
Als Mädchen in einer Männerdomäne
- Im Rahmen eines Azubi-Projektes hat die Auszubildende Ronja Diehl (17) beschrieben, wie es ihr als Mädchen unter vielen Männern im Beruf des Gebäudereinigers geht:
„Am 1. August 2009 fing ich meine Ausbildung als Gebäudereinigerin bei der Firma TKW Gebäudeservice in Nauheim (Groß-Gerau) an. Seit diesem Tag sind wir zwei Frauen und neun Männer in unserem Facharbeiterteam. Die Kollegen sind alle sehr nett und hilfsbereit. Wenn ich mal das ein oder andere nicht richtig kann, helfen sie mir und erklären es mir auch noch mal genauer, so dass ich es beim nächsten Mal besser machen kann. In der Firma arbeiten alle Personen mit allen Geräten, Maschinen usw. Es gibt keinen Unterschied zwischen Männer und Frauen. Ich als Frau kann die Einscheibenmaschine genauso gut ins Auto heben wie meine männlichen Kollegen.
Auch das Bedienen der Maschinen wie Nasssauger, Sprühextrahiergerät oder Einscheibenmaschine wird abwechselnd gestaltet.
Bei TKW fühle ich mich wohl. Der Umgang miteinander ist sehr angenehm, respektvoll und es macht sehr viel Spaß, im Team zu arbeiten. Die Erfahrung mit den Kunden ist unterschiedlich. In der Unterhalts-reinigung erwartet man meistens Frauen als Reinigungspersonal. Bei den Sonderreinigungsarbeiten wie Glasreinigung, Sanitärgrundreinigung, Teppichbodenreinigung usw. werden meist Männer erwartet.
Mich haben die Kunden auch schon angesprochen, ob es nicht schwer ist, mit den Maschinen zu arbeiten, oder ob ich Angst habe auf der Glasreinigerleiter. Das ist alles eine Sache der Übung, wenn man den Um-gang mit den Maschinen richtig lernt, beherrsche ich die Maschine und nicht sie mich. Der Kunde beobachtet das Reinigungspersonal genau und stellt am Ende der Reinigungsarbeiten fest, dass die Frauen genauso gut gearbeitet haben wie die Männer. In der Berufsschule war es am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Wir sind zwei Frauen und 24 Männer in unserer Klasse. Die meisten sind zwei Jahre älter als ich. Die männlichen Kollegen haben am Anfang versucht, uns aus der Klasse zu mobben, doch meine Kollegin und ich haben die Jungs mit Herz und Verstand davon überzeugt, dass auch wir dem Beruf und den Anforderungen gewachsen sind, und nun sind wir eine gute Klassengemeinschaft. Mädels, habt keine Angst und setzt euch durch!“