Landesinnung Hessen Großprojekt Denkmalreinigung

  • Bild 1 von 2
    © Landesinnung
    Oben  Dimitrios Domohtsidis (Hochhaus Gebäudedienste) im Gespräch mit einem BILD-Redakteur. Schneewittchen ist zur Hälfte schon gereinigt.
  • Bild 2 von 2
    © Landesinnung
    Links  Olsons Gebäudereinigung reinigt das Heinedenkmal: Janathan Münch, Kustrim Salijaj, Josefine Schneller (alle Schüler der PHS) und Sascha Atanasov (Olsons Gebäudereinigung, v.l.). Bilder: Landesinnung

Ihr bisher größtes Projekt zur Denkmalreinigung hat die Landesinnung Hessen im Sommer 2014 durchgeführt. Sieben Gebäudereinigungsunternehmen und eine Schulklasse der Philipp-Holzmann Schule reinigten insgesamt 20 Denkmäler und zahlreiche Parkbänke in Frankfurt/Main. Rund 50 Personen waren vor Ort beteiligt.

Die Schüler der Philipp-Holzmann-Schule hatten die Reinigung von gleich sechs Denkmälern übernommen: das Opferdenkmal, der Märchen- und Schauspielhausbrunnen, der Olymp von Weimar, das Beethovendenkmal, das Krieger­denkmal der 63er, die Stella und das Schillerdenkmal. Anleitung erhielten die Schüler von ihrer Lehrerin Aliye Aslandogdu sowie von Spezialisten der Firmen Vermop, Solution Glöckner, Hegro und Peter Gruber. Eine besondere Herausforderung war die Reinigung des Beethovendenkmals. Hier sollten die Grünspan-Laufspuren unbedingt erhalten bleiben, weil diese zur Patina erklärt wurden. Andererseits mussten Graffiti, die auch auf der Patina lagen, heruntergeholt werden.

Die Olsons Gebäudereinigung hatte zwei Denkmäler übernommen – das Heinedenkmal und die große Diagonale sowie einige graffitibeschmutzte Parkbänke. Die drei Lehrlinge des Unternehmens entfernten Graffiti und die Umweltablagerungen unter fachlicher Anleitung des Geschäftsführers Oliver Kraft und des Betriebsleiters Manfred Götz.

Die Firma Graffiti Guard hatte sich mit dem Tiefgarten ein größeres Reinigungsobjekt ausgewählt. Der Tiefgarten steht nicht unter Denkmalschutz. Die Mauern des Tiefgartens waren jedoch fast vollständig mit Graffiti verschmiert. Die Reinigung erfolgte mit einem alkalischen Reiniger. Die Produkte, die das Unternehmen schon seit Jahren nutzt , werden von ihm auch über eine Vertriebsgesellschaft an Endabnehmer vermarktet – mit entsprechendem Support. Der Gebäudereiniger-Meister Walter Mathis betreute die Arbeiten.

Die Hochhaus Gebäudedienste hatten die denkmalgeschützten Objekte Schneewittchen und „Ein Haus für Goethe“ übernommen. Die zugewucherten Denkmäler mussten zunächst freigeschnitten werden und wurden anschließend mit einem Hochdruckreiniger vom Schmutz befreit. Betriebsleiter Dimitrios Domohtsidis war mit zwei Mitarbeitern vor Ort. Da auf dem Gelände der Wallanlagen die Strom- und Wasserversorgung sehr schwierig ist, hatte er einen Wassertank und ein Notstromaggregat dabei.

Ercan Yalcinkaya von Wackenhut Gebäudeservice brachte gleich drei Denkmäler wieder auf Hochglanz – die Karyatide, die Börne­gedenktafel und Torso 2. Die Karyatide befindet sich am Rande eines Sees. Hier war es daher besonders wichtig, dass ohne Chemie gearbeitet wurde. Mit dem Hochdruckreiniger ließen sich die Hinterlassenschaften der Vögel problemlos beseitigen.

Plural servicepool verhalf der „Liegenden“ zu neuem Glanz. Mit Mikro­fasertüchern, Handpads und Graffiti- sowie Kleberesteentferner wurden Graffiti, Kaugummis und Aufkleber entfernt, so Projektleiter Marko Zura. Anschließend wurden Umweltverschmutzungen mit einem Hochdruckreiniger und einem Steingrundreiniger entfernt.

Die Beseitigung von Algen, Ruß, Abgasen und Efeu auf der „Flora“ hatte die Wisag Gebäudereinigung übernommen. Zunächst wurde der Grobschmutz mit Bürsten entfernt. Anschließend wurde mit einem Hochdruckreiniger nachgereinigt. Die Bild-Zeitung war mit Reporter und Fotograf fast den ganzen Tag vor Ort. An vier Tagen wurde über dieses Projekt umfassend in der Boulevardzeitung berichtet. Initiiert wurde das Projekt von dem ehemaligen Sauberkeitsbeauftragten der Stadt Frankfurt/Main, Peter Postleb. Er bat die Landesinnung Hessen um Unterstützung. Die Landesinnung hatte es übernommen, die Betriebe zu aktivieren. Der Betriebsleiter der Olsons Gebäude­reinigung, Manfred Götz, engagierte sich in besonderer Weise. Er brachte einige Sponsoren mit ins Boot und koordinierte die Reinigungsarbeiten der Schüler der Philipp-Holzmann-Schule. Getränke und belegte Brötchen wurden von Hegro Eichler zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurden die Schüler mit einem vollständigen Satz an persönlicher Schutzausrüstung (PSA) durch das Igefa-Mitglied ausgestattet. Vermop und Solution Glöckner spendeten Reinigungsmittel, Tücher und stellten Arbeitsgeräte zur Verfügung. GL Verleih Arbeitsbühnen hatte eine Arbeitsbühne kostenlos aufgestellt, um den Olymp von Weimar zu reinigen.

Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth war auch gekommen und freute sich über das große Projekt der Gebäudereiniger zur Erhaltung der Frankfurter Denkmäler.