Die Landesinnung Hessen und das Lernportal, Institut für Bildung und Erziehung, haben 20 Flüchtlinge in Fachpraxis und deutscher Sprache geschult. Heinz-Michael Desch vermittelte Reinigungstechniken wie Glasreinigung, Sanitärreinigung, Unterhaltsreinigung, Nassscheuern, zweistufiges Nasswischen und Nasssaugen. Er ist Fachpraxislehrer an der Landesfachschule Hessen des Gebäudereiniger-Handwerks. Unterstützt wurde er vom Gebäudereinigergesellen Murat Gökhan.
Der Deutschunterricht gestaltete sich nicht einfach, aber Sarah Schmitz meisterte es gemeinsam mit Lutfullah Frotan mit Bravour. Lutfullah Frotan war als Dolmetscher und Deutschlehrer die rechte Hand von Sarah Schmitz. Er ist selbst Flüchtling und engagiert sich für die Integration anderer Flüchtlinge. Er spricht sechs Sprachen. Lufullah Frotan und Sarah Schmitz haben den Flüchtlingen die deutsche Sprache vermittelt, bei Behördenangelegenheiten Unterstützung geboten und Firmen mit Flüchtlingen zusammengebracht. Sarah Schmitz gehört zum Team des Lernportals, das auch die sozialpädagogische Betreuung der Teilnehmer übernommen hat, unter der Leitung von Peter Metz. Sie engagiert sich schon seit längerem ehrenamtlich als Flüchtlingshelferin.
Es handelt sich um das zweite Flüchtlingsprojekt der Landesinnung. Im ersten Projekt konnten laut Innungsgeschäftsführer Detlef Stange17 der 22 Flüchtlinge in Arbeit vermittelt werden. Die Organisation und Betreuung der Flüchtlinge verlief im zweiten Projekt aufgrund der Erfahrungen im ersten Projekt schon viel besser. Durch den intensiven Kontakt der Flüchtlingshelferin in Kombination mit dem Dolmetscher, der selbst Flüchtling ist, konnte ein großes Vertrauensverhältnis zu den Teilnehmern hergestellt werden. Die Schulung wurde mit Bundesförderung finanziert, die der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main gewährt wurde. Die förderungstechnische Abwicklung hat die Handwerkskammer übernommen.
Nach dem Theorieteil starteten die Teilnehmer ins Praktikum bei HGF Gebäudedienste (Frankfurt/Main), N + P Industriereinigung (Großzimmern), TIM-G (Darmstadt), ODG (Offenbach), Mega Services Retail (Frankfurt/Main), Piepenbrock (Groß-Umstadt), Clean facts facility services (Hanau) und Hochhaus Gebäudedienste (Bad Soden). Alle Betriebe haben Arbeitsstellen vakant und können die Flüchtlinge nach der Praktikumsphase einstellen. Einige haben das Praktikum schon beendet und wurden eingestellt. Andere befinden sich noch im Praktikum. Durch das Wegfallen der Vorrangprüfung konnten die Praktikanten im zweiten Projekt erheblich schneller in eine Festanstellung übernommen werden.