»Vielleicht werden Sie an dieser Stelle irgendwann einen Beitrag lesen, der von einer Software generiert wurde.«
Vielleicht werden Sie an dieser Stelle irgendwann einen Text lesen, der von einer Software aus vorgegebenen Begriffen und ein paar anderen Hinweisen zum gewünschten Beitrag generiert wurde. Weil es Zeit spart. Oder günstiger ist. Oder weil es nicht mehr genügend Menschen gibt, die den Platz auf den Seiten von rationell reinigen aus eigener Kraft füllen können. Vieles ist denkbar, wenn man in die Glaskugel blickt.
Wie werden wir künftig arbeiten und leben? Facetten des Themas beleuchtete auch das Zukunftsforum Gebäudedienste 2016, das mit einer Rekordzahl von 400 Teilnehmern in Dresden stattgefunden hat (mehr dazu lesen Sie ab Seite 12). Gebäudedienste 2030: Was wird möglich sein, was kommt auf die Branche zu? Je mehr Antworten wir erhalten, umso mehr Fragen tauchen auf.
Roboter übernehmen die Reinigung in einer digitalen Welt, der Mensch sorgt für die Steuerung – das mag verlockend klingen in einer Zeit, in der es für Gebäudedienstleister immer schwieriger wird, Mitarbeiter zu finden. Automatisierung, intelligente Sensorik, komplexe Systeme, Smart Buildings: Bei allem Staunen über das, was sein kann – es gibt auch Schattenseiten im vernetzten Datenparadies. Denken Sie nur an die Gefahr der Überwachung oder die des Missbrauchs von Daten. Und was ist, wenn die künstliche Intelligenz ganz von alleine außer Kontrolle gerät? Sicher ist: Um Chancen und Risiken für das eigene Unternehmen abschätzen zu können, muss man sich intensiv mit dem Thema beschäftigen. Gelegenheit dazu bietet übrigens auch der 22. Weltkongress der Reinigungsbranche vom 18. bis 20. September 2017 in Berlin (www.wfbsc2017.berlin). Thema ist die Reinigung in einer digitalen Welt.
Immer mehr dringen digitale Technologien in unser Leben ein, beruflich wie privat. Was bedeutet das für den Menschen? Das Digitale habe das Soziale längst verdrängt, meint Gerald Lembke, Professor für digitale Medien und Medienmanagement, Autor des gerade erschienenen Buchs „Im digitalen Hamsterrad. Ein Plädoyer für den gesunden Umgang mit Smartphone & Co.“. Reizüberflutung, Dauerstress durch permanente Erreichbarkeit - die Lösung für Gerald Lembke heißt: einfach mal abschalten. Das digitale Hamsterrad benötige einen Bremsmechanismus, um in Ruhe sinnvolle und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Inzwischen gibt es sogar schon „Digital-Detox“-Kurse zur digitalen Entgiftung – offline und abseits von Smartphone, Tablet und Labtop. Der Trend ist aus den USA zu uns gekommen.
Schöne, neue Welt? Die digitale Revolution hat längst begonnen. Es liegt an uns, was wir daraus machen.
Heike Holland
