Grundreinigung eines Bodens in der Diakonie Probelauf für die Prüfung

Gebäudereiniger-Azubis der Gewerblichen Schule Metzingen haben die Grundreinigung eines PVC-Bodens in der Diakonie Metzingen übernommen und damit nicht nur ein gutes Werk getan, sondern sich gleich auch optimal auf die bevorstehende Gesellenprüfung vorbereitet. Grundreinigung und anschließende Einpflege sind Bestandteile der praktischen Prüfung.

  • Bild 1 von 6
    © Aleksander Durmishi
    Marcel Sulzer, Benjamin Hauns, Sarah Schlayer und Benny Riedel (v.li.) räumen die lagerfertigen Geräte nach der Grundreinigung in den Hänger, um sie wieder in die Gewerbeschule Metzingen zu bringen.
  • Bild 2 von 6
    © Aleksander Durmishi
    Gruppe „Pflege-Süd“: Christian Stach, Michael Wieland und Rudi Sirotkin (v.li.) sind startklar zum Auftragen der Grundreinigerlösung.
  • Bild 3 von 6
    © Aleksander Durmishi
    Inessa Kramer fährt die Grundreinigerlösung mit der Einscheibenmaschine ab.
  • Bild 4 von 6
    © Aleksander Durmishi
    Rudi Sirotkin beim Verdünnen mit klarem Wasser, damit alle Reste der Grundreinigerlösung entfernt werden. Hinter ihm saugt Michael Wieland die Schmutzflotte ab.
  • Bild 5 von 6
    © Aleksander Durmishi
    Gruppe „Besprechungsraum“: Inessa Kramer und Sabine Stadler haben Spaß bei der Arbeit.
  • Bild 6 von 6
    © Aleksander Durmishi
    Bevor die Grundreinigung in der Diakonie Metzingen beginnen kann, müssen Schreibtische gerückt und teilweise ausgeräumt werden. Mit Engagement dabei: Patrick Raabe und Sascha Herr (vorne, v.li.) sowie Christian Stach und Michael Wieland (hinten, v.li.).

Probelauf für die Prüfung

- „So freundliche, hilfsbereite Schüler können Sie mir wieder schicken“, sagt Frau Haag, Leiterin der Hauswirtschaft in der Diakonie Metzingen. Mit einem zufriedenen Lächeln betrachtet sie den grundgereinigten, neu eingepflegten, glänzenden Boden. Die hässlichen Flecken sind nicht mehr zu sehen. Wegen dieses Problems hatte Frau Haag Kontakt zu Lehrern des Bereichs Gebäudereinigung an der Gewerblichen Schule Metzingen aufgenommen. Denn zum Tag der offenen Tür in den neu bezogenen Räumen sollte Ende März alles glänzen.

Büro und Besprechungszimmer in der Diakonie sind mit PVC belegt. Diesen hat Frau Haag in guter Absicht mit einer handelsüblichen Wischpflege auf Basis von wasserunlöslichen Polymeren gereinigt. Nun haben sich die Polymere aus der Wischpflege und die aus der Beschichtung abgestoßen und Inseln gebildet.

Grundreinigung ist Bestandteil der Prüfung

Sowohl die Fachlehrer Claudia Liersch und Aleksander Durmishi als auch ihre Schüler helfen gerne. Durmishi übt zunächst mit Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr das Cleanern, um den Boden in der Diakonie aufzufrischen. Die Folge: Der Boden glänzt mehr und sieht besser aus, ein gleichmäßiges Erscheinungsbild wird aber nicht erreicht. Die Flecken sind beim genauen Hinschauen immer noch sichtbar. „Eine Grundreinigung wäre erforderlich“, erklären Claudia Liersch und Aleksander Durmishi. Bei der Ausführung denken sie an Schüler aus dem dritten Lehrjahr.

Die Hauswirtschaftsleiterin ist erleichtert, dass die Azubis bereit sind, mit anzupacken. Denn die Diakonie ist eine gemeinnützige Organisation und auf Spenden angewiesen. Für die Schüler ist die Arbeit nicht nur ein gutes Werk, sondern auch eine optimale Vorbereitung auf die bevorstehende Gesellenprüfung. Grundreinigung und anschließende Einpflege sind Bestandteile der Prüfung.

Ein Azubi trägt Verantwortung als Vorarbeiter

Aufgabe der Azubis bei der Besprechung des Projekts im Theorieunterricht ist es, Chef zu spielen und sich um die Organisation zu kümmern. Jeweils drei Schüler werden in einem Büroraum die Glasreinigung und die Grundreinigung des elastischen PVC-Belags mit anschließender Einpflege durchführen. Einer trägt als Vorarbeiter die Verantwortung. Bei einer so großen Fläche kann jeder Schüler üben und dem Praxislehrer sein Können beweisen.

Nachdem die Material- und Gerätelisten geschrieben sind, laden die Azubis zusammen mit Aleksander Durmishi das Arbeitsmaterial in den Hänger. Am ersten Tag geht Klasse B3GR6 an den Start. Zielstrebig und wie in der Theorie besprochen beginnen die Schüler mit der Arbeit in ihren Zimmern. Durmishi simuliert als Prüfer die Gesellenprüfungssituation. Weil unter realen Bedingungen gearbeitet wird, gibt es auch Schwierigkeiten. Manche Schreibtische sind mit EDV bestückt und können nicht abgeräumt werden. Deshalb müssen die Schüler zuerst die eine Hälfte des Raums grundreinigen, die Möbel verschieben und danach die andere Hälfte bearbeiten.

Genauso beim anschließenden Beschichten. „Jungs, schaut mal gegen das Licht“, empfiehlt Durmishi, als er mit Argusaugen die Beschichtung kontrolliert. Gleich neben dem Türstopper ist ein Dreieck nicht eingepflegt. Solche Dinge dürfen während der Prüfung nicht passieren. „Ihr müsst systematisch arbeiten und euch selbst kontrollieren“, rät der Fachlehrer.

Der Boden glänzt wie neu

Am zweiten Tag sind die Schüler der Klasse B3GR7 an der Reihe und nehmen sich die restlichen Räume vor. Auch diese Gruppe zeigt ihr Können und freut sich über Lob und kritische Bemerkungen als Ansporn, die eigene Arbeit zu verbessern, so dass bei der Gesellenprüfung alles wie am Schnürchen läuft.

Zur Vertiefung werden die Schüler im Theorieunterricht eine Präsentation gestalten, in der sie neben dem Materialbedarf auch nochmals den fachlich korrekten Arbeitsablauf beschreiben.

Frau Haag, die an den beiden Tagen für die Schüler die Rolle des kritischen Kunden übernommen hat, ist begeistert. Der Boden glänzt wie neu. Lehrer und Schüler freuen sich, dass die Kundin zufrieden ist. Nach dieser Vorbereitung kann bei der Gesellenprüfung eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Claudia Liersch | heike.holland@holzmannverlag.de