Spender und Papier Händetrocknen nach Maß

Händewaschen nicht vergessen! Wem klingt diese Aufforderung aus Kindheitstagen nicht noch in den Ohren. Genauso wichtig wie das Händewaschen ist aber auch das Händetrocknen. Frage am Rande: Welche Rolle kommt dabei dem Handtuch beziehungsweise dem Spender zu?

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    © Wepa
    Rechts Hans- Jürgen Zecher ist Business Development Manager bei Wepa Professional, einer mittelständischen Papierfabrik im Familienbesitz.
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    Links Die neue Spenderlinie, präsentiert auf der ISSA/Interclean in Amsterdam.

Händetrocknen nach Maß

-Nur gründliches Trocknen sorgt auch für die gewünschte Hygiene. Dabei denken die Fachleute an Trocknen, also das Trockenreiben der Hände, mit Handtüchern. Und diese Handtücher, gleich ob Papier oder Stoff, werden in den Sanitärräumen üblicherweise in Spendern vorgehalten. Jeder Benutzer kann so ein
frisches Handtuch, oder bei Stoffhandtüchern eine frische Abtrockenfläche, bekommen. Die Gefahr der Übertragung von Bakterien wird auf diese Weise deutlich reduziert.

Welche Rolle spielen unter Hygienegesichtspunkten Handtuchspender? Beispielsweise beim Verbrauch, bei der schnellen Bestückung und – auch dabei geht es wieder um die Hygiene – bei der Reinigung? Fragen an Hans-Jürgen Zecher.

rationell reinigen: Sie haben mit Wepa zuletzt vor allem durch die Entwicklung einer Innovation bei Papierrollen Aufmerksamkeit erregt: der hülsenlosen Papierrolle! Wie hat der Markt darauf reagiert, sprich: wie wird dieses Produkt angenommen?

Zecher: Der Markt hat die hülsenlose Papierrolle sehr gut aufgenommen. Die Kunden haben die Vorteile erkannt: Ressourcenschonung, Reduzierung von Entsorgungskosten und Nutzung bis zum letzten Blatt. Viele Handelskunden sehen die Innovation auch als Ansatz, das Thema Putzrolle neu zu diskutieren. Weg von noch dünneren Lagen und kürzeren Tuchabschnitten. Hier wird die neue Produktidee geschätzt.

rationell reinigen: Nächste Überraschung aus Ihrem Haus: Sie, ein Papierhersteller, entwickeln und produzieren neuerdings eine eigene Spenderlinie. Was waren die Gründe für diesen Schritt?

Zecher: Die Gründe für eine neue Spenderline und die Entscheidung zur Eigenentwicklung sind folgende: Wir wollten weg von me to-Produkten, wo jeder mehr oder weniger weiß oder wusste, wer der Hersteller ist und wo man die gleichen Produkte günstiger bekommt. Weiterhin wollten wir auch Einfluss auf die Technik der Spender haben und dadurch mit Qualität und Design einen eigenen Maßstab setzten. Und: Wiedererkennung, Qualität und pfiffige Ideen sind doch immer noch die beste Werbung.

rationell reinigen: Für welche Papierformate sind Ihre Spender geeignet? Muß sich der Anwender mit der Entscheidung für einen Spender auch ein für alle mal auf ein bestimmtes Papierformat festlegen?

Zecher: Nein! Unsere Spender sind für alle Papierqualitäten geeignet, ob ZZ-, C- oder W- Falz. Der Kunde kauft einmal einen Spender und ist völlig frei in seiner Entscheidung, welches Papierformat er benutzen möchte. Er kann auch zu einem späteren Zeitpunkt das Format wechseln. Und für unsere Handelskunden bietet die Falthandtuchspenderserie größte Flexibilität im Kundenhandling. Kein lästiges Fragen mehr welcher Spender wo hängt und welches Papier benötigt wird. Das schließt unter anderem auch falsche Lieferungen ins Objekt aus.

rationell reinigen: Man kann immer wieder beobachten, wie beim Händetrocken Unmengen von Papier für einen Trockenvorgang aus dem Spender entnommen werden. Welchen Einfluss hat ein Spender auf den Verbrauch der Handtücher?

Zecher: Durch den bedarfsgerechten Einsatz von Spendern kann der Verbrauch deutlich reduziert werden. Wenn zum Beispiel immer nur ein Falthandtuch nach dem anderen entnommen werden kann und nicht das halbe Bündel, wenn beispielsweise eine Toilettenpapierrolle vor Verschmutzung und Diebstahl geschützt ist und wenn beim Einsatz von Rollenhandtüchern über den Spender die Papierlänge und das Zeitintervall eingestellt werden können – dann können Spender in der Tat helfen, Papier zu sparen.

rationell reinigen: Oft wird die Frage „Edelstahl oder Kunststoff“ diskutiert. Ihre Spender sind aus Kunststoff. Warum eigentlich? Ist Edelstahl nicht robuster und pflegeleichter?

Zecher: Wir haben uns für den Einsatz von Kunststoffspendern entschieden, weil der größte Anteil auf dem Markt Kunststoffspender sind. Sie sind im Vergleich zu Edelstahl immer noch die günstigere Variante und werden übrigens auch von der Mehrzahl der Verwender bevorzugt. Edelstahlspender sehen wir eher als Nischenprodukte, die hinsichtlich Stabilität natürlich auch ihre Vorteile haben. Was die Pflege angeht, müssen Edelstahlspender intensiver gereinigt werden, um etwa Fingerspuren zu beseitigen und auch um die Hygiene zu sichern. Der Zeitaufwand bei der Reinigung von Kunststoffspendern ist dazu wesentlich geringer.

rationell reinigen: Welche Rolle spielen Handtücher und Handtuchspender denn, um den strengen Hygieneanforderungen gerecht zu werden?

Zecher: Händehygiene spielt eine sehr wichtige Rolle. Dabei spielt natürlich auch der Spender eine Rolle. Er wird permanent angefasst, auf der Oberfläche können sich alle möglichen Krankheitserreger festsetzen. Konsequente Reinigung ist also unabdingbar. Und hier ist der Kunststoffspender auch unter hygienischen Gesichtspunkten nach unserer Erfahrung das richtige Produkt. Generell gilt: Die meisten Keime werden durch mangelnde Händehygiene übertragen. Um dies zu unterbinden, ist aber nicht nur das Waschen, sondern auch das Trocknen der Hände wichtig. Studien haben ergeben, dass nur trockene Hände eine maximale Hygiene bieten. Weiterhin hat eine andere Studie ergeben, dass die meisten Verbraucher Papierhandtücher anderen Systemen vorziehen.

Peter Hartmann | peter.hartmann@holzmannverlag.de