Düfte sind sinnlich. Sie können positive Stimmung erzeugen und unser Wohlbefinden beeinflussen. Immer mehr gehört heute zum optimalen Hygienestandard neben der Oberflächenhygiene auch die Lufthygiene.
Die magische Wirkung der Düfte
-Die Lufthygiene wird zwar oft nur unterschwellig wahrgenommen, ist aber dennoch ein maßgeblicher Wohlfühlfaktor. Und wenn er sogar bewusst spürbar wird, ist er das umso mehr. Über die Nase aufgenommen, werden Düfte ans Riechzentrum im Gehirn weitergeleitet und lösen so Stimmungen und Befindlichkeiten aus. So wirkt etwa Orange anregend, Rosmarin konzentrationsfördernd und Lavendel harmonisierend und beruhigend. In der ganzheitlichen Medizin gewinnen positive Wirkstoffe einiger ätherischer Duftöle zunehmend an Bedeutung und kommen in der Aromatherapie zum Einsatz.
Duftmarketing
In der Wirtschaft wird das Thema Duftmarketing immer wichtiger. So zeigte eine Untersuchung von Hewlett-Packard, die ihren Messestand an der CeBIT beduftet hatten, dass sich die Besucher nachweislich deutlich länger am Stand aufhielten und das Personal weniger kränkelte. Kaufhäuser und Handelsketten haben mit Hilfe des Duftmarketings laut Eigenuntersuchungen ihre Umsätze um bis zu 20 Prozent steigern können. Die Universität Paderborn veröffentlichte eine umfassende Studie zum Thema Durftmarketing in Handel und Dienstleistung. Diese zeigte auf, dass sowohl die Kundenverweildauer als auch die Kauflust um etwa 15 Prozent gesteigert wurden.
Luftveredlung
Die moderne Raumlufttechnologie befasst sich entweder mit der hocheffektiven Reinigung der Luft oder mit deren atmosphärischen Qualitätsverbesserung durch Duftzusätze oder aber mit beiden in kombinierbarer Form. Die Geräte von Air Creative zum Beispiel, von Duftsäulen für verschiedenste Raumgrößen bis zu Installationen, welche direkt mit der Klima- und Belüftungsanlage kombiniert sind, arbeiten nach einem Dreistufensystem. Im ersten Schritt wird die Luft filtriert, danach werden auf biologische und umweltfreundliche Art Geruchsmoleküle neutralisiert und abgebaut und schließlich Duftstoffe (ätherische Öle) sehr fein und dezent der Luft beigefügt. Der Anbieter spricht von einer Luftveredlung. Immer öfter werden solche Duftsysteme im Objektbereich wie Verkaufslokalen, Bildungs- und Geundheitswesen, Gastronomie, Einzelhandel und Großraumbüros eingesetzt.
Die Duftveredlung kann die Kaufentscheidung beeinflussen und Vertragsabschlüsse begünstigen. Sie baut Ängste ab, fördert die Konzentration, Aufnahmefähigkeit und Leistung, verringert Krankheitstage und löst die Raucherproblematik.
Lufterfrischer
Im Reinigungsalltag sind es jedoch meistens noch die bekannten und gebräuchlichen Lufterfrischer, mit welchen der Eindruck von Sauberkeit vermittelt wird. Schätzungsweise etwa 3.000 verschiedene Duftstoffe werden von der Duftstoffindustrie in Wasch-, Reinigungs- und Pflegemitteln, in Kosmetika und für den Gebrauch in der Innenluft angeboten. Die Zulieferindustrie der Reinigungsbranche bietet eine große Auswahl solcher Produkte für unterschiedlichste Anwendungen an. Dabei reicht die Palette von billigen, sich schnell verflüchtigenden Parfüms bis zu teuren, ausgewogen formulierten Duftstoffen mit Kopf-, Herz- und Fußnote. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Rohstoffe. Diese können auf natürlicher oder synthetischer Basis beruhen.
Besser lüften statt beduften?
Doch wer mit chemischen Mitteln die Luft erfrischen will, reichert diese in Wahrheit mit weiteren, teils gefährlichen Chemikalien an. Der Verbraucher tut daher gut daran, sich über die chemische Zusammensetzung der Produkte zu informieren. Grundsätzlich ist im Umgang mit solchen Produkten immer Vorsicht geboten und Hautkontakte sind zu vermeiden. Raumlufterfrischer gehören auch nicht in Kinderhände. In den Duft- und Hilfsstoffen der meisten Lufterfrischer stecken flüchtige organische Verbindungen. Diese können bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen und Reizungen der Schleimhäute führen.
Welches System?
Die Duftstoffe sind der eine Teil, die Art, wie sie in die Luft verteilt werden, ein anderer. Die meisten Anbieter offerieren eine Vielzahl unterschiedlichster Systeme, der Käufer hat die Qual der Wahl. WC-Einhänger und Urinal-Blocks sollen nach Angabe der Hersteller neben der Abgabe von Duft noch reinigende Wirkung haben. Sie sind optisch unschön und der WC-Einhänger kann, wenn der Halter heruntergespült wird, zu Verstopfungen der Toilette führen.
Raumduftsprays in Aerosoldosen sind geeignet für den punktuellen Einsatz in Einzelräumen. Sie neutralisieren schlechte Gerüche und sind in einer Vielzahl von Duftvarianten erhältlich. Leider sind die meisten Formulierungen VOC-haltig und auch feuergefährlich. Die leeren Dosen müssen weggeworfen werden.
Produkte in Aerosoldosen kommen auch sehr häufig in Kombination mit fest montierten Spendern in öffentlichen Toiletten, Garderoben usw. zur Anwendung. Die batteriebetriebenen Spender erlauben eine auf den Einsatzort abgestimmte, kundenspezifische Programmierung der Einsatzzeiten und der Sprayhäufigkeit. So wird z.B. in einem Bürogebäude der Modus „wochentags im Einsatz, Samstag/Sonntag ausgeschaltet“ gewählt.
Ähnliche Dispenser kommen für Duftprodukte in Gelform zur Anwendung. Meist ist es dort ein kleiner Ventilator, der die gewünschte und programmierte Duftabgabe auslöst. Die Handhabung ist sehr einfach und problemlos. Leider ist der relativ häufig notwendige Batteriewechsel oft Grund für ein nicht funktionierendes Gerät im Waschraum.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es Geräte gibt, welche auf Licht oder Bewegung/Geräusche reagieren und so optimiert nur bei Benutzung der Toilette in Funktion treten. Auch diese verwenden in den meisten Fällen Batterien als Energiequelle.
Die altbewährte Methode des Verdunstens von Parfüm (Sandelholz, Ambre) kommt nicht nur im Privatbereich, sondern auch, kombiniert mit modernster Technologie, im Objektbereich wieder zum Einsatz. Eine kleine Treibstoffzelle erzeugt innerhalb der Duftkammer Wasserstoff, welcher ein bestimmtes Volumen an Duftstoff freisetzt. Diese Geruchskontrolllösung garantiert eine gleichbleibende Dosis an Duftstoffen über einen längeren Zeitraum. Das System arbeitet jedoch ohne Batterien, ohne Treibgase und ohne VOC-haltige Produkte. Die Komponenten sind recycelbar.
Zu guter Letzt seien noch die Duftreiniger erwähnt. Solche mit länger anhaltenden Duftstoffen versehene Oberflächenreiniger werden in erster Linie in der Treppenhausreinigung und im Sanitärbereich eingesetzt. Man riecht, dass gereinigt wurde. Noch lange nach der Reinigung liegt der Duft der Sauberkeit in der Luft – Duftmarketing des Reinigers!
Matthias Brunschwiler | mop – Gebäudemanagement