»Es ist eine alte Weisheit: Ein einziger Unfalltag ist teurer, als den Mitarbeiter mit Schutzausrüstung auszustatten.«

Unfallverhütung zahlt sich mit Sicherheit aus
- Unfallverhütungsvorschriften - Fluch oder Segen? Das ist Ansichtssache, genau wie das geflügelte Wort vom Glas, das halb leer ist - oder halb voll. Dennoch: In jedem Betrieb sollte darauf geachtet werden, dass die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) eingehalten werden.
Jeder Beruf hat seine Berufskrankheiten, auch in der Reinigungsbranche. Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte haben die Krankheiten sich gewandelt. Mal waren es Unfälle mit Strom, dann Stürze aus geringen oder großen Höhen. Inzwischen sind es vor allem Hautirritationen und Chemieallergien, die gehäuft auftreten. Sie lassen sich zu einem guten Teil verhindern - wenn man denn etwas dafür tut. Und das heißt vor allem: Handschuhe tragen! Die Ausrede „Ich kann mit Handschuhen nicht arbeiten“ ist so alt wie die Gebäudereinigung selbst. Heute zieht sie nicht mehr. Denn inzwischen gibt es eine Vielzahl von Handschuhen für jede Tätigkeit, die zudem hautverträglich sind. Genauso wichtig ist Gehörschutz. Denn manche Tätigkeiten in der Gebäudereinigung sind sehr lärmintensiv. Ab 95 db(A) muss Gehörschutz getragen werden, will man keine bleibenden Schäden davontragen.
Es ist eine alte Weisheit: Ein einziger Unfalltag ist teurer, als den Mitarbeiter mit entsprechender Schutzausrüstung für seine Arbeit auszustatten. Doch leider höre ich es immer wieder, dass Auszubildende nach dem Besuch der Lehrwerkstatt zu mir kommen und sagen: „Herr Dornbrach, wenn wir in den Betrieb kommen und von den Unfallverhütungsvorschriften erzählen, dann heißt es ,In der Lehrwerkstatt müsst ihr das machen, aber hier im Betrieb nicht‘.“ Die Folge kann sein, dass mancher Gebäudereiniger seinen Beruf krankheitsbedingt sogar aufgeben muss.
Die BG Bau in Haan ist seit der Europäischen Reform der Unfallverhütungsvorschriften die einzige Stelle, die in Deutschland UVV-Seminare für Gebäudereiniger abhält, und das zweimal im Jahr. Es ist traurig, dass in einem Fall 36 Anmeldungen vorlagen und zu Kursbeginn nur 16 Firmenmitarbeiter erschienen sind. Solche Maßnahmen sollten doch ge-nutzt werden! Die Ausbildung der Mitarbeiter als Sicherheitsfachkraft kann gar nicht ernst genug genommen werden. Ihre Arbeit im Betrieb auch, denn Mitarbeiter sind ein wertvolles Gut. Und das muss gepflegt werden.
Wichtig ist nicht nur, dass die Mitarbeiter permanent geschult werden, sondern auch, dass die elektrischen Maschinen in regelmäßigen Abständen von einem Fachmann überprüft und gegebenenfalls repariert werden. Das zahlt sich mit Sicherheit irgendwann aus!
Bernd Dornbrach