Seit Februar 2008 sorgen neuartige Händetrockner in den Gäste- und Personaltoiletten des Restaurants „Casino am Neckar“ in Tübingen für schnelles hygienisches Händetrocknen. Das Fazit des Inhabers nach über einem halben Jahr intensiver Nutzung: Die Geräte erfüllen die Anforderungen bezüglich Funktionalität, Energie- und Kosteneffizienz – und die Gäste sind begeistert.
Der Turbo-Trockner
-Das „Casino am Neckar“ ist ein im Zentrum der Universitätsstadt Tübingen gelegenes ehemaliges Offizierscasino, das nach einer grundlegenden Renovierung und einem Umbau Ende 2006 vom neuen Pächter Hans-Peter Horn übernommen und zu einem modernen Restaurant mit Gartenwirtschaft umgebaut wurde. Das täglich geöffnete Restaurant beschäftigt 35 Mitarbeiter und hat im Durchschnitt etwa 250 Gäste pro Tag. An Spitzentagen kann das Gästeaufkommen aber auch mal die 1.000 erreichen. Die Attraktion: der Casinogarten in idyllischer Lage am Zusammenfluss von Neckar und Steinlach.
Mit der Geschäftsentwicklung im ersten Jahr war Hans-Peter Horn mehr als zufrieden. Aber eines ärgerte ihn gewaltig: die Berge benutzter Papierhandtücher, die nicht nur unansehnlich waren, sondern auch seinen Vorstellungen von umweltgerechter Hygiene im Waschraum zuwiderliefen. Und kostengünstig seien die Papiertücher auch nicht gerade gewesen, so Horn. Der nicht unerhebliche Aufwand für Entsorgung noch gar nicht mit berechnet.
In Tübingen, einer 85.000 Einwohner zählenden Stadt, von denen nahezu ein Viertel die Studierenden stellen, und in der seit Oktober 2006 mit Boris Palmer ein Grünen-Politiker amtiert, haben Umweltbewusstsein und Energieeffizienz höchste Priorität. Horn: „Ich wollte einfach nicht mehr Gefahr laufen, dass mir jemand wegen der Papiermüllberge Vorwürfe macht.“ Da kam ihm der Hinweis seines Küchenchefs, der einen neuartigen Händetrockner auf der Hilsa, einer Fachmesse für Haustechnik in Basel, gesehen hatte, gerade recht. Horn kalkulierte die Kosten und schnell war klar, dass sich die Anschaffung rechnen würde. Noch im Januar 2008 wurden fünf Dyson-Airblade-Händetrockner angeschafft. Installation und Anschluss an die bereits vorhandene Stromversorgung verliefen problemlos.
Schnell, sparsam, sauber
Der Dyson-Airblade-Händetrockner trocknet Hände vollständig in nur zehn Sekunden und verbraucht – angetrieben von einem langlebigen energieeffizient geschalteten Reluktanzmotor – im Vergleich zu gewöhnlichen Warmluft-Händetrocknern bis zu 80 Prozent weniger Energie. Die Motorleistungsaufnahme liegt bei 1.600 W, im Stand-by-Modus wird weniger als 1 W verbraucht. Konventionelle Händetrockner haben demgegenüber einen
Stand-by-Verbrauch von bis zu 8 W und benötigen mit ihren Heizelementen bis zu 2.400 W. Der digitale Motor des Airblade erzeugt einen Luftstrom, der mit rund 644 km pro Stunde fließt. Die ungeheizte Luft wird durch einen 0,3 mm breiten Spalt geführt, nicht dicker als eine Wimper. Der Luftstrom arbeitet wie ein unsichtbarer Scheibenwischer, der die Nässe von den Händen wischt und diese vollständig trocken hinterlässt. Die HEPA-Filtrierung entfernt über 99,9 Prozent der Bakterien aus der Luft, bevor diese auf die Hände geblasen wird.
Die wichtigsten Vorgaben für die Evaluation des neuen Händetrockners waren neben einer geringeren Belastung der Umwelt und der Senkung der Kosten auch die Akzeptanz bei Gästen und Mitarbeitern. „Und ein weiteres wichtiges Kriterium“, fügt Horn hinzu, „die Geräte müssen im Vergleich zu herkömmlichen Warmluft-Händetrocknern auch funktionieren.“ Horn ärgerte es schon seit langem, dass andere elektrische Händetrockner so lange brauchten, bis die Hände endlich trocken waren. Er beobachtete, dass die meisten Menschen bei Trocknungszeiten von zum Teil über 30 Sekunden schnell die Geduld verloren und mit noch nassen Händen die Waschräume verließen. Manche, was die Sache auch nicht viel besser machte und unter hygienischen Gesichtspunkten zudem höchst problematisch ist, rieben sich ihre Hände an Hemdärmeln oder Hosenbeinen trocken.
Weniger Umweltbelastung bei geringeren Kosten
Mit Spannung wurde die erste Bilanz nach sechs Monaten intensiver Nutzung erwartet. Das Resultat: Inhaber, Mitarbeiter und Gäste zeigten sich sehr zufrieden mit den Resultaten. Horn fasst zusammen: „Die Airblade-Händetrockner sind sparsam und sauber. Sie funktionieren auch in Stoßzeiten einwandfrei. Unsere Zielvorgaben bezüglich einer geringeren Umweltbelastung und niedrigeren Kosten wurden erfüllt.“
Das Erstaunlichste aber sei, dass sich die Gäste über den Airblade-Händetrockner unterhalten. Immer wieder höre er Aussagen wie: „Diesen Händetrockner musst du unbedingt ausprobieren.“ Horn: „Händetrockner sind ja normalerweise kein Gesprächsthema. Beim Airblade-Händetrockner ist das anders. Meine Gäste sprechen untereinander über den ‚Turbo-Händetrockner‘ und finden das Design toll.“ Einmal habe eine Gruppe schwedischer Studenten, offensichtlich angehende Ingenieure, eine halbe Stunde lang über die Funktionsweise und die technischen Einzelheiten des Airblade diskutiert. Bernard Bota, Serviceleiter im „Casino am Neckar“, bestätigt den positiven Eindruck. Für ihn zählt vor allem, nun keine Berge an Papiermüll mehr entsorgen zu müssen. „Und wenn es der Umwelt nützt – umso besser.“
Hans-Peter Horn ist denn auch rundum zufrieden mit den neuen Händetrocknern: „Ich bin begeistert von der Effizienz. Die Hände sind wirklich in zehn Sekunden trocken und fühlen sich an wie nach einer Handmassage in der Beauty-Farm.“
Die Zielvorgaben bezüglich einer geringeren Umweltbelastung, Funktionalität und Akzeptanz bei den Gästen wurden sogar mit Kosteneinsparungen erreicht. Nach den konkreten Kosteneinsparungen gefragt, gibt sich Hans-Peter Horn etwas bedeckt und verweist auf die Angaben des Herstellers. Der gibt die Einsparung beim Einsatz von fünf Händetrocknern und 200 Trockenzyklen am Tag mit jährlich 7.266 Euro gegenüber dem Einsatz von Papierhandtüchern an.
Adreas Finke | markus.targiel@holzmannverlag.de