Projekt am Oberstufenzentrum 1 in Cottbus: Azubis aus zwei Gebäudereinigerklassen und Brandenburger Meisterschüler des Jahrgangs 2009/10 testen innovative Reinigungstechnik. Ob sich der stark beeinträchtigte Linoleumbelag im Klassenzimmer damit wohl wieder aufarbeiten lässt?
Innovative Technik im Test
- Das Projekt „Innovative Technik zur Reinigung und Pflege von Linoleum“ hat eine Vorgeschichte: Beim „Tag der offenen Tür“ im Oberstufenzentrum 1 (OSZ) hatten Vertreter eines Reinigungsmaschinenherstellers im vergangenen Jahr die Anwendung von HTC-Twister-Pads auf Steinfußböden demonstriert. Schüler und Fachlehrer waren beeindruckt davon, in welch strahlenden Glanz die mit mikroskopisch kleinen Diamanten besetzten Pads den Boden versetzen konnten. Die Vertreter des Reinigungsmaschinenherstellers behaupteten, dass dies auch bei Linoleumbelägen möglich sei. Praktisch nachweisen konnten sie es aber nicht.
Traditionell besucht eine Gebäudereinigerklasse des OSZ die deutschlandweit größte Reinigungsmesse CMS in Berlin, auch im vergangenen Jahr. Die am Messestand mit den Anwendungsergebnissen auf Linoleum konfrontierten Mitarbeiter von HTC beharrten auf der Aussage in ihrem Prospekt, dass mit dem Verfahren auch eine erfolgreiche Reinigung und Pflege von Linoleum möglich sei, und erklärten sich zu einer Demonstration in der Schule bereit. Bei einem Besuch des Unternehmens im Januar 2010 wurde versucht, Zweifel auszuräumen, und der Ablaufplan für das Projekt „Innovative Reinigung und Pflege von Linoleum“ abgestimmt.
Ob sich der Linoleumbelag wieder aufarbeiten lässt?
Endlich war es so weit in einem der zwei Klassenräume für die Gebäudereiniger-Azubis am OSZ. Beide Räume sind mit Linoleumbelägen ausgestattet. Das Problem: eine beeinträchtigte Optik aufgrund stark abpudernder Beschichtung. Zunächst sorgten Schüler aus dem 1. Lehrjahr für die nass-chemische Grundreinigung. Zwei Tage später traten Schüler aus dem 1. und 3. Lehrjahr sowie Meisterschüler des Jahrganges 2009/10 in Aktion: Vier Stunden lang bearbeiteten sie den Fußboden in dem Klassenraum. Mit dabei: drei HTC-Mitarbeiter und der Geschäftsführer der Gebäudereiniger-Innung Brandenburg/Ost. Als das Mobiliar wieder eingeräumt war, war allen Beteiligten klar: Mit dem Verfahren ist ohne Zusatz von Chemie eine Aufarbeitung von Linoleum möglich. „Leider wurde bei der Grundreinigung die alte Beschichtung nicht überall restlos entfernt, wodurch die Optik nun etwas beeinträchtigt ist“, sagt Arno Wünsch, Leiter der Fachkonferenz Gebäudereinigung am OSZ. Dennoch unterscheide sich die Optik der Beläge in den beiden Klassenzimmern auch einige Monate nach dem Projekt sehr deutlich. Während in dem nach der Twister-Me-thode bearbeiteten Raum ein fast einheitliches Erscheinungsbild vorherrsche, beeinträchtige die immer stärker abpudernde Be-schichtung die Optik des Belags im anderen Raum sehr nachteilig. Neben der Feststellung, dass Projektarbeit viel Spaß und Freude in den Schulalltag bringen kann, gelangten die Schüler nach Worten von Arno Wünsch zu zwei wesentlichen Erkenntnissen:
1. Auch wenn das Twister-Verfahren auf den ersten Blick als abrasives Verfahren erscheint, wird damit auch bei Linoleum die Oberfläche so entscheidend vergütet, dass der Belag mit vertretbarem Glanzbild und ohne Schaden zu nehmen lange Zeit den rauen Beanspruchungen im Schulbetrieb widerstehen kann. Ohne Opferschicht und ohne Chemie.
2. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die alte Beschichtung vor Anwendung des Verfahrens restlos entfernt wird. Fälschlicherweise hatten Schüler und Lehrer eine hohe Abrasivität des Verfahrens erwartet und auf die restlose Entfernung der Beschichtung verzichtet. „Beim nächsten Mal werden wir dies beachten!“, sagt Arno Wünsch.
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