Programmvorschau November Gesundheitsrisiken Trinkwasser und Krankenhaus

Gesundheitsrisiken Trinkwasser und Krankenhaus

Abenteuer Wissen u.a.: Gefahren im Trinkwasser, Mittwoch, 12. November, 22.15 Uhr, ZDF

Immer wieder gelangen giftige Substanzen ins Grundwasser, in Flüsse und Seen und passieren ungehindert die Filter der Wasserwerke. So zum Beispiel im März 2006 geschehen, als hohe Konzentrationen von perfluorierten Tensiden das Trinkwasser in Nordrhein-Westfalen belasteten. Die Substanzen, die verdächtigt werden, Krebs auszulösen, finden sich schließlich auch im Menschen. Auch Nanopartikel – hoch geschätzt, doch kaum erforscht – überwinden mit Lebensmitteln und Trinkwasser die Barrieren des Körpers, gelangen sogar ins Gehirn. Welchen Schaden sie dort anrichten können, ist noch unbekannt. Medikamentenreste bereiten ebenfalls Probleme. So verursachen zum Beispiel Rückstände von Antibiotika, wie sie in Krankenhausabwässern nachgewiesen werden, gefährliche Resistenzen von Bakterien. Mit der Konsequenz, dass die Behandlung von Infektionskrankheiten schwierig bis unmöglich ist.



Technikwelten, Mittwoch, 19. November, 10.05 Uhr, Discovery Channel (Premiere)

Die Funktionsweise von schutzsicheren Westen und ein Roboter zur Reinigung von Hochhausfassaden, den das Fraunhofer-Institut in Magdeburg entwickelt hat, stehen im Mittelpunkt dieser Folge.



Tod im Krankenhaus: Der Kampf gegen resistente Keime, Freitag, 28. November, 22.35 Uhr, arte

Ins Krankenhaus geht man, um gesund zu werden. Doch manchmal wird man erst dort richtig krank. Die weltweite Ausbreitung neuer Superbakterien in Krankenhäusern bereitet den Ärzten Sorge. Der am weitesten verbreitete und gefährlichste unter den Krankenhauskeimen heißt MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus). Er ist gegen gängige Antibiotika resistent und wird immer aggressiver. So sinkt die Zahl der Medikamente, die noch gegen ihn eingesetzt werden können, von Jahr zu Jahr. MRSA kann zu schweren Wundinfektionen, Lungenentzündungen, Sepsis und nicht selten zum Tod führen. Europaweit sterben jedes Jahr rund 50.000 Menschen an dem Killerkeim. Seit der Entdeckung des Penizillins haben sich Ärzte darauf verlassen, dass Antibiotika bakterielle Infektionen wirksam bekämpfen. Doch sobald ein neues Antibiotikum erfunden wurde, gab es schon wenige Jahre später resistente Bakterienstämme. Sie haben sich vor allem in den Ländern ausgebreitet, in denen Antibiotika besonders großzügig angewendet werden. Dort hingegen, wo sie gezielter und sparsamer vergeben werden, gibt es auch weniger Superkeime.

Die Mikroben können jeden Zugang zum Körperinneren nutzen und sei er noch so winzig. In den letzten 20 Jahren breitete sich MRSA stetig in den Krankenhäusern Europas aus. Allein in Deutschland infizieren sich jährlich 15.000 Patienten, in Frankreich fast doppelt so viele. Die Niederlande sind das einzige europäische Land, das die Ausbreitung von MRSA-Keimen in Krankenhäusern fast auf null senken konnte. Wie haben das die Holländer geschafft? Sie reagierten bereits in den 80er Jahren, als überall in Europa MRSA zum Problem wurde. Und sie reagierten strikt: Alle Risikopatienten werden in einem Raum mit Unterdruckschleuse und strenger Zutrittskontrolle isoliert.

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