Es klingt trivial, aber gründliches Händewaschen und -trocknen ist nach wie vor eines der wichtigsten Mittel, um Infektionen durch Bakterien und Viren zu vermeiden. Die richtige Ausstattung der Waschräume spielt daher gerade in der Grippe- und Erkältungszeit eine wichtige Rolle.

Keimzelle Waschraum
-Im Gesundheitswesen, in Alten- und Pflegeheimen, in der Lebensmittelindustrie oder in der Gastronomie: Es gibt nur wenige Berufsgruppen, in der Hygiene und damit nicht zuletzt auch die Personalhygiene eine so große Rolle spielt. Der Mensch ist die größte Kontaminationsquelle für Krankheitserreger. Ein Fakt, der im Zuge der Qualitätssicherung und Sicherheit im beruflichen Alltag unbedingt zu berücksichtigen ist. Auch die bis dato allzu häufig vernachlässigte richtige Ausstattung der Sanitärräume rückt somit verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses.
Hygienerisiken im öffentlichen Bereich stehen immer öfter im Blickpunkt der Berichterstattung. Hierzu tragen Untersuchungen über die Bildung von Multiresistenzen bei weit verbreiteten Bakterien wie Staphylococcus aureus genauso bei wie die Berichterstattung über Todesfälle durch Legionellen. Und Krankenhausinfektionen sind mittlerweile in aller Munde. So trivial es klingen mag: Häufiges und gründliches Händewaschen ist nach wie vor eines der wichtigsten Mittel, um Infektionen durch Bakterien oder Viren zu vermeiden.
Von der Produktion bis zur Raststätte
Die Ausgangslage: Acht Bakterien (Enterococcus, Enterobacter, Escherichia coli, Salmonella, Yersinia, Klebsiella, Staphylococcus aureus und Serratia) sowie drei Viren (Adenoviren, Enteroviren und Hepatitis A) können vor allem Durchfallerkrankungen und die verschiedensten, teilweise fiebrig verlaufende, Infektionen verursachen. Darüber hinaus ist die Übertragung von Cholera, Typhus, Kinderlähmung und Hepatitis A möglich. Auch wenn letztgenannte Risiken zurzeit noch als sehr begrenzt einzustufen sind und hier keinesfalls Panikmache betrieben werden soll, so wird doch eine mögliche Zunahme der Gefährdung, besonders in öffentlichen Waschräumen an neuralgischen Punkten wie Autobahnraststätten, Bahnhöfen und Flughäfen im Transitland Deutschland befürchtet.
Man muss allerdings nicht immer so weit gehen, sondern es lohnt sich, den Blick auf das unmittelbare Umfeld zu lenken: Gepflegte und professionell ausgestattete Sanitärräume sind grundsätzlich eine wichtige Visitenkarte des Hauses, sie lassen Rückschlüsse auf die individuelle Wertigkeit von Besuchern oder Mitarbeitern zu. Eine repräsentative, europaweite Studie hat belegt: Saubere, gepflegte Waschräume – von der Produktion bis zum Spitzenrestaurant – geben einen Eindruck von Aufmerksamkeit, Professionalität, Sicherheit und Fürsorge. Das gilt übrigens für die entsprechenden Räumlichkeiten des Personals ebenso wie für die der Besucher.
Lebensraum für Mikroorganismen
Der menschliche Körper ist ein natürlicher Lebensraum für Mikroorganismen. Die Haut, besonders die Stirn, die Hände und der Magen-Darm-Bereich sowie der Nasen-Rachen-Raum sind bevorzugte Lebensräume für Krankheitserreger. Deshalb ist das Einhalten definierter Hygienestandards unverzichtbar, nicht zuletzt auch zum Schutz eines jeden Mitarbeiters selbst.
Eine sorgfältige Handhygiene verhindert in der Regel, dass Krankheitserreger weiter verbreitet werden. Bei jedem Waschraumbesuch ist der Kontakt mit pathogenen Darmbakterien möglich und in diesem Fall ist davon auszugehen, dass die Handflächen mit Krankheitserregern behaftet sind. Nur ein gründliches Reinigen und gegebenenfalls Desinfizieren der Hände kann deren Weiterverbreitung unterbinden. Schon mit einfachen Mitteln kann man für Sauberkeit in Wasch- und Toilettenräumen sorgen und damit Krankheiten und Fehlzeiten nachhaltig vorbeugen.
Infektionsrisiko senken
Speziell das Abtrocknen der Hände spielt eine wichtige Rolle für die Handhygiene. Nach dem Waschvorgang nimmt die Bakterienzahl zunächst zu. Erst durch das Abtrocknen mit saugendem Material werden die Keime auf den Händen wieder reduziert. Am besten schneiden hier Papierhandtücher ab. Die Qualität des eingesetzten Papiers spielt eine wichtige Rolle. Saugstarke, weiche Papiere sind in der Lage, mehr Feuchtigkeit und gleichzeitig auch mehr Keime aufzunehmen. Sie schonen die Haut, werden bereitwillig benutzt und tragen so zu hygienischem Verhalten bei.
Versuchen Sie sich nach dem vorangegangenen Satz doch bitte mal in die Rolle eines Arztes oder einer Krankenschwester zu versetzen, der/die sich nach Anweisung theoretisch pro Schicht annähernd 100-mal die Hände waschen und vor allem auch abtrocknen müssten. So, und jetzt versuchen Sie sich mal ihre Hände nach Schichtende vorzustellen – zigdutzende Male getrocknet mit heißer Luft, mit textilen Handtüchern ohne Weichspüler, mit grauem einlagigen Papier oder besser mit einem weichen Tissue gehobener Qualität.
Übrigens: Spender, die einzelne unberührte Papiertücher abgeben, sorgen für geringeren Verbrauch und mehr Hygiene. Es gibt eine große Auswahl an Papiertüchern und Systemen, die alle Stationen des Waschraumbesuchers berücksichtigen. Sie bestehen meist aus Handtüchern, Toilettenpapier, Seife oder Handwaschschaum, Spendern und Behältnissen für die Monatshygiene sowie gegebenenfalls auch Raumduft und Abfallsammelbehälter. Es lohnt sich in allen Bereichen, nicht nur aus hygienischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht, dem Thema Sanitärraumausstattung noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Frank Ledosquet, Metsä Tissue |
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