Gegen Bakterien und Erreger Explosionen im Schaum

Im Winter steigt die Infektionsrate. Da die Hände das hauptsächliche Übertragungsmedium für Bakterien sind, kann eine konsequente Handhygiene das Problem in den Griff bekommen.

Explosionen im Schaum

-Dem Infektionsrisiko über die Hände soll Einhalt geboten werden. Dies verspricht ein neues Produkt, das Deb, britischer Hersteller von Hautpflegesystemen, vor kurzem im deutschen Markt eingeführt hat: den pflegenden Handhygieneschaum Instant Foam. Martin Röske, Sales Director Germany, Deb Deutschland, über Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten.

rationell reinigen: Was ist das Besondere an dem Produkt?

Röske: InstantFoam dient nicht der Handwäsche, es handelt sich vielmehr um ein ergänzendes Produkt auf Alkoholbasis, das Keime von den Händen beseitigt und diese zudem pflegt. In puncto Wirkung gibt es vergleichbare Konkurrenzprodukte auf dem Markt, als Flüssigkeit oder Gel, auch aus unserem Hause. Das Alleinstellungsmerkmal ist die Darreichungsform als Schaum.

rationell reinigen: Ergeben sich durch die Schaumform Vorteile für den Nutzer?

Röske: Sowohl für den Nutzer als auch für den Objektbetreiber. Ein Schaum ist in der Anwendung angenehmer als ein Gel oder eine Flüssigkeit und lässt sich zudem besser auf den Händen verteilen. Bei der Applikation rinnt nichts durch die Finger, d.h., es kommt nicht zu Produktverlusten, sprich: Schaum ist auch sparsamer in der Anwendung. Im Vergleich zu Gels oder Flüssigkeiten reicht die gleiche Menge für die dreifache Zahl an Anwendungen.

rationell reinigen: Wie und gegen was wirkt der Schaum?

Röske: Wir nutzen sozusagen die Kraft des Schaums, um in 15 Sekunden eine Keimreduktion von 99,999 Prozent zu erreichen. Die Schaumblasen wirken wie Murmeln. Sie breiten sich viermal schneller aus als herkömmliche Gels. Pro Anwendung werden über 3.000 Schaumblasen abgegeben. Durch das Verreiben entsteht eine explosive Reaktion. Man muss sich das so vorstellen, dass die vielen kleinen Bläschen bei Kontakt Keime und Bakterien förmlich wegblasen. Zudem benötigt man kein Wasser, denn der Schaum trocknet rückstandsfrei auf. Er wirkt u.a. gegen HIV, Hepatitis A und B, MRSA-Stämme und Rotaviren.

rationell reinigen: Das Produkt wird ja in Nordamerika bereits eingesetzt. Was sind die typischen Objekte? Und wo sehen Sie in Deutschland einen Markt dafür?

Röske: Das Thema Handhygiene hat in den USA und in Kanada einen hohen Stellenwert. InstantFoam ist dazu gedacht, Handhygiene in Betrieben einzuführen bzw. aufrechtzuerhalten und damit für ein sicheres und hygienisches Arbeitsumfeld zu sorgen. Studien aus Nordamerika, u.a. auch bei unseren Großkunden, haben gezeigt, dass über eine entsprechende Handhygiene Krankheiten, Arbeitsfehlzeiten und die damit zusammenhängenden Kosten in einer Größenordnung von 18 bis 50 Prozent verringert werden können. Dort, wo sich viele Menschen aufhalten, darf unserer Meinung nach auch InstantFoam nicht fehlen. Typische Objekte sind Flughäfen, Bahnhöfe, Messen, große Verwaltungs- bzw. Bürokomplexe. In Deutschland sind wir gerade dabei, das Produkt vorzustellen und sind in aussichtsreichen Gesprächen mit einigen Flughäfen und auch Einkaufszentren.

rationell reinigen: Um es konkret zu machen: Der typische Einsatzort ist die Toilette, wo der Schaumspender neben dem „normalen“ Seifenspender hängt?

Röske: Nicht nur. Zum großen Teil ist das zwar so, allerdings bieten wir auch eine mobile Station an, die je nach Objekt und Bedarf überall aufgestellt werden kann, was gerade in Nordamerika auch stark genutzt wird. Zudem gibt es auch kleine persönliche Pumpspender für unterwegs. Der typische Anwendungsfall dürfte aber die 1-l-Kartusche sein, die für 1.665 Applikationen reicht. Die Kartusche ist versiegelt und verfügt über ein eigenes Ventil, so dass man immer die komplette Kartusche austauscht. Damit ist gewährleistet, dass alles stets hygienisch ist. Man kann dabei eigentlich nichts falsch machen. In kleinen Objekten kann man dies selber erledigen, in größeren Objekten wird dies vom zuständigen Reinigungs- bzw. FM-Dienstleister übernommen.

rationell reinigen: Muss man seine Hände zusätzlich pflegen? Alkoholbasierte Produkte trocknen ja die Haut aus.

Röske: Eine einmalige Nutzung von InstantFoam bringt über den Tag gesehen nicht viel. Um sich effektiv zu schützen, empfehlen wir, die Hände bis zu viermal täglich damit zu reinigen. Da der Schaum auch eine pflegende Komponente enthält, ist es bei der beschriebenen Frequenz nicht erforderlich, eine zusätzliche pflegende Creme aufzutragen. Im Übrigen: Unabhängig von der Nutzung von InstantFoam – jeder sollte eigentlich ein- bis zweimal am Tag eine Handpflegecreme benutzen. Die Haut wird es Ihnen danken. Leider beherzigen diesen Rat zumeist nur Frauen.

rationell reinigen: Über welche Kanäle wird das Produkt in Deutschland vertrieben?

Röske: Deb ist grundsätzlich nicht im Direktvertrieb tätig. Wir arbeiten ausschließlich mit Handelspartnern zusammen.

rationell reinigen: Herr Röske, danke für das Gespräch!


Markus J. Targiel | markus.targiel@holzmannverlag.de