Vorteile von Dosiersystemen
Der wichtigste Vorteil von richtigem Dosieren: Es wird nur so viel einer Substanz, wie auch wirklich nötig verwendet. Das heißt im Fall der Reinigungschemie, dass auf dem Bodenbelag zum Beispiel keine Rückstände verbleiben und er mit der korrekt dosierten Lösung optimal sauber wird. Außerdem spart die Lagerung von (Hoch-)Konzentraten anstelle gebrauchsfertiger Lösungen Platz und Energie beim Transport der Gebinde. Und das schont wiederum die Umwelt.
Die wohl bekanntesten Dosiersysteme außerhalb der in Reinigungsautomaten integrierten (siehe Artikel „Mischen impossible?“) sind an der Wand montierte und mit einem Wasseranschluss verbundende Dosierpumpen. Sie dosieren die gewünschte Substanz auf den Milliliter korrekt dem Wasser zu. Sehr häufig sind hier Schlauchpumpen im Einsatz. Gängig ist auch das Venturi-Prinzip. Je nach Anbieter können Dosieranlagen eine oder mehrere Substanzen zudosieren. Solche über Prozessoren gesteuerten Systeme arbeiten mit vorab programmierten Mischungsverhältnissen. Damit sind menschliche Fehldosierungen nahezu ausgeschlossen.
Andere Dosiermittel für kleinere Lösungsmengen sind z.B. Kartuschen. Sie werden bei der Sprühreinigung verwendet und passen, da nur wenige Zentimeter lang, in jede Kitteltasche.
Welches Dosiersystem Sinn macht, sollte immer objektbezogen betrachtet werden. In diesem Zusammenhang interessant ist eine Broschüre des Wirtschaftsministeriums des Landes Baden-Württemberg zum betrieblichen Umweltschutz. Die Ausführungen zielen vor allem auf die Bedeutung von regelmäßigen Mitarbeiterschulungen ab. Dort heißt es: „Die Entscheidung, welche Dosiertechnik angenommen wird, fällt leichter und die ausgewählte Technik wird eher akzeptiert, wenn die Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Dazu können Testzeiträume von einigen Wochen als Teil der Schulungsmaßnahme angesetzt werden, innerhalb derer die Reinigungskräfte verschiedene Dosiertechniken im Alltag ausprobieren.“ Außerdem regen die Verfasser an, Mitarbeiter zumindest teilweise von Kollegen/Kolleginnen schulen zu lassen und nicht von Vorgesetzten.
Abschließend wird ein Fallbeispiel skizziert: Ein Gebäudereiniger mit etwa 400 Mitarbeitern hat die Einhaltung der Dosiervorgaben an ein Prämiensystem gekoppelt. In diesem Fall ging es nicht um finanzielle Belohnungen, sondern um Urlaubsstunden. Der Einsparerfolg im ersten Jahr lag bei
30 Prozent, im zweiten Jahr bei weiteren zehn Prozent des Vorjahresverbrauchs. Hut ab!
Unterstützt wurde die Redaktion der Broschüre übrigens unter anderem vom Fachverband
Gebäudedienste und der Landesinnung des Gebäudereiniger-Handwerks Baden-Württemberg. Mehr Infos unter www.umweltschutz-bw.de. ree