Feinstaubbelastung in Innenräumen Textilbeläge klar im Vorteil

Die hohen staubbindenden Eigenschaften von textilen Bodenbelägen bedeuten eine geringere Feinstaubbelastung und bringen Allergikern Linderung. Eine Studie zeigt, dass Haushalte mit Teppichböden eine halb so große Feinstaubbelastung aufweisen als solche mit nichttextilen Belägen.

Textilbeläge klar im Vorteil

-Teppichböden binden sehr effizient Staub. Staub- und Luftkeime, die sich in der Raumluft befinden, werden von den Teppichfasern festgehalten und nicht an die Atemluft abgegeben. Im Gegensatz dazu werden von nichttextilen Belägen bei jedem Luftzug Keime erneut aufgewirbelt und von den Raumnutzern eingeatmet. Daher weisen Räume mit Teppichböden einen bis zu 50 Prozent geringeren Staubgehalt auf als Räume mit nichttextilen Böden. Dieser hygienisch sehr vorteilhafte Aspekt ist besonders für Allergiker von großer Bedeutung.

Heute steht vor allem die Diskussion über Feinstaubemissionen immer wieder auf der politischen Tagesordnung. Dass die Gefährdung durch Feinstaub keinesfalls zu unterschätzen ist, beweist eine EU-Studie. Sie kommt zum Schluss, dass die Lebenserwartung des Menschen durch die Feinstaubbelastung durchschnittlich um neun Monate verkürzt wird. Die WHO kommt zu ähnlichen Schlüssen.

Die in der Öffentlichkeit geführte Debatte zum Thema Fein- und Feinststaub fokussiert sich aber meist nur auf Außenräume – auf Städte bzw. stark befahrene Straßen. Wie aber sieht die Belastung durch die gesundheitsschädigenden Substanzen in Büros und Wohnräumen aus – ein Bereich, in dem der Mensch immerhin 90 Prozent seines Lebens verbringt? Der Befund ist alarmierend: In vielen Räumen liegt die Belastung über den international festgelegten Grenzwerten. Ein Zustand, der auf öffentlichem Grund ein sofortiges Fahrverbot nach sich ziehen würde!

Feinstaub ist besonders für Allergiker ein großes Problem. Dabei sind es nicht nur die Staubpartikel an sich, die eine reizende Wirkung auslösen. An die Partikel sind oft noch andere Schadstoffe gebunden, wie z.B. Allergene, die mit dem Staub tief in die Lunge eingeatmet werden.

Textile Beläge sind überlegen

Es besteht Handlungsbedarf. Was aber ist zu tun? Eine repräsentative wissenschaftliche Untersuchung des deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) zeigt: Bei nichttextilen Böden steigt das Risiko einer erhöhten Feinstaubbelastung deutlich, während ein Teppichboden dieses Risiko minimiert. Die durchschnittliche Feinstaubkonzentration in Innenräumen mit nichttextilen Böden liegt mit 62,9 µg/m³ deutlich oberhalb des Grenzwertes von 50 µg/m³. In Haushalten mit Teppichböden liegt der Mittelwert bei 30,44 µg/m³ und damit weniger als halb so hoch als bei den nichttextilen Böden sowie deutlich unterhalb des festgelegten Grenzwertes. Damit ist vor allem für Allergiker und Personen, die bereits eine Vorschädigung der Atemwege aufweisen, die Auswahl eines Teppichbodens eine wesentliche Präventionsmaßnahme.

Dabei sind vor allem kurzflorige und dichte Teppiche zu wählen, von denen Staub und Allergene einfach abgesaugt werden können. Für Allergiker empfiehlt sich zudem, den Teppichboden zweimal wöchentlich zu reinigen, und zwar mit einem für Allergiker geeigneten Staubsauger, der über einen rotierenden Bürstenvorsatz und Mikrofilter verfügt.

Teppich Forum Schweiz | markus.targiel@holzmannverlag.de