Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg 80-Jahr-Feier und Mitgliederversammlung binnen einer Woche

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    Obermeister Robert Steinberger bei seinem Bericht zur Mitgliederversammlung.
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    Geschäftsführer Michael Zwisler zog eine positive Bilanz der Innungsarbeit und informierte über einige brisante Themen.
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    Michaela Witzany, Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit, forderte zur Mitarbeit an den neuen Innungsmitteilungen auf.
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    Michael Öttl, Ausschuss Technik und Betriebswirtschaft, sieht einen hohen Bedarf an Fortbildungsangeboten.

80-Jahr-Feier und Mitgliederversammlung binnen einer Woche

- Dicht gedrängte Veranstaltungen bei der Innung Südbayern: Binnen einer Woche trafen sich die Mitglieder und zahlreiche Gäste zur Feier des Jubiläums „80 Jahre Gebäudereiniger-Innung“ und zur Mitgliederversammlung.

Zur Jubiläumsfeier konnte Obermeister Robert Steinberger neben zahlreichen Mitgliedern und den Vorstandskollegen als Ehrengäste BIV-Geschäftsführer Johannes Bungart und Dr. Lothar Semper (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern begrüßen.

Robert Steinberger, übrigens der zehnte Obermeister in der Innungsgeschichte, skizzierte die Entwicklung des Gebäudereinigerhandwerks in München und der Innung. Am 1. April 1929 wurde die freie Innung der Glas- und Gebäudereiniger mit Sitz in München gegründet. Mit Weitblick: Denn eines der wesentliche Ziele der Gründungsmitglieder war es, das damals nicht handwerkliche Gebäude-reinigergewerbe zu einem Vollhandwerk und zum Lehrberuf werden zu lassen. Im Gründungsjahr der Innung waren die Betriebe vorwiegend als Glasreiniger tätig. In der Folge wurden immer mehr Aufgaben rund ums Haus übernommen, die Betriebe und ihre Angebotspalette entwickelte sich nach dem Krieg Zug um Zug weiter, ständig neue Aufgaben kamen hinzu. Neben der handwerklichen Entwicklung waren es vor allem Persönlichkeiten, die die Historie der Innung prägten und sie zu einer der wichtigsten Innungen des Gebäudereiniger-Handwerks in Deutschland machten.

Die Grüße und Glückwünsche der Handwerkskammer für München und Oberbayern überbrachte deren Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Semper. Er gratulierte zur erfolgreichen Geschichte und Entwicklung, die die Innung trotz aller Probleme genommen hatte, denen sich die Branche im Laufe der Jahre immer wieder ausgesetzt sah.

BIV-Geschäftsführer Johannes Bungart überbrachte zunächst die Grüße von Bundesinnungsmeister Dieter Kuhnert und hob dann in seinen Grußworten die positve Entwicklung der Innung hervor. Sie sei stark mit einigen „bemerkenswerten Persönlichkeiten“ verbunden, die über Jahrzehnte nicht nur die Innung München, sondern, „auch unseren gesamten Verband und unsere Branche geprägt haben.“

Bungart nannte neben Arthur Frommholz (Bundesinnungsmeister 1956 bis 1969) und Karl-Eberhard Müller (Schatzmeister des BIV) vor allem Paul Bertenbreiter, Fritz Peter Wackler, Franz Reitmeir und Walter Kraus Persönlichkeiten, die sich mit großem Einsatz für das Gebäudereiniger-Handwerk engagiert hätten und stets verlässliche und geradlinige Partner gewesen seien.

Die Wertschätzung der Südbayern im Bundesinnungsverband zeige sich auch darin, dass die Innung mit Fritz Peter Wackler und Franz Reitmeir zwei von fünf Ehrenmitgliedern stelle. Bungart abschließend: „Sie blicken zu Recht mit Stolz auf 80 Jahre Verbandsgeschichte zurück und wir dürfen seit 80 Jahren von Ihrem großen Engagement profitieren.“

Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Johannes Bungart davon überzeugt, dass durch Obermeister Robert Steinberger und Geschäftsführer Michael Zwisler auch in den nächsten Jahren wichtige Impulse für die Verbandsentwicklung ausgehen werden. Zur Feier, zünftig bayerisch im Zelt ausgerichtet, waren Zulieferpartner der Industrie mit einer kleinen Ausstellung präsent und dokumentierten so ihre Verbundenheit mit der Innung Südbayern.

Bereits eine Woche später trafen sich die Mitglieder der Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg wieder - diesmal zur zweiten Mitgliederversammluung unter den neuen Innungsführung.

Obermeister Robert Steinberger gab zunächst einen Rückblick auf die zahlreichen Sitzungen und Aktivitäten seit der letzten Mitgliederversammlung. So war nach den Worten Steinbergers der Festabend zum 80-jährigen Jubiläum der Innung in der Münchener Residenz und die Mitgliederversammlung des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks am 8. Mai 2009 einer der Höhepunkte der langen Innungsgeschichte.

Mit seinen Aussagen zur Vergabepraxis ging der Obermeister zum Gebäudereinigeralltag über und wandte sich einem immer aktuellen Thema zu: so nutzen Auftraggeber offensichtlich Zertifizierungen als Beschränkungskriterium bei Ausschreibungen. Weiter informierte Robert Steinberger über den Stand bei den Tarifverhandlungen. (Zur aktuellen Entwicklung lesen Sie bitte die Meldung auf Seite 8 in dieser Ausgabe.) Zur Mitteilungspflicht (Einspruchsfrist normalerweise 15 Tage) teilte Steinberger mit, dass bei Übermittlung per Fax oder E-Mail die Frist nur noch zehn Tage betrage.

Nach dem Bericht des Obermeisters gab Michael Zwisler einen Rückblick aus Sicht der Geschäftsführung. Er ging auf die Situation rund um die Kurzarbeit ein, und auf die Umkehrschuld bei der Umsatzsteuer. Beim letztgenannten Thema herrsche das absolute Chaos. Man versuche seitens der Behörden die Dienstleister immer wieder „in die Ecke zu stellen“ den Beweis, dass Umsatzsteuer vorenthalten wurde, habe die oberste Finanzbehörde bislang in keinem der bekannten Fälle führen können. Im Visier als potentielle Steuerhinterzieher seien im Moment vor allem die Subunternehmer. Jedoch laufe die Umkehr der Steuerschuld auf den Generalunternehmer ins Leere: der habe die Umsatzsteuer des Subunternehmers nur abzuführen, wenn beide ein Reinigungsunternehmen sind.

Michael Zwisler berichtete auch darüber, dass man mit Blick auf die Eignungsprüfungen bei der Handwerkskammer angeregt habe, dass QuB-Betriebe (Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe), automatisch mit Betrieben gleichgestellt werden sollten, die im EMAS-Register geführt sind. (EMAS englische Kurzbezeichnung für „Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung“.)

Nach den Regularien (Jahresrechnung, Bericht Rechnungsprüfer, Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung sowie der Verabschiedung des Haushaltsplanes), berichteten die Ausschussvorsitzenden über die Aktivitäten in ihren Gremien.

Für den Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit berichtete die Vorsitzende Michaela Witzany von der neuen Innungszeitschrift, mit der man je nach Bedarf zwei bis viermal im Jahr Mitglieder und Kunden über Aktivitäten der Innung, aber auch über das Leistungsangebot der Innungsbetriebe informieren wolle. Michaela Witzany bat die Mitglieder, Ideen für mögliche Inhalte an die Geschäftsstelle zu liefern, damit die Informationsschrift lebendig und interessant gestaltet werden könne.

Der Ausschuss Technik und Betriebswirtschaft arbeite, so Vorsitzender Michael Öttl, derzeit an einem System zur Qualitätskontrolle. Darüber hinaus werde man die Mitglieder in der nächsten Ausgabe der Innungsmitteilungen ausführlich über das Thema e-Vergabe informieren. Mit diesem Thema, so Öttl, müssten sich die Mitgliedsbetriebe intensiv beschäftigen. Eine weitere wichtige Aufgabe sieht Öttl in der Fortbildung. Hier gebe es großen Bedarf, auch und besonders für Objektleiter und Vorarbeiter. Und das Interesse der Mitgliedsbetriebe an entsprechenden Angeboten sie groß, das zeigten die Anfrage in der Innungsgeschäftstelle. Entsprechende Seminarangebote werde man den Mitgliedern baldmöglichst unterbreitet.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung referierte Erhard Wilhelmus (Mannheim) zum Thema „Neukundengewinnung, Angebotsverfolgung und Preisverhandlungstechnik. Der Referent, der unter anderem regelmäßig branchen-exklusiv in rationell reinigen schreibt und mit großem Erfolg gemeinsam mit rationell reinigen die Seminarreihe „Vertriebsoffensive 2010“ durchführt, zog mit seinen Ausführungen die Zuhörer schnell auf seine Seite. So manchem Zuhörer wurde schnell deutlich, dass hier ein Nachholbedarf gegeben ist, der im ureigensten Interesse schnell beseitigt werden sollte. Den einen oder anderen wird man sicher bald bei einem der Wilhelmus-Seminare wieder sehen.

Peter Hartmann | peter.hartmann@holzmannverlag.de