»Der Fuhrpark der Unternehmen im Gebäudereiniger-Handwerk besteht – statistisch gesehen – zu 86 Prozent aus Dieselfahrzeugen.«

28 Milliarden Euro hat der Volkswagenkonzern durch seine Dieselmanipulation an Börsenwert verloren. Zusätzlich 4,1 Milliarden Euro Verlust im Jahr 2016 eingefahren und on top noch 14,7 Milliarden Euro Strafe gezahlt in den USA. Bis zum Jahr 2025 sollen 30.000 Stellen in Deutschland abgebaut werden. Was für ein Horrorszenario! Gar nicht eingerechnet die schätzungsweise drei bis vier Milliarden Euro an Wertverlust für die Besitzer von Dieselfahrzeugen sowie der volkswirtschaftliche Schaden und Imageverlust für den Technologiestandort Deutschland. (Nebenbei bemerkt: Der Gesamtumsatz der Gebäudereinigerbranche lag im Jahr 2016 bei rund 17 Milliarden Euro.)
Eine Geld- und Imagevernichtung, die ihresgleichen sucht. Wie viel Gier nach Gewinn und Selbstüberschätzung der Automobilbranche waren nötig, um ein Desaster dieses Ausmaßes anzuzetteln? Im Grunde ist dies das Ende der Diesel- oder sogar der Verbrennungsmotoren-Ära – und dadurch hat auch die Gebäudereinigerbranche ein Problem.
Der Fuhrpark der Unternehmen besteht – statistisch gesehen – zu 86 Prozent aus Dieselfahrzeugen. Davon rund ein Drittel Euro-4- und Euro-5-Fahrzeuge, der Rest sind Euro-6-Fahrzeuge mit AdBlue-Einspritzung, die sich – zumindest theoretisch – technisch so weit nachrüsten lassen, dass sie im Regelbetrieb die Grenzwerte für Stickoxid einhalten.
Aber was tun mit den Euro-4- und Euro-5-Fahrzeugen in der Fahrzeugflotte?! Ein technisches Nachrüsten mit AdBlue wäre zwar möglich. Völlig ungeklärt (Herrn Dobrindt sei dank ...) ist hingegen, wer für die Kosten von 3.000 bis 5.000 Euro pro Fahrzeug aufkommt. Man braucht meiner Ansicht nach keine Glaskugel, um zu erraten, dass die Fahrzeugbesitzer auf dem Schaden sitzen bleiben. Umsteigen auf Elektro-, Wasserstoff- oder Solarantrieb? Der Elekroantrieb beziehungsweise die Akkutechnik ist noch nicht wirklich alltagstauglich und zudem fehlen zehntausende von Ladesäulen sowie ein einheitliches Ladesystem. Es gibt Wechselstrom, Drehstrom und Gleichstrom mit ingesamt zwölf verschiedenen Stecker- und mehr als 50 Kartenbezahlsystemen, die nicht kompatibel sind. So kann E-Mobilität nicht funktionieren! Brennstoffzellenantrieb mit Wasserstoff (mein heimlicher Favorit)? Meilenweit von der Serienreife entfernt.
Bleibt die Frage: Wie strukturiere ich meinen Fuhrpark, um zukunftsorientiert und wirtschaftlich zu agieren und dennoch den geschäftlichen Anforderungen mittelfristig gerecht zu werden? Viel Erfolg beim Lösen des gordischen Knotens!
Uwe Büttner