Projekt der FRT Entwicklung leitender Pflegebefilmungen

In einem Forschungsprojekt wird untersucht, ob durch den Einsatz Elektronen leitender Systeme in verschiedenen herkömmlichen Pflegebefilmungen die Leitfähigkeit erhöht werden kann. Erste Erfolge zeigt die Modifikation der Pflegebefilmungen mit funktionellen Pigmenten auf Basis von Glimmer.

Entwicklung leitender Pflegebefilmungen

- Die Reinigung von Bodenbelägen mit besonderen Anforderungen an das elektrische Verhalten stellt für die vorwiegend kleinen und mittleren Unternehmen der Gebäudereinigungsbranche einen wirtschaftlich wachsenden und bedeutenden Nischenmarkt dar. Bodenbeläge mit besonderen Anforderungen an das elektrische Verhalten werden in zunehmendem Maße eingesetzt, weil in einer wachsenden Zahl spezieller Arbeitsbereiche elektrostatische Aufladungen aufgrund ihrer negativen Auswirkungen verhindert werden müssen. Solche Arbeitsbereiche sind beispielsweise ESD-Elektroproduktionsstätten, Operationssäle, Produktion und Lagerstätten von Explosivstoffen oder Datenverarbeitungsanlagen.

Zur Vermeidung elektrostatischer Aufladungen werden in den genannten Bereichen elastische Fußbodenbeläge mit besonderen Anforderungen an das elektrische Verhalten eingesetzt. Die Anforderungen für diese Bodenbeläge werden in Richtlinien und Normen, wie z.B. DIN EN 61340-4-1, DIN EN 61340-4-5, DIN EN 61340-5-1, DIN EN 1081, DIN EN 1815, festgelegt.

Problem: Frühzeitiger Verschleiß

Da handelsübliche Pflegebefilmungen in der Regel zu einer erheblichen Verringerung der Leitfähigkeit führen, ist es gängige Praxis, die Bodenbeläge in Bereichen mit besonderen Anforderungen an das elektrische Verhalten nicht mit einer Pflegebefilmung auszurüsten. Die Bodenbeläge, die in den o.g. Bereichen eingesetzt werden, erfordern zur Erhaltung ihrer funktionellen Eigenschaften sowie zur Vermeidung vorzeitigen Verschleißes eine regelmäßige Reinigung. Der erforderliche Reinigungsaufwand (Intensität und Frequenz) ist hierbei im Vergleich zu einen befilmten Bodenbelag wesentlich höher. Infolge der hohen Frequentierung der Beläge kommt es ohne den Einsatz von Pflegefilmen in relativ kurzer Zeit zu Abnutzungserscheinungen und Verschleiß an der Belagoberfläche.

Aufgrund dieser Problematik untersucht das wfk-Forschungsinstitut für Reinigungstechnologie e.V., ob durch den Einsatz von elektronenleitender Systeme in verschiedenen herkömmlichen Pflegebefilmungen die Leitfähigkeit erhöht werden kann. Dabei konnte die prinzipielle Eignung von funktionellen anorganischen Pigmenten auf Basis von Glimmer nachgewiesen werden. Sowohl elektrische Parameter, wie Oberflächenwiderstand, Durchgangswiderstand, Systemwiderstand und Personenaufladung, als auch physikalische Parameter, wie Helligkeit, Glanz, Rauheit, Schichtdicke und Haftfestigkeit, wurden mit diversen Mess- und Prüfmethoden untersucht.

Laborversuche in der Praxis bestätigt

Die vorerst im Labormaßstab durchgeführten erfolgreichen Untersuchungen konnten bereits orientierend in Praxisversuchen bestätigt werden. Aussichtsreich wird in dieser Phase der Forschungstätigkeit bewertet, dass das Auftragen der Pflegebefilmung auf die elastischen Bodenbeläge mit praxisüblichen Verfahren (Breitwischbezug) durchgeführt werden konnte. Die simultan durchgeführten Untersuchungen zur Alterung der Bodenbelagproben mittels Kurzzeitbewitterung zeigten keine Abnahme der Leitfähigkeit der Pflegebefilmungen; somit wurden auch die Forderungen nach einer Standzeit der Pflegebefilmungen von ca. zwölf Monaten hinsichtlich der nächsten Grundreinigungs- und Wiederbeschichtungsmaßnahmen erfüllt. Pflegebefilmungen für leit- und ableitfähige Bodenbeläge, modifiziert mit funktionellen Pigmenten auf Basis von Glimmer sind entsprechend den Anforderungen der o.g. Normen und Richtlinien prinzipiell anwendbar. Den gegenwärtigen Ansprüchen an Abrieb- und Kratzfestigkeit werden sie unter den gewählten Versuchsbedingungen gerecht.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der FRT-Geschäftsstelle (info@frt.de).

Stefanie Piornack | FRT