiert, nach ökologischen Gesichtspunkten umgestaltet und nach BREEAM DE (BRE Environmental Assessment Method) zertifiziert.

Waren die zentralen Einheiten des Unternehmens bislang auf verschiedene Standorte verteilt, kommen nun Holding-Gesellschaften und Stabsstellen in einer Zentrale zusammen und profitieren von kurzen Kommunikationswegen.
Bis 2020 überwiegend ökologische Produkte und Verfahren nutzen und Vorbild für den Schutz der Umwelt sein – diesem Ziel ist Wisag mit dem Einzug in die neuen Räume nach eigenen Angaben näher gekommen.
Das liegt zum einen daran, dass sich das Unternehmen für die Sanierung einer Bestandsimmobilie und gegen einen Neubau entschieden hat: Schließlich gehen bei der Errichtung eines Gebäudes fast 50 Prozent des CO2-Ausstoßes auf das Konto des Rohbaus.
Zum anderen legte Wisag bei den Revitalisierungsmaßnahmen großen Wert auf Umweltaspekte. Als Ergebnis erhielt die Immobilie bei der Bewertung nach BREEAM DE ein „Exzellent“.
Für die Zertifizierung nach dem internationalen Kodex für Nachhaltigkeit im Bauwesen werden die ökologischen Maßnahmen beurteilt und in Zahlen bemessen. In die Gesamtbewertung fließen unterschiedliche Kriterien ein - wie Energie, Abfall oder Material. Das Zertifikat erteilt die DIFNI (Deutsches Private Institut für Nachhaltige Immobilienwirtschaft). Es wird jährlich überprüft und neu bewertet. Audits und Beratung für die Zertifizierung erfolgten durch die 2COM, das Beratungsunternehmen der Wisag Facility Service Holding.
Die Entscheidung zugunsten des BREEAM-DE-Verfahrens fiel, weil es dabei neben der Bewertung des Gebäudes die Möglichkeit gibt, den Betrieb der Immobilie und sogar die Nutzer und ihr Verhalten beurteilen zu lassen. Diese beiden ergänzenden Zertifizierungen strebt Wisag in den kommenden Jahren an.
Innerhalb des Gebäudes wurden vielfältige Maßnahmen im Hinblick auf Ökologie und Energieeffizienz verwirklicht – von der Klimatechnik über Fenster und Beleuchtung bis hin zur Raumgestaltung. Ein Beispiel dafür ist die Wärmepumpe. Gespeist aus einem eigenen Brunnen arbeitet sie mit dem Grundwasser aus 38 Meter Tiefe. Das gleichbleibend kalte Wasser produziert so je nach Bedarf Wärme oder Kälte, rund 80 Prozent der Heiz- und Kühllast können so gedeckt werden. Die Klimatisierung der Geschosse erfolgt über Heiz-Kühl-Decken, durch die das kalte oder warme Wasser fließt. Damit kann eine Kühlung von bis zu sechs Grad gegenüber der Außentemperatur erreicht werden. Der Effekt im Sommer: ein angenehmes Klima, ganz wie in einem wohltemperierten Altbau und ohne Zugluft.
Die Wärmegewinnung im Winter erfolgt gleichfalls energieeffizient: So setzt Wisag im ersten Schritt Abwärme des hauseigenen Rechenzentrums ein. Reicht diese Quelle nicht aus, kommt ergänzend durch die Wärmepumpe gewonnene Erdwärme hinzu. Erst wenn diese Möglichkeit ausgeschöpft ist, kommt Fernwärme zum Einsatz.