Bei Elastomerbelägen handelt es sich um die „Extremsportler“ unter den elastischen Belägen. Sie sind die erste Wahl, wenn es um die Ausstattung hochfrequentierter und stark beanspruchter Bereiche geht.
Hart im Nehmen – sensibel bei der Reinigung
-Diese Position verdienen sich die Elastomerbeläge durch eine ganze Reihe positiver Eigenschaften.
Sie sind:
- außerordentlich strapazierfähig sowie schwer entflammbar und halten sogar Zigarettenglut aus,
- resistent gegen Kurzeinwirkungen von verdünnten Säuren, Laugen, Ölen und Fetten,
- dauerelastisch, trittschalldämmend, rutschhemmend, antistatisch und maßstabil.
Elastomerbeläge bestehen heute in erster Linie aus Synthetikkautschuk, Ruß, Farbstoffen, Schwefel, Zinkoxid, Beschleuniger, Alterungsschutzmittel und verschiedenen Hilfsstoffen, die in einem differenzierten Verfahren vermischt und bearbeitet werden. Durch das abschließende Vulkanisieren entsteht aus der Kautschukmasse ein Elastomermaterial, das abriebfest sowie wasser- und dampfdicht ist.
Elastomerbeläge werden als Bahnen oder Fliesen bzw. Platten, in homogener oder heterogener Ausführung mit jeweils glatter oder strukturierter Oberfläche sowie mit Unterschicht aus Schaum hergestellt. Sie werden nach ihrem konstruktiven Aufbau in nachstehende drei Gruppen unterteilt:
- homogene und heterogene Beläge nach DIN 16850,
- Beläge mit Unterschicht aus Schaumstoff nach DIN 16851,
- Beläge mit profilierter Oberfläche (z. B. Gumminoppen)
nach DIN 16852.
Die Kautschukbeläge gibt es in einer vielfältigen Design- und Farbpalette, wie z.B. farbig granuliert, leicht marmoriert oder in Hammerschlagoptik. Der bekannteste unter ihnen ist der Gumminoppenboden.
Bauschlussreinigung und Grundreinigung
Die Erstreinigung bzw. Bauschlussreinigung sollte unbedingt vor der Nutzung durchgeführt werden, frühestens jedoch 48 Stunden nach der Verlegung, damit gewährleistet ist, dass der Klebstoff abgebunden hat. Bodenbeläge aus Kautschuk sind in der Regel werksseitig mit einer Schutzschicht versehen, welche während der Bauphase vor zu starken Verschmutzungen schützen soll. Die Schutzschicht muss unter Verwendung eines geeigneten Grundreinigers entfernt werden, da sie bei der weiteren Reinigungs- und Pflegebehandlung störend wirken kann.
Da Gummibeläge gegenüber Langzeiteinwirkungen von alkalischen Reinigern empfindlich sind, kommen für die Grundreinigung nur Produkte in Frage, die auch für Linoleumbeläge geeignet sind.
Die Anwendungskonzentration muss also unter pH-Wert 10 liegen. Stark abrasive Pads oder Bürsten (schwarze oder grüne) sind ebenfalls für die Grundreinigung ungeeignet, da sie die Belagoberfläche zerkratzen. Es dürfen nur weiche Bürsten oder Pads (rote, gelbe oder weiße) eingesetzt werden.
Die Arbeitsschritte sehen wie folgt aus:
1. Grobschmutz wird durch Kehrgeräte bzw. Kehrsaugmaschinen aufgenommen bzw. durch Absaugen entfernt. Zuvor werden Zement- und Lackreste mit einem Holzspatel bzw. einer Klinge abgestoßen. Dispersionsfarben lassen sich mit einem alkalischen Grundreiniger (maximaler pH-Wert: 9) und mit einem roten Handpad leicht entfernen.
2. Dann wird das Entschichtungsmittel entweder mit einer langsam laufenden Einscheibenmaschine (150 U/min) oder mit einer Kompakt-Scheuersaugmaschine mit Walzenschrubbkopf abschnittsweise aufgelegt. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Entschichtungsflotte nicht antrocknet. Das Entschichtungsmittel muss circa zehn Minuten einwirken, um die Trennschicht oder alte Beschichtungsreste/Pflegemittelaufbauten anzulösen bzw. zu „knacken“. Während der Einwirkzeit wird die vorgelegte Fläche entweder mit der Einscheibenmaschine in stark überlappenden, kreisförmigen Bahnen abgeschrubbt
bzw. mit einer Kompaktscheuersaugmaschine mit Walzenschrubbkopf mehrfach kreuzweise abgefahren. Eventuell muss dabei Entschichtungsmittel nachgelegt werden. Sind die Entschichtungsreste vollständig angelöst, folgt das Aufsaugen der Schmutzflotte mit einem Nass-/ Trockensauger bzw. dem Schrubbautomaten.
3. Danach muss der Belag mit klarem Wasser neutralisiert werden, entweder mit dem Wischmoppverfahren und anschließender Aufnahme durch den Nass-/Trockensauger oder durch Abfahren mit der Scheuersaugmaschine. Schon ab einer Flächengröße von 200 m² ist der Einsatz einer Kompaktscheuersaugmaschine wirtschaftlich.
4. Im Anschluss daran den Fußboden vollständig trocknen lassen, da es sonst bei vorzeitiger Beschichtung bzw. Einpflege durch Restfeuchte im Belag zu Fleckenbildungen kommen kann.
5. Bei der Einpflege bzw. Beschichtung werden Pflegemittel auf den Belag aufgetragen, die ihn bei mechanischer Beanspruchung schützen und außerdem die nachfolgende Unterhaltsreinigung erleichtern.
Auf keinen Fall dürfen Selbstglanzdispersionen aufgetragen werden, die hochstrapazierbare, metallvernetzte Pflegefilme ergeben. Diese geben bei Belastungen des Bodens nicht nach und reißen. Außerdem lassen sie sich bei einer später erforderlichen Grundreinigung nur sehr schwer oder unzureichend wieder entfernen. Zur Einpflege bzw. Beschichtung kommen daher nur weiche, wachshaltige Pflegemittel in Frage, da nur sie in der Lage sind, sich den Schwingungen des Belags anzupassen.
a) Einpflege: Hierbei wird eine geeignete Selbstglanzdispersion hauchdünn abschnittsweise mit einem Sprayer aufgesprüht und mit einer Einscheibenmaschine mit weicher Bürste eingearbeitet. Es ist darauf zu achten, dass der Pflegefilm während des Einarbeitens nicht eintrocknet, d.h., es muss nass in nass gearbeitet werden. Wenn der Pflegefilm nach ca. 60 Minuten getrocknet ist, wird der Vorgang nochmals wiederholt.
b) Beschichtung: Das Beschichtungsmittel auf Wachsbasis muss vor dem Auftragen geschüttelt werden. Anschließend wird es pur in kleinen Lachen auf den grundgereinigten und trockenen Belag aufgetragen. Dann wird das Mittel mit einem Lammfellwischer gleichmäßig kreuzweise verteilt, so dass der Belag vollständig benetzt ist.
Je nach Beanspruchung und Zustand des Belags ist ein zweiter Auftrag empfehlenswert, zumal ältere Beläge die erste Beschichtung stark aufsaugen. Um den Belag wieder vollständig belasten zu können, ist eine Aushärtung der Beschichtung von mindestens zwölf Stunden erforderlich. Soll ganz auf Einpflege bzw. Beschichtung verzichtet werden, besteht die Möglichkeit, einen matten Glanz auf dem Belag zu erzeugen.
Die Voraussetzung dafür ergibt sich aus den parafinhaltigen Alterungsschutzmitteln, die im Laufe der Zeit immer wieder an die Oberfläche wandern und auspolierbar sind. Eine weitere Möglichkeit besteht dann, wenn seifenhaltige Unterhaltsreinigungsmittel verwendet und auspoliert werden. Diese Verfahren haben sich insbesondere bei Gumminoppenböden bewährt. Aber Achtung: Bei kalkhaltigem Wasser besteht bei dieser Möglichkeit die Gefahr von Kalkseifenbildung.
Die Unterhaltsreinigung
Für die Unterhaltsreinigung bieten sich je nach Flächengröße zwei Methoden an: die manuelle und die maschinelle. Bei der manuellen Reinigung gibt es bei mäßigem Schmutzanfall mit lose aufliegendem Schmutz die Möglichkeit des Saugbohnerns, d.h. des Einsatzes einer Einscheibenmaschine (300–400 U/min), die mit Saugring/-einheit und weichen Bürsten/Pads ausgestattet ist. Dabei wird gleichzeitig die Einpflege bzw. Beschichtung aufpoliert. Alternativ dazu kann auch feucht gewischt werden.
Bei haftenden, wassergebundenen Verschmutzungen ist Nasswischen unumgänglich. Dazu sind Wischmopp, Wischeimer und – je nach Schmutzeintrag – ein Wischpflegemittel in ein- bis dreiprozentiger Lösung erforderlich. Zur Wischpflege werden Seifenreiniger oder Wischpflegemittel mit wasserlöslichen Polymeren oder Allzweckreiniger verwendet.
Für die maschinelle Unterhaltsreinigung, mit der eine viel höhere Flächenleistung möglich ist, wird eine Scheuersaugmaschine benötigt, die in der Ein-Schritt-Methode arbeitet: Sie bringt die Wischpflege in der ein- bis dreiprozentigen Lösung auf, bürstet sie ein und saugt sie im gleichen Arbeitsgang wieder ab. Der Belag ist sofort wieder begehbar.
Auf einem strukturierten Belag mit z.B. Hammerschlagstruktur oder Gumminoppe ist eine Maschine mit Walzenschrubbkopf von großem Vorteil, da die kontrarotierenden Walzenbürsten optimal in die Struktur eingreifen und den Schmutz herauslösen. Der Absaugbalken sollte dabei mit hochelastischen Antistreifenlippen bestückt sein, da sich dieses Material besonders gut der Oberflächenstruktur anpasst und sicher die Feuchtigkeit aus den Vertiefungen herausholt.
Aufpolieren/Auffrischen
Leichte Kratzer bzw. Absatzspuren lassen sich problemlos mit einem Spraycleaner beseitigen. Dazu wird das Cleanermittel vor allem auf die Verstrichungen aufgesprüht und entweder mit einem Polierautomaten oder einer Walzenschrubbmaschine mit weichen weißen Bürsten bzw. gelben Padwalzen auspoliert. Auf diese Art und Weise gereinigt und gepflegt werden die Elastomerbeläge trotz hoher Belastung und Frequentierung immer einen guten Eindruck machen sowie trittsicher und lange haltbar sein.
Gerd Heidrich, Schulungsleiter Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH | Niels W. Buhrke, freier Journalist