»Wie kann gewerbliche Reinigung funktionieren, ohne dass sich das Management einmischt?«
Weil wir gerade davon sprechen: Eigentlich müssten doch alle, die sich mit der Dienstleistung auskennen, vor Ehrfurcht erstarren. Erstarren vor den täglich neuen Wundern der gewerblichen Reinigung. Vor dem Wunder, dass es klappt. Vor allem in den kleinen und allerkleinsten Objekten, den Schlüssel- oder Einzelstellen irgendwo jenseits der großen Aufträge.
In den Sparkassenfilialen oder Anwaltskanzleien, im Mini-Rewe-Laden oder in ungastlichen Baucontainern. Wenn es hochkommt, lassen sich Objektleiterin oder Gebietsleiter hier einmal im Monat sehen. Dennoch läuft die Reinigung mit der Präzision des Schweizer Uhrwerks. Nicht unbedingt so, wie es in der antiquierten Leistungsbeschreibung steht. Aber so, dass die Nutzer an Ort und Stelle zufrieden sind.
Wie kann das funktionieren, ohne dass trainierte Führungskräfte der Mittelschicht die Zügel fest in der Hand halten? Wieso wird in diesen Objekten störungsfrei und reibungslos „Hygiene produziert“? Ohne die Einmischung der „höheren Gehaltsklassen“?
Weil da draußen auf den einsamen Serviceinseln des Unternehmens unzählige Unternehmer das Heft in der Hand halten. Sie sind alles in einer Person: Verfahrenstechniker und Qualitätsmanagerin, Logistikdisponentin und Vertretungsorganisator. Und auch Reinigungskraft.
Diese große Gruppe verantwortungsbewusster Mitarbeiter sorgt dafür, dass das Wunder Gebäudereinigung immer wieder geschehen kann. Sie haben ihre Qualitätsaufgaben schon beeindruckend erledigt, als noch kein QM-System die Reinigung neu erfunden hat. Ihnen werden bei Kongressen oder Jahrestagungen keine Preise, Pokale, Zertifikate überreicht. Deshalb: Gelegentlich ein herzliches Wort der Anerkennung könnte wirklich nicht schaden. Oder?
Hartmut H. Wolff | www.bestmakerservice.de
Hartmut H. Wolff hat sich auf personalintensive Dienstleistungen und ihre Vermarktung spezialisiert. Führende Unternehmen der Branche schätzen seine erfolgsorientierte, praxisnahe Arbeit.
