»Gibt es im Bereich Gesundheitswesen tatsächlich einen Trend zum Insourcing von Reinigungsleistungen?«
Nutzen Sie selbstbewusst das Marktpotenzial
- Wenn es um Reinigung im Gesundheitswesen geht, höre ich in letzter Zeit immer wieder von Marktteilnehmern die Aussage, viele Auftraggeber tendierten verstärkt zum Insourcing von Reinigungsleistungen, d.h., diese werden nicht mehr fremdvergeben sondern von eigenen Mitarbeitern erbracht. Mir fehlt eine statistische Zahl, die diese Aussage untermauern würde. Zudem habe ich etliche Fallstudien im Gesundheitswesen für rationell reinigen gemacht, die der oben genannten Aussage widersprechen.
Auf der anderen Seite kann ich die wiederholt gehörte Aussage nicht einfach ignorieren, zumal sie von Personen kommt, die in diesem Bereich tätig sind und über entsprechende Marktkenntnisse verfügen. Sind wir also mitten in einer Entwicklung, die Sie, die Gebäudereiniger, bedenklich stimmen sollte?!
Laut dem Branchenporträt Gebäudereiniger-Handwerk aus dem Jahr 2007 generieren Gebäudereiniger sieben Prozent ihres Gesamtumsatzes im Gesundheitswesen. Leider liegen uns keine Daten darüber vor, ob sich die Zahl seitdem rückläufig entwickelt hat oder nicht. Gern können Sie der Redaktion in Form eines Leserbriefs berichten, welche Erfahrungen Sie in diesem Bereich gemacht haben. Können Sie diese Aussagen zum Thema Insourcing, die die Redaktion immer wieder hört, bestätigen?
Sollte sich der beschriebene Sachverhalt jedoch tatsächlich bestätigen, darf getrost nach dem Warum gefragt werden. Liegt es an den erbrachten Leistungen? Das kann eigentlich nicht sein. Denn wer, wenn nicht der Gebäudereiniger, hat hier die größten Kompetenzen?! In dem einen oder anderen Fall mag es so gewesen sein, dass die Leistungen nicht den Wünschen des Objektbetreibers entsprochen haben. Aber dies dürften Ausnahmefälle sein.
Speziell im Fall von Senioreneinrichtungen höre ich als Begründung: „Wir leisten uns bewusst die teurere Reinigung mit eigenem Personal, weil unsere Mitarbeiter Bezugspersonen für die an Kontakten armen Bewohner sind und sich auch mal Zeit nehmen können.“ Zugegebenermaßen stehen die Dienstleister meist unter Zeitdruck. Allerdings haben wir in rationell reinigen oft über Gebäudereiniger berichtet, die sehr erfolgreich im Gesundheitswesen tätig sind und dort zum Teil ihr Kerngeschäft sehen (siehe auch rationell reinigen 3/2011, Seite 17 ff.).
Egal welche Gründe es sein mögen, die Auftraggeber zum Insourcing bewegen. Für Sie, die Gebäudereiniger, sollte dies Ansporn sein, diese mit gutem Beispiel vom Gegenteil zu überzeugen. Schließlich liegen hier offenbar Marktpotenziale brach, die jeder Gebäudereiniger selbstbewusst nutzen sollte.
Markus J. Targiel
