Die Qualität spielt die deutlich wichtigere Rolle in der Erwartungshaltung von Unternehmen gegenüber Facility-Service-Dienstleistern als der niedrigste Preis. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Lünendonk-Studie.

Ein weiteres Ergebnis: Obwohl sich die Auftraggeber bewusst sind, dass die Preise wohl aufgrund des Personalmangels in der Branche steigen werden, geht der Trend zu Qualitätsdienstleistungen. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass hohe Reklamationsquoten oder ein notwendiger früher Dienstleisterwechsel Aufwand verursachen, der oftmals deutlich über den Einsparungen gegenüber einem höheren Qualitätsniveau liegt.
Zukunftsthema Digitalisierung
Das mit Abstand wichtigste Zukunftsthema ist nach Einschätzung der befragten Auftraggeber-Unternehmen die Digitalisierung in der FM-Branche. Darunter sind zunächst die grundsätzlich neuen Möglichkeiten der Gebäudebewirtschaftung zu verstehen, die sich erst durch den Einsatz von IT bewerkstelligen lassen – von der Erfassung von Gebäuden in Software-Lösungen über ihre umfassende Abbildung (Building Information Modeling) bis hin zum 3-D-Druck von kleinen Ersatzteilen. Künftig werden nur Anbieter im Markt bestehen, die Intelligenz in die Services und Produkte bringen, so die überwiegende Meinung.
Weniger Personal - höhere Preise
Gleichwohl ist eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre nicht die Digitalisierung des Gebäudemanagements, sondern der Personalmangel. Hier sind sich Auftraggeber und Dienstleister einig, dass die begrenzte Zahl verfügbarer Mitarbeiter zwangsläufig zu steigenden Preisen führt. „Mit höheren Preisen wird – so die Hoffnung – die Bedeutung von Qualität und Konzepten zunehmen“, sagt Jörg Hossenfelder. „Denn bietet ein Service-Unternehmen ausreichende personelle Quantität und Qualität, ist dies inzwischen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.“
Hohe Bedeutung messen die Befragten darüber hinaus den Integrierten Services ebenso zu wie der Nachhaltigkeit. So sehen die Auftraggeber-Unternehmen für ihre eigene Strategie das stärkere Übertragen des Service-Managements an die Dienstleister als Weg der Zukunft an. Dabei legt ein Großteil der Studienteilnehmer Wert auf den ökologischen Aspekt. Mehr als ein Drittel von ihnen gab an, dass nachhaltige Facility Services einen klaren Mehrwert haben. Sie werden zunehmend als Hilfsmittel zur effizienten Unterstützung der eigenen Unternehmensstrategie betrachtet.
Standardisierung nimmt zu
Insgesamt beobachten die Auftraggeber eine wichtige Voraussetzung für die Professionalisierung und Weiterentwicklung der Branche: Die Standardisierung und Bündelung von Leistungen sowie deren flächendeckende Verfügbarkeit nehmen zu. Denn soll die Digitalisierung auch im Facility Management zu qualitativen Verbesserungen und Effizienzsteigerungen führen, ist eine stärkere Standardisierung dringend geboten.
Das sind Ergebnisse der von Lünendonk & Hossenfelder durchgeführten Auftraggeberbefragung. Darin analysiert das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen aus Mindelheim parallel zu den seit 15 Jahren etablierten Lünendonk-Studien der Facility-Service-Unternehmen in Deutschland den Facility-Management-Markt erstmalig auch aus der Perspektive der Auftraggeber. Die 75 Studienteilnehmer repräsentieren Unternehmen, die für einen 2017 erzielten Umsatz von 778 Milliarden Euro und 5,5 Millionen Mitarbeiter stehen.
Die neutrale Auftraggeberstudie wurde mit freundlicher Unterstützung der Brancheninitiative „Facility Management – die Möglichmacher“ durchgeführt und wird nun ebenfalls jährlich aktualisiert. Sie ist ab sofort kostenfrei unter www.fm-‐die-‐moeglichmacher.de erhältlich. / wz