Grobschmutz, feine Stäube, von Lkw hereingebrachter Dreck: In einem Ersatzteil-Logistikzentrum sind die Verschmutzungsarten mannigfaltig. Dennoch kommt der zuständige Reinigungsdienstleister mit nur einem Reinigungsautomaten aus.
Kein Sand im Getriebe
-Es musste alles sehr schnell gehen. Die Dorfner Gruppe hatte einen neuen Auftrag erhalten und in der Woche darauf sollte schon mit der Reinigung begonnen werden. Doch mit welchem Typ von Reinigungsautomaten? Blitzschnell wurde eine Probereinigung vereinbart, zu der Maschinenlieferanten eingeladen wurden. Herbert Marr, Leiter Technik bei Dorfner, erläutert: „Solche Situationen wie diese sind inzwischen an der Tagesordnung: Der Kunde erwartet von seinem Dienstleister – zu Recht – schnellste Reaktionszeiten. Diesen Druck spüren auch unsere Lieferanten, denn wir sind natürlich auf deren Flexibilität angewiesen, andernfalls könnten wir ja unsere Aufträge nicht erfüllen.“
Ort des Geschehens: Das neue Ersatzteil-Logistikzentrum in Überlingen am Bodensee, die rund 30 km von Friedrichshafen entfernte „Drehscheibe“, über die Ersatzteile der Tognum-Marken MTU, Mercedes-Benz und Detroit Diesel weltweit versandt werden – von der Schraube bis zum Motor. Das neue Lager in Überlingen erstreckt sich auf einer Grundfläche von insgesamt 20.000 m² und ist maximal 15 m hoch. Das Palettenlager bietet rund 14.000 Lagerplätze, das automatische Kleinteilelager in 35.000 Behältern/
Tablaren rund 250.000 Lagerplätze.
Die Vorgaben an die Technik waren zweierlei Art: Selbstverständlich stand im Vordergrund das Reinigungsergebnis. Andererseits war bei den Gegebenheiten des Objektes nicht weniger entscheidend, dass der anzuschaffende Reinigungsautomat möglichst effizient einzusetzen sein sollte. Es ging hierbei vor allem um die richtige Arbeitsbreite für die Reinigung der Gänge im Hochregallager sowie ein großes Tankvolumen, um die Rüstzeiten in dem großen Objekt möglichst gering zu halten. Marr erläutert: „Nehmen wir das Beispiel Arbeitsbreite: Mit manch kleineren Automaten hätten wir einen Gang im Hochregallager dreimal abfahren müssen; bei einem größeren Automaten wäre die Überlappung wiederum zu groß gewesen, so dass wir preislich nicht hingekommen wären. Am Ende der Probereinigung fiel unsere Entscheidung auf den Reinigungsautomaten von Nilfisk, der uns sowohl in puncto Wirtschaftlichkeit als auch mit seiner Leistungsfähigkeit überzeugte“ (siehe Infokasten).
Der Auftrag hat es in sich
Das Logistikzentrum von Matrium in Überlingen ist ein Neubau, der zum 1. April 2008 in Betrieb ging. Der Auftrag umfasst zum einen die Innenreinigung sowohl der Halle als auch der angeschlossenen Verwaltungsbereiche und auch die regelmäßige Außenreinigung, d.h. die Verkehrswege.
Sascha Hüpfl, bei Dorfner für das Objekt verantwortlich, nennt die Besonderheiten der täglichen Reinigung, auf die es sich einzustellen galt: „Wir haben nur ein Zeitfenster von drei Stunden täglich, von 15.00 bis 18.00 Uhr. Hintergrund sind Zutrittskontrollen und Sicherheitsbestimmungen des Kunden, zu anderen Zeiten können wir nicht einfach so rein. Daraus ergibt sich die Problematik, dass wir natürlich nicht die gesamte Fläche in dieser Zeitspanne abfahren können.“ Die Reinigung erfolgt somit abschnittsweise sowie auch auf „Zuruf“, wenn irgendwo etwas dringend gereinigt werden muss. Im Inneren des Komplexes müssen rund 10.000 m² gereinigt werden, die unterschiedlich gestaltet sind, von der Be- und Entladehalle über das Hochregallager bis hin zu den Montageplätzen. Der Außenbereich umfasst nochmal etwa 5.000 m².
Alles in einem Arbeitsgang
Das Logistikzentrum wird täglich von vielen Lkws angefahren, dementsprechend hoch ist auch das Schmutzaufkommen außen, das aber zum Teil auch ins Innere eingetragen wird, z.B. in die Be- und Entladehalle für Lkws. Da das Werk auf der „grünen Wiese“ errichtet wurde, wird – wenn die Tore für die Lkws offen stehen – zudem Blütenstaub und Sand vom Wind hineingetragen. „Auch größere Schmutzpartikel, z.B. Holzstückchen von Paletten etc., fallen an“, berichtet Hüpfl. „Deshalb war es wichtig, dass wir uns bei der ohnehin knapp bemessenen täglichen Reinigungszeit das Vorkehren sparen. Der von uns eingesetzte Reinigungsautomat verfügt über kontrarotierende Walzen, so dass wir alles in einem Arbeitsgang erledigen können. Ich muss nicht zweimal drüberfahren, ich hinterlasse keine Spuren, sondern der Dreck ist weg und der Boden sofort trocken, so dass der Betrieb hier sofort weitergehen kann.“ Die Maschine sei auch sonst sehr „pflegeleicht“, berichtet der Dienstleister: Über die Ein-Knopf-Bedienung von jedem Laien problemlos und einfach zu bedienen, wartungsfreundlich und auch die Reinigung sowie die Grobschmutzentnahme gestalte sich einfach – nur das Schubfach herausziehen und ausleeren.
„Aus Kostengründen wäre es natürlich ideal, wenn wir den Automaten schnell umbauen könnten, um ihn auch im Außenbereich einzusetzen, was aber nicht geht. Das ist das einzige Manko an der Maschine“, merkt Sascha Hüpfl schmunzelnd an.
Markus J. Targiel | markus.targiel@holzmannverlag.de