
Mit Temp-Award ausgezeichnet
- Die Wasserle GmbH & Co.KG aus Windach (Bayern) hat den Temp-Award 2009 erhalten. Die von Professor Jörg Knoblauchs Unternehmensberatung Tempus verliehene Auszeichnung ging dieses Jahr an zwei Unternehmen, die sich trotz Wirtschaftskrise vorbildlich entwickeln. Die Skulptur aus Stein und Metall verlieh Professor Lothar Späth am 14. Mai in Filderstadt bei Stuttgart. Neben Wasserle wurde das schwäbische Unternehmen Profilmetall aus Hirrlingen bei Tübingen ebenfalls mit dem Temp-Award ausgezeichnet.
Markus Wasserle gründete vor fünf Jahren gemeinsam mit seiner Frau Kati ein Reinigungsunternehmen. Seither hat das Ehepaar gemeinsam mit Markus’ Bruder Michael bei Umsatz und Mitarbeiterzahl kräftig zugelegt. In diesem Jahr planen die Brüder wie bereits in den Vorjahren ein Wachstum um 30 Prozent auf 1,5 Millionen Euro. Wasserle hat sich auf das Säubern von Gebäudekomplexen spezialisiert und arbeitet ausschließlich für Hausverwaltungen. 110 Mitarbeiter reinigen Glas, Fassaden, Treppenhäuser, Tiefgaragen, Wohnungen und Büros der 60 Stammkunden im Raum München. Kunden sind unter anderem die Münchner Rückversicherung und das französische Bankhaus BNP Paribas.
Dabei hat das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal entwickelt: Sie garantiert, spätestens nach 45 Minuten am Objekt zu sein. „Die Idee dazu und das logistische Konzept entstanden, weil wir mit der Temp-Methode arbeiten“, erklärt Geschäftsführer Markus Wasserle, der mittlerweile hauptsächlich für den Vertrieb zuständig ist. Das Analysewerkzeug hilft, die Arbeitsabläufe innerhalb der Firma zu definieren und effektiv zu strukturieren. „Mit dieser Methode können Chefs ihren Betrieb ohne fremde Hilfe durchleuchten und in kleinen Schritten verbessern“, erklärt der Chef. Bei den Windachern hatte das zur Folge, dass die Mitarbeiter nicht von einer riesigen Firmenzentrale aus agieren. Bei Wasserle sind stattdessen 80 Servicetrupps im Großraum München dezentral stationiert und innerhalb der garantierten Dreiviertelstunde vor Ort. Auch in Sachen Kommunikation sind die Jungunternehmer einfallsreich: Da die kleinste Einheit nur fünf Mitarbeiter umfasst und alle Trupps in unterschiedlichen Stadtteilen arbeiten, „war es wichtig, ein Medium zu finden, mit dem wir alle Kollegen erreichen“, sagt der 28-jährige Chef. Knoblauchs Managementhandbuch empfiehlt für die interne Kommunikation eine Mitarbeiterzeitung. Die liegt bei Wasserle seit Oktober 2008 monatlich jeder Lohnabrechnung bei. In ihr informieren sich Mitarbeiter über den Stand des Vorschlagswesens, erfahren interne Termine und welche Projekte anstehen.
Schritt für Schritt entwickelt das Unternehmen eine ganz persönliche Firmenkultur. „Wir wollen das miese Image der Branche verbessern“, gibt sich Markus Wasserle kämpferisch. Was ihm durchaus gelingt. Das ZDF berichtete kürzlich im Sendeformat „37 Grad“ über die Hintergründe der Szene. Als sehr reales aber positives Beispiel kamen die Reinigungsspezialisten so ins Fernsehen.
Detail am Rande: Weil Wasserle-Arbeitsplätze im Umkreis von 80 km verteilt sind, hängt in jeder Besenkammer der Kunden das Firmenleitbild. In anderen Branchen wäre das ein Fauxpas. Bei Wasserle ist es Teil der nun ausgezeichneten Unternehmenskultur.